Interaktives Rheinkultur-Panoramafoto Das größte Festivalpanorama Deutschlands

Das Publikum auf dem Bonner Rheinkulturfestival stand am Samstag (02.07.2011) im Mittelpunkt. Hier wurde vor der blauen Bühne das größte deutsche Festivalpanorama produziert: Aus mehr als 500 Fotos entstand ein über fünf Gigapixel großes Bild.


Das Bild verfügt über eine beeindruckende Zoom-Tiefe. Zum Vergleich: Eine ausgedruckte Version dieses Panorama-Fotos wäre ähnlich groß wie etwa 1.000 aneinandergelegte Bilder aus einer herkömmlichen Digitalkamera. Für das Rheinkultur-Festival-Motiv bedeutet das: Auch wer bei den Aufnahmen während des Auftritts der Band Jupiter Jones in den hinteren Reihen - weit über 100 Meter von der blauen Bühne entfernt - stand, kann ziemlich sicher sein, dass er sich auf der WDR-Internetseite wieder finden wird. Wer über einen Facebook-Zugang verfügt, kann sich (oder seine Freunde) auch direkt im Bild markieren.

Zusammenarbeit mit Fotograf des Wembley-Panoramas

Umgesetzt wurde das technisch aufwändige WDR-Internetprojekt in Zusammenarbeit mit einem Spezialisten auf dem Gebiet der Gigapixel-Fotografie: Jeffrey Martin, ein in Prag lebender amerikanischer Fotograf, sorgte erst vor wenigen Wochen mit einem Riesenpanorama des Londoner Wembley-Stadions für Aufsehen. Seine während des englischen Fußballpokalfinale entstandenen Aufnahmen wurden zu einem hochauflösenden 360°-Rundumblick im mit 90.000 Zuschauern ausverkauften Stadion zusammengesetzt.

Computer mit 192 Gigabyte Arbeitsspeicher

Die etwa 500 Aufnahmen des Rheinkultur-Publikums wurden mit einer Profi-Spiegelreflexkamera gemacht, die computergesteuert auf einem Stativ am Bühnenrand rotierte. Aus jedem Blickwinkel fokussierte die Kamera dabei stufenweise. Anschließend begann die eigentliche Arbeit am Computer: Die sich leicht überlappenden Aufnahmen müssen "gestitched" (englisch für "nähen"/"heften") werden. Durch die Überlappung enstehen so genannte "Geisterbilder", bei denen fotografierte Objekte mehrmals zu sehen sind. Sie müssen bei der Nachbearbeitung entfernt werden. Die Rechenleistung eines herkömmlichen PC reicht dafür nicht ansatzweise aus: Jeffrey Martin und seine tschechischen Kollegen haben stattdessen mit einem Computer gearbeitet, der über 192 Gigabyte Arbeitsspeicher und 24 parallel arbeitende Prozessoren verfügt. Seit Montag (04.07.2011) kann dann jedes einzelne der 5.000 Millionen Pixel im Internet unter http://www.riesenfoto.wdr.de betrachtet werden.

Hinweis zum Datenschutz: Die Besucher der Rheinkultur wurden beim Betreten des Festivalgeländes und im Verlauf des Festivaltages über die Foto-Aktion informiert. Seit dem Start der Seite am 04.07.2011 hat jeder, der auf dem Bild zu sehen ist, die Möglichkeit, sich verpixeln zu lassen. Die Aktion berücksichtigt die in Deutschland geltenden Datenschutzbestimmungen. Weitere Informationen, auch zur Anonymisierung, finden sich auf einer Hilfeseite mit vielen Informationen zum Gigapixelpanorama.



Kulturnachrichten

  • Bau der Elbphilharmonie kann weitergehen

    Die Bauarbeiten an der Hamburger Elbphilharmonie können weitergehen. Die Hamburger Bürgerschaft hat in einer Sondersitzung den neu ausgehandelten Verträgen zwischen der Stadt und dem Bauunternehmen Hochtief zugestimmt. Danach übernimmt der Essener Konzern nun sämtliche Risiken und baut das Konzerthaus bis 2016 zum Gesamtpreis von 575 Millionen Euro zu Ende. Die Gesamtkosten für das Projekt inklusive aller Neben- und Planungsposten belaufen sich inzwischen auf 789 Millionen Euro. Das ist zehnmal so viel wie ursprünglich geplant.

  • Rheingau-Musikpreis an Pianist Fazil Say

    Mit dem Rheingau-Musikpreis wird in diesem Jahr der türkische Pianist und Komponist Fazil Say ausgezeichnet. Die Jury nannte ihn einen Ausnahmekünstler mit "unverwechselbarem Gestaltungswillen" und einen Brückenbauer zwischen musikalischen Welten. Fazil Say gibt in diesem Jahr mehrere Konzerte beim Rheingau-Musik-Festival. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Das Preisgeld stellt das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst zur Verfügung.

  • Wieland-Übersetzerpreis an Eike Schönfeld

    Der Wieland-Übersetzerpreis geht in diesem Jahr an Eike Schönfeld. Er erhält die Auszeichnung für seine Übersetzung des amerikanischen Klassikers "Winesburg, Ohio" von Sherwood Anderson. Zur Begründung hieß es, Schönfeld bilde die schmucklose und zugleich hoch artifizielle Sprache mit Präzision und großem Einfühlungsvermögen im Deutschen nach. Es gelinge ihm, das klassische Werk dem heutigen Leser neu zu erschließen. Eike Schönfeld lebt in Hamburg. Er übersetzt seit fast dreißig Jahren englischsprachige Literatur, darunter Werke von J. D. Salinger, Nicholson Baker, Saul Bellow und Jonathan Franzen. Der mit 12.000 Euro dotierte Preis wird unter anderem vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium vergeben.

