Moers: Schließung abgewendet?
Das kleinste Stadttheater Deutschlands muss sich immer wieder in Kürzungsdebatten behaupten. Gerade ist es dem Intendanten gelungen, das Schlosstheater vor der Schließung zu bewahren.

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Intendant Ulrich Greb hat in der Spielzeitpause um sein Haus gekämpft
Noch kurz vor der Sommerpause sah es so aus, als würde das Schlosstheater Moers 2015 geschlossen, stand es doch auf einer Streichliste der Stadt. Der Grund dafür liegt – so komisch es auch klingen mag – an einer finanziellen Förderung, die die Stadt erhält: Moers ist im "Stärkungspakt Stadtfinanzen" und der sieht vor, dass klamme Kommunen vom Land NRW finanzielle Zuschüsse erhalten. Als Gegenleistung müssen die Städte bis 2018 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Da wird gespart, wo es eben geht.
Im kleinsten Stadttheater Deutschlands wurde schon in den vergangenen Jahren stark gekürzt. Unter anderem wurden seit 2010 jedes Jahr 50.000 Euro eingespart und das Theater muss die Tariferhöhung selbst schultern. Intendant Ulrich Greb hat in der Sommerpause viele Gespräche in der Stadt geführt, auch erklärt, dass der Spareffekt bei einer Theaterschließung möglicherweise gar nicht so groß wäre, wie gedacht: Zwar läuft sein Vertrag als Intendant 2015 aus, aber andere laufende Verträge müssten auch weiterhin erfüllt werden. Er hatte Erfolg: In der jüngsten Sparliste, die am 26. September 2012 beschlossen werden soll, taucht das Theater nicht mehr auf.
| Intendant | Ulrich Greb (seit 2003) |
| Sparten | Schauspiel |
| Gesamtetat | 1,58 Millionen Euro |
| Zuschuss der Stadt | 1,22 Millionen Euro |
| Plätze | 99 (Schlosstheater), 60 (STM-Studio), 70 (Kapelle), 25 (Pulverhaus), 120 (Theaterhalle), 350 (Freilichtbühne) |
| Besucher (2011/12) | 26.500 |
| Premieren (2012/13) | 7 |
| Vorstellungen (2011/12) | 507 |
| Mitarbeiter | 21 |
| Durchschnittlicher Erlös pro Besucher (2010/11) | 14 Euro |
| Betriebskostenzuschuss pro Besucher (2010/11) | 125 Euro |
Die Angaben in der Tabelle stammen vom Schlosstheater Moers oder wurden der Theaterstatistik 2010/11 des Deutschen Bühnenvereins entnommen.
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