Programm Ruhrfestspiele 2013 Motto "Aufbruch und Utopie"

Nina Hoss, Harry Rowohlt, Josef Bierbichler - diese und andere prominente Schauspieler werden bei den Ruhrfestspielen 2013 auf der Bühne stehen. Am Dienstag (29.01.2013) wurde das Programm unter dem Motto "Aufbruch und Utopie" vorgestellt.


Nina Hoss

Die Ruhrfestspiele gehen in diesem Jahr zurück zu den Wurzeln der Moderne. Unter dem Motto "Aufbruch und Utopie" bringt das Festival in Recklinghausen Stoffe des frühen 20. Jahrhunderts auf die Bühne. Die Festspiele widmeten sich bedeutenden Vertretern der Epoche wie Gerhart Hauptmann, Hans Fallada oder Henrik Ibsen, deren Literatur bis heute von hoher Aktualität sei, erläuterte Intendant Frank Hoffmann bei der Programm-Vorstellung am Dienstag (29.01.2013) in Recklinghausen.

"Wir wollen zeigen, wie deutschsprachige Literatur auf völlig pazifistische Weise führend in der Welt war", sagte Hoffmann. Das Theater lebe von Utopien, erklärte er das Motto der 67. Ruhrfestspiele weiter. Und auch die großen sozialen Probleme der damaligen Jahrhundertwende gebe es noch. "Es ist eine Zeit der Explosion der Ideen, der Theorien, der Leidenschaften", warb Hoffmann für das diesjährige Festival-Thema. Die Festspiele laufen vom 1. Mai bis zum 16. Juni. Sie gehören zu den bekanntesten Kulturfestivals Deutschlands.

Prominente Künstler

In diesem Jahr setzen die Macher erneut auf Prominenz der deutschen Film- und Theaterlandschaft. So wird etwa die vielfach preisgekrönte Nina Hoss im Eröffnungsstück "Hedda Gabler" zu sehen sein. "Hedda Gabler ist ein brennendes, gegenwärtiges Bild einer Frau", sagte der Intendant des Deutschen Theaters, Ulrich Khuon. "Wir haben insgesamt ein sehr weibliches Festival", sagte Hoffmann. "Die Frauenfiguren stehen im Zentrum."

Aufführungen im Industriegebiet

Sechs Uraufführungen wird es in Recklinghausen geben: Unter anderem wird das Stück "Brandung" von Maria Milisavljevic, der diesjährigen Gewinnerin des Kleist-Förderpreises, zum ersten Mal zu sehen sein. Darin geht es um eine junge Frau, die verschwunden ist und von ihren Freunden gesucht wird. "Es geht um Verlust und die plötzliche Leere", sagte Milisavljevic. Die Uraufführungen werden in der Industriehalle König Ludwig 1/2 stattfinden.


Harry Rowohlt

Harry Rowohlt liest bei den Ruhrfestspielen

Josef Bierbichler mimt Thomas Manns Aschenbach in "Der Tod in Venedig". Birgit Minichmayr und Tobias Moretti sind in Schönherrs "Der Weibsteufel" zu sehen. Es gibt Lesungen mit den bekannten Stimmen von Harry Rowohlt, Hannelore Hoger und Corinna Harfouch.

Außerdem stehen Kabarett und ein Theaterstücke für Kinder und Jugendliche auf dem Programm. Zum Abschluss des Festivals am 15. Juni wird die deutsche Band "Die Fantastischen Vier" im Recklinghäuser Stadtgarten ein Open-Air-Konzert geben.

Mit 100 Produktionen sind die Ruhrfestspiele Recklinghausen in diesem Jahr weiter gewachsen. Im vergangenen Jahr lockten Sprech- und Tanztheater, Lesungen und Kabarett nahezu 80.000 Besucher in die Ruhrgebietsstadt.


