Zeitungssterben und die Folgen: "Newsweek" nur noch im Netz
Die "Newsweek" liegt am Montag (31.12.2012) zum letzten Mal am Zeitungskiosk aus. Das fast 80 Jahre alte US-Magazin erscheint künftig nur noch im Internet. Die Redaktion sieht sich damit an der Spitze eines Trends. Andere Zeitungen sind 2012 ganz vom Markt verschwunden.

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Erinnerungen an bessere Zeiten
Ein Magazin, das nur im Internet zu lesen ist, und das nach acht Jahrzehnten auf dem Printmarkt: Das ist, glaubt man der Newsweek-Redaktion, keine Kapitulation vor den enormen Problemen, denen sich Verleger heute stellen müssen. Nein, sagt Chefredakteurin Tina Brown in ihrem letzten gedruckten Leitartikel: Das ist die Zukunft. Und "in diesem Geiste haben wir den letzten, bedeutenden Wechsel vollzogen, um das digitale Medium anzunehmen, wie es eines Tages alle unsere Mitbewerber mit demselben Eifer werden tun müssen."
Drei von vier Magazinen ohne Printausgabe
- Audio: US-Magazin bald nur noch online [WDR 2] Claudia Sarre, 31.12.2012, WDR 2 Mittagsmagazin
Brown sieht ihr Magazin damit an der "Spitze der Entwicklung". Den Schritt ins Netz haben andere aber schon vor ihr getan. Das legendäre Fotomagazin "Life" gibt es schon seit 2009 nur noch online, "US News and World Report" folgte ein Jahr später. Nur die Time, die vor 90 Jahren gegründet wurde, wird künftig noch am Kiosk liegen - als letzte der vier klassischen Magazine Nordamerikas.
Hat das Blätterwald-Sterben begonnen?

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Die letzte Ausgabe der FTD
In Deutschland versuchen sich die Zeitungsverleger im medialen Doppelschlag, setzen auf die klassische Druckausgabe und die Zeitung im Netz, vereinzelt auch auf Blogs. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, in denen die Verlagshäuser spätestens seit der Krise im Anzeigengeschäft stecken, werden damit aber nicht kleiner. Die Folge: Anfang November meldete die Frankfurter Rundschau Insolvenz an, eine Woche später wurde das Aus für die "Financial Times Deutschland" verkündet - ein Blatt, das in den zwölf Jahren seines Bestehens nur Verluste gemacht hat. Das Blätterwald-Sterben hat begonnen, heißt es seitdem. Ist er aufzuhalten? Und wenn ja, wie? Darüber wird heftig gestritten. Mehr Heimatflair für die Zeitung, wieder mehr und besser ausgebildetes Personal - das sind zwei der Lösungsvorschläge, die Medienwissenschaftler machen. Auch das Verhältnis zum nicht mehr ganz so neuen Medium muss überdacht werden: Gute Inhalte gibt es offensichtlich nur gegen Geld. Aber den Schritt zur Bezahlschranke, kritisieren die Experten, haben die Verleger bisher nicht gewagt. Und das könnte das Ende von noch mehr Zeitungen bedeuten - online und im Kiosk.
Stand: 31.12.2012, 13.49 Uhr
- "Journalismus muss bezahlt werden" [WDR 5]
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Kommentare zum Thema (1)
letzter Kommentar: 01.01.2013, 17:39 Uhr
- Ubertino da Casale schrieb am 01.01.2013, 17:39 Uhr:
- Ich glaube nicht, dass die ausschließliche Präsenz im Internet das Überleben dieses Blatte sichern wird. Es scheint mir eher ein kapitaler Selbstmord zu sein! In der Masse der Publikationen im Netz geht so eine "Zeitung" einfach unter. Insofern ist nicht zu hoffen, dass sich "Newsweek" damit an die Spitze einer Entwicklung gesetzt hat.
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