Wuppertal Glück im Unglück

Von Vera Lisakowski

Die Stadt kürzt ihren Zuschuss für das Theater, dafür springt die stadteigene Sparkasse ein. Ein interessantes Konstrukt, das dem Theater hilft, beide Sparten zu erhalten.


Schauspielhaus Wuppertal
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Die Wuppertaler Bühnen nutzen nur noch das Foyer des Schauspielhauses

Schon im Jahr 2009 hatte die Stadt angekündigt, den Wuppertaler Bühnen in Zukunft zwei Millionen Euro weniger geben zu können. In der vergangenen Spielzeit kam diese Ankündigung erneut – und nun wird es auch realisiert. 72 Millionen Euro muss die Stadt Wuppertal jährlich einsparen und wird den Betriebskostenzuschuss für das Theater bis 2016 von 10,8 Millionen Euro auf 8,8 Millionen Euro reduzieren. Doch die Wuppertaler haben Glück: Die stadteigene Sparkasse springt ein, 1,2 Millionen Euro wird sie dem Theater jährlich zahlen, ohne dass dies zu Lasten anderer Förderprojekte der Sparkasse geht.

Im Theateretat fehlen dann allerdings immer noch 800.000 Euro, die Intendanten überlegen jetzt, wo es möglich ist, kleine Summen zu sparen, um auf die Gesamtsumme zu kommen. Auch wer die Tariferhöhung tragen wird, ist noch nicht klar. Die Stadt hat sich aber zum Erhalt der beiden Sparten Oper und Schauspiel bekannt.

Eine zentrale Rolle bei der zukünftigen Entwicklung der Wuppertaler Bühnen spielt das Schauspiel, das derzeit weniger erfolgreich ist, als das Musiktheater. Noch ist es im Foyer des grundlegend renovierungsbedürftigen Schauspielhauses untergebracht, die Sonderbetriebsgenehmigung wurde für diese Spielzeit noch einmal verlängert. Um das Schauspiel zu stärken und wieder mehr Publikum anzuziehen, soll es umziehen. In der Nähe des Opernhauses wurde ein Gebäude gefunden, in dem sich eine kleine Spielstätte mit 160 Plätzen unterbringen ließe. Diese hofft man nun, mit Hilfe von Firmen, Stiftungen und dem Freundeskreis, finanzieren zu können. Das alte Schauspielhaus würde man nur zu gerne der Stadt überlassen, die es einer anderen kulturellen Nutzung zuführen will - vielleicht als Erweiterungsfläche für das Von-der-Heydt-Museum.

IntendantenSchauspiel: Christian von Treskow, Oper: Johannes Weigand (beide seit 2009)
SpartenSchauspiel, Oper (Orchester und Tanztheater sind eigenständige Betriebe)
Gesamtetat13 Millionen Euro
Zuschuss der Stadt10,8 Millionen Euro
Plätze756 (Opernhaus), 126 (Kleines Schauspielhaus)
Besucher (2011/12)60.000 (nur Wuppertal; 70.000 mit Remscheid und Solingen)
AuslastungOper: 75 Prozent, Schauspiel: 69 Prozent
Premieren (2012/13)21 (15 Schauspiel, 6 Musiktheater)
Vorstellungen (2011/12)309
Mitarbeiter210
Durchschnittlicher Erlös pro Besucher (2010/11)18 Euro
Betriebskostenzuschuss pro Besucher (2010/11)174 Euro

Die Angaben in der Tabelle stammen von den Wuppertaler Bühnen oder wurden der Theaterstatistik 2010/11 des Deutschen Bühnenvereins entnommen.