Stand: 29.01.2013, 16.23 Uhr




Kulturnachrichten

  • Kulturpreis der Wirtschaft für Clemens J. Setz

    Der Literaturpreis der deutschen Wirtschaft geht in diesem Jahr an den österreichischen Schriftsteller Clemens J. Setz. Nach Ansicht der Jury setzt sich Clemens J. Setz in seinem Romanen mit den Gefahren seelischer Belastung auseinander und erzählt seine Geschichten mit subtilem Horror und grotesken Ideen. Sein letzter Roman "Indigo" stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Die Auszeichnung des Kulturkreises der Wirtschaftsverbände ist mit 20.000 Euro dotiert. Den diesjährigen Poesiepreis erhält Nora Gomringer für ihren Zyklus "Monster-Poems". Diese Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro verbunden.

  • "The Doors"- Keyboarder Ray Manzarek gestorben

    Der Mitbegründer der Rockgruppe "The Doors", Ray Manzarek, ist tot. Er starb im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit in einer Klinik in Deutschland. Der Keyboarder Ray Manzarek hatte "The Doors" 1965 zusammen mit dem Sänger Jim Morrison in Kalifornien gegründet. Mit Songs wie "Light My Fire" und "Riders on the Storm" wurde die Band weltbekannt. Ray Manzarek sorgte mit seinem Keyboard für den unverwechselbaren Sound der Rockband. Zwei Jahre nach dem Tod von Jim Morrison 1971 löste sich die Gruppe auf.

  • Alfred-Kerr-Preis für Julia Häusermann

    Zum Abschluss des 50. Berliner Theatertreffens sind zwei Preise verliehen worden. Der Alfred-Kerr-Darstellerpreis ging an Julia Häusermann. Die Schweizerin kam mit dem Down-Syndrom zur Welt. Julia Häusermann überzeugte den Alleinjuror Thomas Thieme mit ihrer Leistung in dem Stück "Disabled Theater" des französischen Choreografen Jérome Bel, ein Projekt des Theater Hora in Zürich. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird für besondere Leistungen einer Nachwuchsschauspielerin verliehen. Den 3sat-Preis für eine innovative künstlerische Leistung erhielt die Schauspielerin Sandra Hüller. Sie wurde für ihre Darstellung in Elfriede Jellineks Stück "Die Straße. Die Stadt. Der Überfall" in einer Inszenierung der Münchner Kammerspiele von Johan Simons geehrt. Diese Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.

  • Die "Kleine Hexe" von Otfried Preußler ohne "Negerlein"

    Die Neuauflage des Kinderbuchs "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler ist sprachlich überarbeitet worden. Wie die Tageszeitung Die Welt berichtet, sind Figuren wie das "Negerlein" und die "Türken" gestrichen worden. Stattdessen hat es die kleine Hexe mit "Cowboys" und "Messerwerfern" zu tun. Aus dem "Hottentottenhäuptling" sei ein "Seeräuber" geworden. Der im Februar verstorbene Otfried Preußler soll die Textänderungen nach Angaben seiner Töchter noch selbst vorgeschlagen haben, nachdem er sich zuvor lange gegen eine Überarbeitung gesträubt hatte. Der Kinderbuchklassiker soll in der neuen Fassung Mitte Juli erscheinen.

  • Europäisches Museum des Jahres steht in Glasgow

    Das Riverside Museum für Reisen und Transport in Glasgow ist das Europäische Museum des Jahres 2013. Das schottische Ausstellungshaus wurde für seine besonders publikumsfreundliche Präsentation ausgezeichnet. Das entschied die Jury des European Museum Forum. 2010 war das Ozeaneum in Stralsund als europäisches Museum des Jahres geehrt worden.

  • Yahoo übernimmt Blogging-Plattform Tumblr

    Der Internetkonzern Yahoo kauft die Blogging-Plattform Tumblr. Der Kaufpreis von rund 855 Millionen Euro wurde von dem Unternehmen bestätigt. Auf der 2007 gegründeten Plattform veröffentlichen Online-Autoren derzeit über 100 Millionen Blogs. Mit der Übernahme will Yahoo mehr junge Internetnutzer erreichen und mit Facebook in Konkurrenz treten.

