Hackerangriff gegen Pädophile Datenpfeile gegen Kinderpornos

Seit einigen Tagen geht die Aktivistengruppe Anonymous gegen kinderpornografische Angebote im Netz vor: Bei der "Operation Pedochat" wollen die Hacker einschlägige Webseiten lahmlegen und die Daten von Usern erbeuten.


Aktivisten des internationalen Netzwerks "Anonymous"
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Massenangriff gegen Chatrooms für Pädophile

"In letzter Zeit haben wir beobachtet, dass die Zahl der Websites, auf denen sich Pädophile treffen und kinderpornographische Bilder austauschen, steigt. Wir wollen diese Plage beenden", heißt es in einer Videobotschaft von Anonymous, die unter anderem auf Youtube veröffentlicht wurde. Nach übereinstimmenden Medienberichten sollen seit dem Aufruf am vergangenen Wochenende rund 100 Webseiten mit Denial-of-Service-Attacken angegriffen worden sein. Dabei werden die Websites über ein Netzwerk aus vielen Computern mit unzähligen Anfragen überhäuft - so lange bis sie unter der Datenflut zusammenbrechen. Einige Seiten seien bereits nicht mehr erreichbar, heißt es weiter. Die Aktion hat aber ausdrücklich noch einen zweiten Zweck: Anonymous greift auch die Nutzer der illegalen Angebote an, indem sie ihre Identitäten im Netz veröffentlicht. Hunderte Datensätze, Benutzernamen und E-Mails von Besuchern und Administratoren der Seiten kursieren bereits im Netz, darunter viele belgische und niederländische Profildaten.

NRW-Polizei ermittelt in alle Richtungen

"Wir haben die Aktion im Blick", sagt Frank Scheulen vom Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf. Grundsätzlich könne man die ungesetzlichen Methoden der Hackergruppe nicht tolerieren. Allerdings hindere das die Polizei nicht daran, auch veröffentlichte Nutzerdaten mutmaßlicher Pädophiler für die Strafverfolgung einzusetzen. "Wir kümmern uns um beide Seiten."

Kinderschutzbund NRW äußert Kritik

"Besser wäre eine legale Aktion", sagt Martina Huxoll vom Kinderschutzbund NRW. Grundsätzlich sei es zwar eine gute Sache, solche Seiten lahmzulegen. Mit der Veröffentlichung von Nutzerdaten lade Anonymous allerdings zu Selbstjustiz ein. "Es gilt immer noch die Unschuldsvermutung." Trotz aller Kritik sei es aber gut, dass durch die Aktion das Problem der Kinderpornografie wieder mehr Aufmerksamkeit bekomme. "Dass der aktuelle Zustand nicht befriedigend ist, dürfte wohl jedem klar sein."

Zweiter Angriff auf Pornoseiten

Schon Ende 2011 hatte Anonymous im Rahmen der "Operation Darknet" verschiedene Kinderporno-Tauschbörsen im Internet angegriffen. Die dabei erbeuteten Daten von über 1.500 mutmaßlichen Pädophilen wurden auch damals veröffentlicht. Hauptsächlich handelte es sich dabei um Nutzernamen, E-Mail-Adressen oder Skype- oder Twitternamen – teilweise waren es aber auch Realnamen und Postadressen. In der Netzgemeinde hatte die Aktion für viel Beifall aber auch viel Kritik gesorgt: Es sei nicht sicher, ob die veröffentlichten Daten überhaupt echt seien, so einer der Kritikpunkte. Möglich sei auch ein Identitätsdiebstahl.


Stand: 12.07.2012, 14.54 Uhr


Kommentare zum Thema (25)

letzter Kommentar: 15.07.2012, 20:36 Uhr

anonymiss schrieb am 15.07.2012, 20:36 Uhr:
Völlig richtig!! Selbstjustiz??? Klar - bei einer solch lächerlichen, deutschen schmusejustiz, in welcher jemand f music Download oder mundraub mehr Strafe bekommt, als jemand, der sich jahrelang an teilweise schutzbefohlenen vergeht??? Baaah, ich kotze!!! Und unsere Politiker sind doch ohnehin das dümmste schlechthin..evil lol..
André schrieb am 15.07.2012, 18:48 Uhr:
Ich finde es richtig solche Leute bloß zu stellen. Die armen Kinder. Ich stehe voll und ganz hinter der Aktion von Anonymous, sowas sollten diese echt öfter machen, um diese Schweine aus dem Verkehr ziehen zu können. Weder die die sich solche Videos ansehen noch die die solchge Videos gedreht haben und rein stellen sollten ungestraft davon kommen.
Ano-friend schrieb am 14.07.2012, 02:05 Uhr:
Diese Aktion ist dumm und gefährlich und deshalb distanziere ich mich als Anonymous ernergisch davon. Ich habe nicht alle Seiten gecheckt, aber die, die ich überprüft habe im Rahmen der Pedochat-Aktion, haben nichts mit Kinderpornografie zu tun. Das sind sicherlich halbseidene Seiten, wo sich potenzielle Pädophilie rumtreiben, aber keine Kinderpornoseiten. Da sind Seiten dabei, wo es nicht mal Nacktbilder gibt. Seiten, die von jedermann per google gefunden werden und nur moralisch verwerfbar sind. Schaltet die Seiten aus, die strafrechtlich relevant sind und gebt eure Daten an die Behörden weiter . Alles andere ist Bullshit
Gerhard schrieb am 13.07.2012, 16:39 Uhr:
Jeder Mensch, der ein Kind quält, gehört nicht mehr in die Gesellschaft. Es ist egal in welcher Form diese Quälerei geschieht. Ich persönlich habe gerade mit einem Fall von Kindesmißhandlung durch unseren Staat zu kämpfen.
@Kulturkreis schrieb am 13.07.2012, 13:30 Uhr:
Nicht mitbekommen das deine Lieblingspolitikerin"Zensursula"derartige Dummfugbehauptungen("In Fernost , Afrika, Indien, einigen musl.Staaten sind diese Dinge "normal".) sehr kleinlaut zuruecknehmen musste?Vorhauptabschnippeln mit Paedophilie verwechseln...tststst

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