Duisburg Rheinoper bleibt

Von Vera Lisakowski

Keine Oper mehr in Duisburg? Kein Ballett? Vor der Sommerpause wurden viele Spar-Szenarien durchgespielt. Doch die Rheinoper und ihr Publikum wehrten sich. Mit Erfolg.


Das Theatergebäude in Duisburg
Bild 1 vergrößern +

Das Theater Duisburg bleibt Spielstätte der Rheinoper

Die Duisburger und die Düsseldorfer Oper bilden seit 1956 eine Theatergemeinschaft, die "Deutsche Oper am Rhein". Die Inszenierungen von Oper und Ballett werden in beiden Häusern gezeigt, nur so rentiert sich dieser Betrieb, der über das größte Ensemble in Deutschland verfügt. Ende Juli dieses Jahres hätte der Kooperationsvertrag der beiden Städte ab 2014 für fünf Jahre verlängert werden sollen. Duisburg ist jedoch zu großen Sparmaßnahmen verpflichtet, 20 Prozent hätten es auch im Kulturresort sein sollen. So sah der Kulturdezernent keine andere Möglichkeit mehr, als sich von der Theaterehe zurückzuziehen. Ob dies jedoch überhaupt den gewünschten Sparerfolg gebracht hätte, ist fraglich. Das Theatergebäude in Duisburg sollte für Konzerte und Schauspiel weitergenutzt werden, hätte also auch weiter finanziert werden müssen, genauso wie die Angestellten. Und wie könnten die Duisburger Philharmoniker ausgelastet werden, die bislang einen Großteil ihrer Dienste für die Oper leisten?

Der Protest in Duisburg wie Düsseldorf war groß, eine von der Oper angestoßene Petition wurde von 63.000 Menschen unterzeichnet. Daraufhin beschloss der Duisburger Stadtrat, nicht aus der Theatergemeinschaft auszusteigen, der Kooperationsvertrag soll nun Ende Oktober doch für fünf Jahre verlängert werden. Dennoch wird der Duisburger Zuschuss ab 2014 um eine Million Euro gekürzt. Und so wird nun überlegt, wie diese Summe eingespart werden kann. Die Streichung der Ballettsparte in Duisburg und dafür gegebenenfalls eine Zusammenarbeit mit anderen Städten ist nur eine der Überlegungen.

IntendantChristoph Meyer (seit 2009)
SpartenOper, Tanz
Gesamtetat43,4 Millionen Euro
Zuschuss der StadtDüsseldorf 23,8 Millionen Euro / Duisburg 10,5 Millionen Euro
(Die beiden Orchester werden von den Städten finanziert)
Plätze1.118 (Duisburg), 1.296 (Düsseldorf)
Besucher (2011/12)249.000
Premieren (2012/13)16 (11 Oper, 5 Tanz)
Vorstellungen (2012/13)Düsseldorf 180, Duisburg 108
Mitarbeiter588
Durchschnittlicher Erlös pro Besucher (2010/11)30 Euro
Betriebskostenzuschuss pro Besucher (2010/11)146 Euro

Die Angaben in der Tabelle stammen von der Deutschen Oper am Rhein oder wurden der Theaterstatistik 2010/11 des Deutschen Bühnenvereins entnommen.