Interview mit Peter Lohmeyer Die an Tauben glauben

In der Ruhrgebiets-Komödie "Das Millionen Rennen" führt die Geldnot zwei ungleiche Männer zusammen. Der windige Ronny kann der Taubenliebe seines Nachbarn (Axel Prahl) nichts abgewinnen – bis plötzlich eine Million Dollar ins Spiel kommt. Ein Gespräch mit dem Schauspieler Peter Lohmeyer.


Axel Prahl und Peter Lohmeyer mit einem Taubenschlag
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Axel Prahl und Peter Lohmeyer (r.) mit einer Kostbarkeit

Peter Lohmeyer gilt als Mann aus dem Pott. Er ist zwar im sauerländischen Niedermarsberg geboren, aber seine Heimat ist das Ruhrgebiet. In Bochum besuchte er die Schauspielschule und startete seine Karriere. Filme, die im Ruhrgebiet spielen, wie "Das Wunder von Bern", eine Familien- und Fußballgeschichte im Nachkriegsdeutschland, sind für ihn ein echtes Heimspiel. Am Mittwoch (12.12.2012) ist Peter Lohmeyer mit Axel Prahl in der WDR-Produktion "Das Millionen Rennen" in der ARD zu sehen.

WDR.de: Herr Lohmeyer, was hat Sie daran gereizt, in der Komödie "Das Millionen Rennen" mitzuspielen?

Peter Lohmeyer: Sie ist sehr gut geschrieben. Das gesellschaftlich-soziale Leben, das beide Hauptfiguren im Film führen, finde ich sehr spannend. Da hatte ich Lust drauf – auch weil der Film in meiner alten Heimat, dem Ruhrpott, spielt.

WDR.de: Ist es für Sie was Besonderes, im Pott zu drehen?

Lohmeyer: Auch wenn ich jetzt in Hamburg bin, wird das Ruhrgebiet für mich immer Heimat bleiben. Dort bin ich groß geworden und dort leben meine Eltern noch heute. Ich freue mich immer, wenn ich in die Gegend komme. Ich mag die Sprache und Direktheit, die die Menschen hier haben.

WDR.de: Und das zeichnet auch den Film aus?


Lohmeyer: Genau dieser Umgang miteinander. Außerdem liegt der Reiz darin, wie aus der Tragik Komödie entsteht. Taubenzüchter Mathias hat ja 'ne tragische Geschichte. Seine Frau will, dass er auszieht. Es ist nicht zu viel verraten, wenn ich sage, dass auch ein paar Tauben ihr Leben lassen müssen. Die Komik liegt dazwischen, sie entsteht aus der Sicht der Zuschauer.

WDR.de: Haben Sie während der Dreharbeiten auch selbst gelacht?

Lohmeyer: Aber natürlich, sie glauben ja gar nicht, wie komisch unser Kameramann sein konnte, und der Ronny, naja der freut sich, wenn mal etwas mit einer Taube klappt. Sonst hat der aber nicht viel zu lachen.

WDR.de: Sie spielen also den Verlierer?


Ein Taubenschlag
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Viel Geld für schnelle Vögel

Lohmeyer: Ich bin so eine kleine linke Bazille, nicht gemein, aber vom Leben gebeutelt. Ronny macht Taubenzüchter Mathias, sprich Axel Prahl, das Leben schwer. Die Rolle hat mir viel Spaß gemacht. Ich bin dort nicht der nette Familienvater, sondern derjenige, der die Scheiße am Fuß kleben hat. Ronny schlängelt sich durchs Leben.

WDR.de: Wie erleben Sie das Zusammenspiel mit dem als Tatort-Kommissar bekannten Schauspieler Axel Prahl?

Lohmeyer: Axel Prahl ist ein super Kollege. Und obwohl er aus Schleswig-Holstein kommt, hat er auch Witz. Nur manchmal, wenn wir zusammenspielen, muss ich die Beine etwas breiter machen, damit ich kleiner werde und wir auf einer Höhe sind. Aber vom Spiel her sind wir sowieso auf einer Höhe. Das ist womöglich auch das Komische für den Zuschauer.

WDR.de: Eine bedeutende Rolle in der Komödie spielt auch die Taubenzucht. Welche Rolle spielten die Vögel bislang in Ihrem Leben?

Lohmeyer: Ich hasse Tauben – also die Stadttauben, die mir auf meinem Balkon in Hamburg so einen Dreck machen. Die Zuchttauben, um die es in dem Film geht, das sind ja ganz andere Exemplare. Das Irre ist, was die Züchter untereinander für Preise für die Tiere zahlen. Da zahlen Chinesen für eine Taube schon mal 250.000 Euro.

WDR.de: "Das Millionen Rennen", wie der Film heißt, gibt es tatsächlich. Wie haben Sie die Dreharbeiten während des Wettfluges in Südafrika erlebt?


Chiem van Houweninge, Axel Prahl, Luise Risch und Peter Lohmeyer bei den Dreharbeiten
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Chiem van Houweninge, Axel Prahl, Luise Risch und Peter Lohmeyer bei den Dreharbeiten

Peter Lohmeyer: Da ich nur abseits des Rennens spiele, war ich nicht direkt dabei. Macht aber auch nichts. Sun City, wo das Rennen stattfindet, ist ohnehin einer der hässlichsten Orte Afrikas. Da stehen einfach mal so vier oder fünf Hotels in der Wüste. Das ist so wie Las Vegas in Amerika. Außerdem hat der Mann, dessen Taube tatsächlich den Hauptpreis geholt hat, vor Ort auch nichts mitbekommen. Er saß nämlich im Ruhrpott, in Oer Erkenschwick bei einer Züchterversammlung, als seine Taube das echte Million Dollar Race gewonnen hat. Sie hat einen tollen Namen: Rubbellos.

Das Interview führte Stephanie Zeiler.


Stand: 12.12.2012, 00.00 Uhr




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