Bonn Letzte Spielzeit

Von Vera Lisakowski

Eine Bonner Inszenierung wurde zum Berliner Theatertreffen 2012 eingeladen - ein Erfolg für Intendant Klaus Weise. Trotzdem wird er Bonn verlassen, weiter kürzen wollte er nicht mehr.


Klaus Weise, Intendant des Theaters Bonn
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Klaus Weise hat seinen Vertrag in Bonn nicht verlängert

Schon 2008 wurde am Theater Bonn die Tanzsparte gestrichen, sie wird seitdem nur noch mit Gastspielen bedient. Ab 2013 sollte Intendant Klaus Weise noch einmal 3,5 Millionen Euro sparen, bei einem Gesamtetat von 34 Millionen. Das wollte der Intendant nicht mittragen, Weise schmiss hin, ist gar nicht mehr in Verhandlungen über seine Vertragsverlängerung über 2013 hinaus eingetreten. Die jetzige Spielzeit kann er aber noch wie geplant durchführen.

Ab 2013/14 wird Bernhard Helmich Intendant in Bonn sein. Er muss dann mit einem geringeren Gesamtetat auskommen. Zwar wird der Zuschuss der Stadt ab der Spielzeit 2013/14 nur geringfügig gekürzt, nur ist das Theater dann auch gezwungen, die Tariferhöhung aus dem laufenden Etat zu zahlen. Diese de facto Kürzung von 3,5 Millionen Euro kann dazu führen, dass weniger Aufführungen gespielt werden können, was wiederum die Berechnung des Gesamtetats schwierig macht, weil dann Einkünfte wegfallen.

Falls Helmich mit dem gekürzten Etat aber gar nicht hinkommen sollte, hat die Stadt einen Zuschuss auf Zeit zugesagt, um dem neuen Intendanten den Start in Bonn etwas zu erleichtern. Helmich plant derzeit seine erste Spielzeit unter den dann schwierigeren Bedingungen. Dabei muss er auch überlegen, wen vom künstlerischen Personal er in Bonn behalten möchte und welche Positionen er neu besetzt. Eine erste Entscheidung ist bereits bekannt geworden: Nicola Bramkamp, noch Dramaturgin am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, wird ab 2013 neue Schauspieldirektorin am Theater Bonn.

IntendantKlaus Weise (seit 2003, bis 2013)
SpartenOper, Schauspiel
Gesamtetat34 Millionen Euro
(Das Orchester wird von der Stadt finanziert, die Oper zahlt für gespielte Vorstellungen)
Zuschuss der Stadt27,1 Millionen Euro
Plätze1038 (Oper); 468 (Kammerspiele), max. 176 (Werkstatt), max. 650 (Halle Beuel)
Besucher (2011/12)200.000
Auslastung76 Prozent
Premieren (2012/13)20
Mitarbeiter396
Durchschnittlicher Erlös pro Besucher (2010/11)24 Euro
Betriebskostenzuschuss pro Besucher (2010/11)154 Euro

Die Angaben in der Tabelle stammen vom Theater Bonn oder wurden der Theaterstatistik 2010/11 des Deutschen Bühnenvereins entnommen.