  • Fotoausstellung in New York sorgt für Ärger

    In New York sorgt eine Kunstausstellung mit Fotos aus dem alltäglichen Leben für Ärger. Unter dem Titel "die Nachbarn" zeigt eine Galerie Aufnahmen, die der Fotograf Arne Svenson ohne das Wissen der Menschen in seiner Nachbarschaft gemacht hatte. Er fotografierte aus seiner Wohnung heraus mit einem Teleobjektiv durch die Fenster in andere Häuser hinein. Einige Nachbarn reagierten empört. Sie sehen sich in ihrer Privatsphäre gestört. Der Fotograf sieht das anders, er habe lediglich die tägliche Routine studiert, Gesichter seien auf den Abbildungen nicht zu sehen. Mittlerweile wurde einige Fotografien für mehrere Tausend Euro verkauft.

  • Historiker Ernst Klee gestorben

    Der Historiker und Buchautor Ernst Klee ist im Alter von 71 Jahren in Frankfurt am Main gestorben. Er erwarb sich internationales Renomme mit seinen Schriften zu den Verbrechen der Nationalsozialisten an behinderten und psychisch kranken Menschen. 1983 erschien sein Buch "Euthanasie im NS-Staat". Die Vernichtung lebensunwerten Lebens", in dem er bis dahin weitgehend unbekanntes Archivmaterial öffentlich machte. Im August soll sein letztes Buch über das Konzentrationslager Auschwitz herauskommen. Ernst Klee arbeitete auch als Filmemacher. Für seinen Film über das Leben eines Kleinwüchsigen wurde er 1982 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

  • Erstes Kölner Festival der Philosophie im Juni

    In Köln findet im Juni erstmals ein Festival der Philosophie statt. Die "Phil.Cologne" steht unter dem Motto "Die Suche hat begonnen...". In 44 Veranstaltungen geht es um den aufrechten Gang, den Tod, den Weltraum und auch um Fußball. Zu den Veranstaltungen werden Philosophen wie Richard David Precht, Oskar Negt und Rüdiger Safranski erwartet, aber auch die frühere Bischöfin Margot Käßmann und Astronaut Reinhold Ewald. Die "Phil.Cologne" ist eine Tochter des etablierten Literaturfestivals "Lit.Cologne", das in diesem Jahr mehr als 90.000 Besucher anzog. Das Festival der Philosophie beginnt am 26. Juni und dauert fünf Tage.

  • Wagner-Nachlass soll in öffentliches Archiv

    Die Bayreuther Festspielchefin Katharina Wagner will den Nachlass ihres Vaters Wolfgang in Kürze dem Bayerischen Staatsarchiv zur Verfügung stellen. Im Gespräch mit dem Berliner Tagesspiegel sagte sie, damit habe die Forschung Zugang zu dem Material. Nachlässe des Wagner-Clans sind von besonderer Brisanz, weil die Familie in der NS-Zeit einen engen Umgang mit den Nazi-Größen pflegte. In den vergangenen Jahren wurde diskutiert, wie mit dem Nachlass Wolfgang Wagners umgegangen werden soll. Der Enkel von Richard Wagner hatte die Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg übernommen und sich auch mit der braunen Vergangenheit der Familie auseinandergesetzt. Er starb 2010.

  • Andris Nelsons wird Chefdirigent in Boston

    Der Lette Andris Nelsons wird neuer Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra. Das Orchester zählt zu den fünf bedeutendsten in den USA. Es nominierte den 34-Jährigen als 15. Musikdirektor seit seiner Gründung vor mehr als 100 Jahren. Nelsons löst James Levine ab, der den Posten seit 2004 innehatte. Nelsons leitete bis 2009 die Nordwestdeutsche Philharmonie in Herford und arbeitete in letzten Jahren mehrfach mit dem WDR Sinfonieorchester Köln zusammen.