Pussy Riot-Mitglied im Fernsehinterview: "Ich würde es wieder tun"
Der Auftritt mit weißer Sturmhaube mutete befremdlich an, aber die Aktivistin der russischen Band "Pussy Riot" wollte im Interview mit dem ARD Morgenmagazin lieber unerkannt bleiben. Am Donnerstagabend (06.12.12) erhielten zwei Aktivistinnen der Gruppe einen "1LIVE Krone"-Sonderpreis.
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Video:
Sonderpreis 1LIVE Krone für Pussy Riot
(01:09 Min.)
WDR aktuell vom 06.12.2012
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Sonderpreis 1LIVE Krone für Pussy Riot
In der Begründung von 1LIVE heißt es dazu, Pussy Riot werden ausgezeichnet, weil sich die Gruppe "mutig gegen staatliche Bevormundung und für das Recht auf freie Meinungsäußerung in Russland" einsetze und "nun dafür einen hohen Preis bezahlen".
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Deckname "Kater"
Im ARD Morgenmagazin erklärte die Aktivistin mit dem Decknamen "Kater" im Interview mit Moderator Sven Lorig, wenn sie die Wahl hätte, würde sie es wieder machen, vielleicht sogar etwas "Radikaleres." Sie trat als Teil der Kreml-kritischen Punkband Pissy Riot aus Sicherheitsgründen mit einer Sturmhaube - dem Markenzeichen der Band - vor die Kamera. Auch ihre Stimme wurde verfälscht.
Sie sorge sich um die beiden inhaftierten Kolleginnen, sagte die junge Frau weiter. Mit ihrer Anwesenheit in Deutschland wolle sie die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit darauf lenken, dass die anderen Mädchen im Straflager sind. Drei Bandmitglieder waren im August wegen einer Performance gegen Putin in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Eine Angeklagte wurde später die Gefängnisstrafe erlassen, die beiden anderen Musikerinnen kamen in Straflager.
"Reden, um zu verändern"
Sie selbst habe Angst, sagte "Kater" im Interview. Doch die Situation in Russland, vor allem die Verknüpfung von Politik und Religion, sei so schlimm, dass man "so viel wie möglich darüber reden muss, um etwas verändern zu können". Die Aktivistin verteidigte die Protestaktion ihrer Band in der Kirche, die "zu Irritationen führte". Sie glaube aber nicht, dass sie falsch gehandelt habe.
Weitere Aktionen von Pussy Riot seien zurzeit nicht geplant. "Momentan müssen wir versuchen, vor einem internationalen Gerichtshof in Berufung zu gehen, um die Mädchen herauszubekommen."
Stand: 06.12.2012, 13.43 Uhr
Kommentare zum Thema (33)
letzter Kommentar: 09.12.2012, 16:58 Uhr
- Baldrian schrieb am 09.12.2012, 16:58 Uhr:
- Lieber Pascal, ich bitte Sie aufrichtig um Verzeihung, denn eigentlich wollte ich schreiben: ,,...oder sich selbst über das ganze Gesicht die Deutschmichelmütze herunterziehen und auf einen Nobelpreis warten. Sie erwähnten diesen Preis, schrieben aber leider nicht wofür. - Präsident Putin schrieb an Hinterbliebene Solschenizyns neben anderen Sätzen auch: „Solschenizyn war vielseitig begabt, enzyklopädisch gebildet und geistig stark. Er war ein wahrer Vertreter der russischen Intelligenz und eine Persönlichkeit von planetarem Ausmaß. - Die russische Bevölkerung freute sich, als die Begegnung Solschenizyns mit Putin eine neue Zeit Solschenizyns wieder mit Russland vereinte und mit einem russischen Präsidenten dafür hatte. Eine Kapuze hat eine gute Opposition also nicht nötig. Ich würde Kindern überhaupt Opposition spielen untersagen lassen. Es geht um wichtige Angelegenheiten und oft um Krieg oder Frieden. - Ich wünsche allen einen erholsamen und friedvollen Sonntag.
- Baldrian schrieb am 09.12.2012, 16:11 Uhr:
- @Pascal. - Welcher Wagemut? Das Kapuzengetue soll unerstellen bzw. andeuten, dass man schon sein Gesicht verbergen muss, wenn man seinen unqualifizerten Mund nicht halten will. Wie kommen Sie zu der frechen Behauptung, dass Putin ein Despot sei. Sie haben überhaupt keine Ahnung, was in Russland war, ist und sein wird. Deswegen, bevor Sie mit dem Betroffenen nicht selbst einen anständigen Gedankenaustausch auf entsprechender Ebene zu dieser Frage stattfinden lassen können, sollten auch Sie besser den Mund halten oder sich selbst über das ganze Gesicht die Deutschmichelmütze herunterzuziehen und keinen Quatsch schreiben.
- Pascal schrieb am 09.12.2012, 12:47 Uhr:
- @Blaise: Ihres gleichen sollte Einhalt geboten werden. Was haben die Mädels denn schon schlimmes gemacht? In einer Kirche gegen den Despoten Putin demonstriert. Das ist eher zu bewundern als zu verurteilen. Ich finde es sehr gut, dass diese mutigen Mädels hier in Deutschland dafür mit dem "1LIVE Krone"-Sonderpreis" ausgezeichent worden sind. verdient hätten sie einen Nobelpreis! Religion und Kirche werden heute leider immer noch von einigen Gestrigen völlig überbewertet. Die russische Kirche in der diese wagemutigen Mädels ihren anti Putin Song aufgeführt haben steht doch noch und hat auch sonst keinen Schaden genommen. Sie sollten ihr Geld besser für sich und eine Threapie ausgeben statt es für unsinnige Zwecke auszuloben.
- WDR.de schrieb am 09.12.2012, 12:28 Uhr:
- @ria: Der Beitrag wurde gelöscht, bitte diskutieren Sie sachlich und respektvoll, hier soll konstruktiv diskutiert werden.
- Dumm und Dümmer schrieb am 09.12.2012, 02:11 Uhr:
- Zwei dieser "Künstlerinnen" sitzen im Gulag und was soll jetzt dieses Possenspiel mit den Strickmasken, die eigentl immer ein Markenzeichen der Band waren. Wer soll denn nun darunter stecken, wenn nicht die beiden in Freiheit? Ich schätze mal, gar keine von Pussy-Riot war dort. Eine lustige Showveranstaltung und der WDR in der ersten Reihe
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