Verlängerung der A44 Das nächste Autobahn-Großprojekt naht

Gerade ist die Vollsperrung der A40 überstanden, da startet das nächste Autobahn-Großprojekt. Die A44 wird bei Bochum um 3,3 Kilometer verlängert. Der Neubau soll mehrere Jahre dauern. Am Dienstag (30.10.2012) startet mit einem Spatenstich der offizielle Baubeginn.


Übersichtsplan der A 44 in Bochum
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Die neue Querverbindung soll die nördlich gelegene A40 entlasten

Einen Namen trägt das künftige Autobahnstück jetzt schon. "Querspange Bochum" nennen es zumindest die Verkehrsexperten. Mit der neuen Querverbindung zwischen dem Nordhauser Ring und dem Autobahnkreuz Bochum/Witten (A43/A44) soll die nördlich gelegene Ruhrgebiets-Ader A40 entlastet werden.


Wer von Westen aus kommend das Ruhrgebiet durchquert, kann künftig am neuen Bochumer Westkreuz abbiegen auf den Bochumer Ring, der die Stadt südlich umrundet. Dazu wird die L705, die heute noch Donezkring, Oviedoring und Sheffieldring heißt, zur Autobahn 44 ausgebaut. Auf Höhe des heutigen Opelrings beginnt dann das neue Stück der A44, das den Bochumer Ring künftig mit der A44 verbinden soll.

Das Ziel: Weniger Stau in Bochum


Stau auf der A40
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Autobahn 40: Bei Bochum drängelt sich der Verkehr

"Das Problem auf der A40 ist der Tunnel bei Bochum Grumme", erklärt Ahmed Karroum vom Landesbetrieb Straßen NRW. Dieses Nadelöhr an der Ausfahrt Bochum Stadion könne partout nicht ausgebaut werden. "Daher staut sich der Verkehr hier täglich von beiden Seiten kilometerweit."

Durch die neue Möglichkeit, Bochum südlich zu umfahren, erhoffen sich die Verkehrsplaner eine deutliche Entlastung dieses Abschnitts. Die Baukosten für die rund 3,3 Kilometer lange Baustrecke: 55 Millionen Euro.

Neue Nistquartiere für Vögel


Wasserralle
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Wasserrallen brauchen Ersatzquartier

Die Vorbereitungen zum Ausbau laufen schon seit Jahren. Zunächst mussten zum Beispiel diverse Ausgleichsflächen für die später gerodeten Flächen geschaffen werden. So mussten unter anderem neue Nistquartiere für Schleiereule und Wasserralle, einem in diesem Gebiet brütenden Zugvogel, her. Für Wasservögel entstand ein rund 1.000 Quadratmeter großes Flachgewässer an einem angrenzenden städtischen Regenrückhaltebecken. "Das dauerte schon deshalb zwei Jahre, weil die Pflanzen erst einmal heranwachsen mussten", erklärt Projektleiter Dirk Potthoff. Jetzt hofft man, dass die Vögel das neue Revier auch wirklich annehmen.

Bergbauerkundungen und Lärmschutz für Anwohner

Wegen der Bergbaugeschichte der Region sind vor dem eigentlichen Bau der Autobahn umfangreiche Arbeiten notwendig. "Wir bauen hier schließlich auf ehemaligem Zechengebiet", so Potthoff. "Da reden wir nicht nur über die erfassten Stollensysteme, sondern auch über wilden Bergbau, der hier früher auch stattgefunden hat." Im Frühjahr 2013 wolle man mit bergbaulichen Erkundungen beginnen. Zudem müssen im Vorfeld zahlreiche Ver- und Entsorgungsleitungen verlegt werden.

Dazu kommen Kosten für den Lärmschutz. Acht Millionen Euro sollen dafür investiert werden. Dazu gehören Lärmschutzwände und Flüsterasphalt - also ein offenporiger Fahrbahnbelag, der die Rollgeräusche mindern soll. Mehrere Anwohner hatten im Vorfeld erfolglos gegen den Ausbau geklagt. Sie befürchten eine zu hohe Lärmbelastung.

Erster Abschnitt ab 2015 befahrbar

Der eigentliche Autobahnausbau beginnt mit einem Brückenbau über die Schattbachstraße. Ein symbolischer Spatenstich an der Baustelle soll am Dienstag (30.10.2012) das offizielle Startzeichen geben. Ab November 2012 werden dann zunächst noch die künftigen Trassgebiete gerodet. Laut Landesbetrieb Straßenbau NRW wird 2015 der erste Teilabschnitt der A44 zwischen dem Autobahnkreuz Bochum/Witten und der Markstraße befahrbar sein.


Stand: 30.10.2012, 06.00 Uhr


Kommentare zum Thema (6)

letzter Kommentar: 31.10.2012, 11:14 Uhr

Anti NRW schrieb am 31.10.2012, 11:14 Uhr:
Salamitaktik für den Bau der A44. Was Straßen NRW da betreibt war und ist ja ab zu sehen. Immer mal hier und da ein Stück Autobahn fertig stellen und so bekommt Straßen NRW doch die volle Duschstreckung der A44 durch Wohngebiete. Was den Verkehr entlasten soll, ist ein Trugschluss. Denn Mehr Straßen zieht auch mehr Verkehr an. Das ist unumstößlich. Also keine Entlastung sondern nur für die Wirtschaft, die uns mit noch mehr LKWs Terrorisieren kann. Aber schön, das wir zusehen wie unser NRW zu Betoniert und Geteert wird. Nix mehr mit schönes NRW. In Essen hat man die A44 durch ein Landschaftsschutzgebiet durch getrieben (Velbert bis Baldeneysee/Kupferdreh) Noch unter dem Regime Rüttgers Club / CDU Die SPD macht nur da weiter wo andere gescheitert sind mit freundlicher Unterstützung der Grünen. Wofür standen die mal? Ich weiß es nicht mehr.
bochumerin schrieb am 30.10.2012, 16:01 Uhr:
Ist das wieder so ein politisches Machtspiel ? Blos nicht Alternativen prüfen? Lieber durchs grüne durch und alte Bebauung abreißen? Haben wir hier noch nicht genug Asphalt. Und die Stauß werden doch erst durch die Verkehrsplaner gefördert - Da kann ich mich nur "Realist " und "Pendler " anschließen
Realist schrieb am 30.10.2012, 15:41 Uhr:
Der Ausbau kommt mindestens 20 Jahre zu spät! (Opel macht 2016 dicht!)
Pendler schrieb am 30.10.2012, 14:28 Uhr:
Waaaaahnsinn für welchen Ulk immer wieder Euronen verprasst werden; das Geld liegt hier tatsächlich auf der Strasse - nur leider dort wo es niemand wirklich gebrauchen kann...
Biker schrieb am 30.10.2012, 12:49 Uhr:
Denen fehlt es halt an grünen Spießern, die überall, wo genaut werden soll, noch schnell einen Hamster finden.

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