  • Kölner Musiker unterstützen Orchester im Irak

    Mitglieder des Kölner Gürzenich-Orchesters unterstützen junge Musiker im Irak. Sieben Musiker des Orchesters werden in der kommenden Woche in den kurdischen Teil des Landes reisen, um dort Mitglieder des Nationalen Irakischen Jugendorchesters zu unterrichten. Es ist das erste Mal, dass im Irak Meisterkurse für Musik stattfinden. Das irakische Jugendorchester wurde 2009 gegründet und vereint Nachwuchsmusiker aus allen Teilen des Landes. Vor zwei Jahren war das Jugendorchester beim Bonner Beethovenfest zu Gast.

  • Unbekannte Maya-Stadt in Mexiko entdeckt

    Archäologen haben im Osten Mexikos eine bislang unbekannte Maya-Stadt entdeckt. Wie die mexikanischen Behörden mitteilten, liegt sie in einem Naturschutzgebiet im Bundesstaat Campeche verborgen. Die Stadt umfasste mehr als 22 Hektar und hatte ihre Blütezeit zwischen 600 und 900 nach Christus. Nach den Erkenntnissen der Archäologen gab es in der Maya-Stadt pyramidenförmige und palastartige Bauwerke von bis zu 23 Metern Höhe, aber auch Wohnhäuser und Sportplätze. Die Wissenschaftler fanden außerdem Stelen und Altäre, von denen einige noch mit Stuck geschmückt sind.

  • Koblenzer Seilbahn kann vorerst bleiben

    Die Seilbahn über den Rhein bei Koblenz kann vorerst bleiben. Das Welterbekomitee der Unesco hat den Betrieb der Anlage bis zum Jahr 2026 erlaubt. Die Seilbahn war zur Bundesgartenschau in Koblenz vor zwei Jahren aufgebaut worden. Ein beratendes Gremium hatte empfohlen, die Seilbahn wieder abzubauen, um den Status des Mittelrheintals als Weltkulturerbe nicht zu gefährden. Gleichzeitig sprach sich das Welterbekomitee gegen die Sommerrodelbahn auf der Loreley aus und verlangte deren Abbau. Auch geplante Hotelbauten auf dem Felsen lehnte die Unesco ab, um die einzigartige Kulisse am Mittelrhein nicht zu stören.

  • Himmelsscheibe jetzt Weltdokumentenerbe

    Die Unesco hat die 3.600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra aus Sachsen-Anhalt zum Weltdokumentenerbe erklärt. Sie gilt als früheste bekannte Abbildung des Sternenhimmels. Außerdem wurden das Kommunistische Manifest und der erste Band des Kapitals von Karl Marx in das Register aufgenommen. Auch die Goldene Bulle und ein mittelalterliches Arzneibuch aus dem Kloster Lorsch gehören jetzt zum Weltdokumentenerbe der Unesco. Die Liste umfasst bislang 299 Einträge, davon kommen 17 aus Deutschland. Dazu zählen auch die Gutenberg-Bibel, Beethovens Neunte Symphonie und das Nibelungenlied.

  • Protestaufruf zum Theaterfestival Avignon

    In Frankreich hat eine Gewerkschaft zu einer Demonstration gegen die Kürzungen im Kulturetat aufgerufen. Die Kundgebung soll während des Theaterfestivals in Avignon Mitte Juli stattfinden. In ihrem Aufruf kritisiert die CGT, dass die Kultur nur noch 0,68 Prozent des gesamten Staatshaushalts ausmache. Das sei seit 30 Jahren noch nie vorgekommen. Das französische Kulturbudget wurde in diesem Jahr um eine Milliarde Euro gekürzt. Das weltgrößte Theaterfestival beginnt am 5. Juli in Avignon.

  • Bewegung im Streit um Immendorff-Erbe

    In den jahrelangen Rechtsstreit um das Millionenerbe des verstorbenen Künstlers Jörg Immendorff ist Bewegung gekommen. Die Anwälte des unehelichen Sohns und der Witwe von Immendorff haben sich darauf geeinigt, einen Vergleich auszuarbeiten. In dem Zivilprozess vor dem Düsseldorfer Landgericht geht es darum, wie hoch der Pflichtteil des Erbes ist, der dem Sohn zusteht. Der Anwalt des Jungen hat vorgeschlagen, seinen Mandanten mit acht Kunstwerken aus dem Nachlass Immendorffs auszuzahlen.

  • WDR stellt neue Chefdirigenten vor

    WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz hat in Köln die neuen Chefdirigenten für den Rundfunkchor und das Rundfunkorchester vorgestellt. Die Leitung des WDR-Rundfunkchors übernimmt zur nächsten Spielzeit Stefan Parkman. Der schwedische Dirigent gilt als Spezialist für skandinavische und zeitgenössische Chormusik. Zum gleichen Zeitpunkt wird Wayne Marshall Chefdirigent des WDR-Rundfunkorchesters. Der Schwerpunkt des Briten liegt auf US-amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, wie George Gershwin oder Leonard Bernstein.