Kraftwerk-Zusatzkonzerte ausverkauft Klicken, bis der Server glüht

Von Ingo Neumayer/Peter Schneider

Keine Stunde hat es am vergangenen Samstag gedauert, dann gab es für die acht Kraftwerk-Konzerte, die die Band im Januar 2013 in Düsseldorf spielt, keine Karten mehr. Am Dienstag (13.11.2012)ächzten die Server erneut - zwei Zusatzkonzerte waren ebenfalls schnell ausverkauft.


Konzertauftritt der Popgruppe Kraftwerk
Bild 1 vergrößern +

Pioniere des Elektro-Pop: Kraftwerk

Kraftwerk hatten am Donnerstag (08.11.2012) angekündigt, nach über 20 Jahren mal wieder in ihrer Heimat zu spielen. An acht Abenden zwischen dem 11. und 20. Januar 2013 will die einflussreiche Elektro-Pop-Band in der Kunstsammlung NRW ihr Werk präsentieren. 870 Tickets gingen pro Auftritt in den Verkauf - nicht viel, wenn man bedenkt, dass Kraftwerk weltweit Millionen Platten verkauft haben und inzwischen nur noch äußerst selten Konzerte geben. Die Auftrittsreihe, bei der acht Platten in kompletter Länge sowie Auszüge aus dem Bandkatalog gespielt werden, wird von eigens dafür entwickelten 3D-Projektionen untermalt. Sie war erstmals im April 2012 im New Yorker Museum of Modern Art zu sehen. Entsprechend groß war der Zulauf auf das Online-Portal der Band, wo die Tickets ab Samstagmorgen um Punkt 10.00 Uhr in den Verkauf gingen. Nach einer knappen Stunde hieß es dort: "Ausverkauft!"

Kritik am Verkaufssystem

Natürlich wurde die überraschende Rückkehr der Band auf eine deutsche Bühne in den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook heiß diskutiert. Die wenigen, die Eintrittskarten ergattern konnten, ließen ihrer Freude freien Lauf und posteten stolz Fotos ihrer Tickets. Doch der Großteil war enttäuscht, kritisierte das Ticketportal und beschwerte sich über langsame Server, umständliche Bedienung und Programmierungsfehler. So sollen gekaufte Tickets wieder aus dem Einkaufskorb verschwunden sein. "Schon bemerkenswert, dass ausgerechnet bei den Techno-Vorreitern die Technik versagt", kommentierte @Mi-Kuhn auf Twitter. Die Ticketagentur Tickets.de entschuldigte sich später bei den Fans auf Facebook, betonte aber, dass die Server durchgehend erreichbar gewesen seien: "Es ist bei dem Vorverkauf zu einem solchen Event, bei dem das Interesse an Tickets das tatsächlich verkaufbare Kontingent um ein Vielfaches übersteigt, leider unvermeidbar, dass nicht alle Fans zufrieden gestellt werden können."

Zwei zusätzliche Mitternachtskonzerte

Gute Kunde dann Anfang der Woche: Die Band kündigte zwei weitere Konzerte an. Am 18. und am 20. Januar gibt es um Mitternacht Zusatzkonzerte, für die es am Dienstag (13.11.2012) ab 16.00 Uhr Tickets gab. Allerdings nur eine knappe halbe Stunde lang - dann waren auch die beiden Zusatzkonzerte restlos ausverkauft. Freude im Netz inklusive.

Übrigens ...
Kraftwerk-Eintrittskarte

Unser Autor Ingo Neumayer hatte am Samstagmorgen Glück. Nachdem er die Reload-Taste seines Browsers zehn Minuten lang malträtiert hatte, konnte er sich tatsächlich vier Tickets für das Kraftwerk-Konzert am 13. Januar sichern.


Stand: 13.11.2012, 16.37 Uhr


Kommentare zum Thema (5)

letzter Kommentar: 15.11.2012, 12:56 Uhr

paule schrieb am 15.11.2012, 12:56 Uhr:
ich erwarte von einem öffentlich rechtlichen angebot objektive berichterstattung ! absolut unprofessionell vom autor seine private eintrittskarte vom konzert zu posten, das kann er gerne bei seinen privaten accounts machen. daumen nach unten !!
Nad schrieb am 14.11.2012, 11:50 Uhr:
Bedauerlich finde ich, dass wieder einmal weniger an der Musik Interessierte Karten bekommen haben, um diese für gut 200 bis über 300 Euro bei Viagogo anzubieten. Ich kann nur hoffen, dass es keine Käufer geben wird. Ein Freund und ich haben versucht, für den eigenen Bedarf Karten zu bekommen, leider ohne Erfolg. Allen Kraftwerkfans, die Karten haben, wünsche ich ganz viel Spaß bei den Konzerten.
@megs schrieb am 14.11.2012, 06:24 Uhr:
Ich auch! Habe 10 Stück kaufen können!
Herrmann Hasse schrieb am 14.11.2012, 04:54 Uhr:
Du Gluecklicher! (Ist das eigentlich ein R4, am Anfang von "Autobahn"?)
megs schrieb am 13.11.2012, 17:36 Uhr:
ich kanns nicht fassen - habe meine tickets ergattern können!!!


Kulturnachrichten

  • Bewegung im Streit um Immendorff-Erbe

    In den jahrelangen Rechtsstreit um das Millionenerbe des verstorbenen Künstlers Jörg Immendorff ist Bewegung gekommen. Die Anwälte des unehelichen Sohns und der Witwe von Immendorff haben sich darauf geeinigt, einen Vergleich auszuarbeiten. In dem Zivilprozess vor dem Düsseldorfer Landgericht geht es darum, wie hoch der Pflichtteil des Erbes ist, der dem Sohn zusteht. Der Anwalt des Jungen hat vorgeschlagen, seinen Mandanten mit acht Kunstwerken aus dem Nachlass Immendorffs auszuzahlen.

  • WDR stellt neue Chefdirigenten vor

    WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz hat in Köln die neuen Chefdirigenten für den Rundfunkchor und das Rundfunkorchester vorgestellt. Die Leitung des WDR-Rundfunkchors übernimmt zur nächsten Spielzeit Stefan Parkman. Der schwedische Dirigent gilt als Spezialist für skandinavische und zeitgenössische Chormusik. Zum gleichen Zeitpunkt wird Wayne Marshall Chefdirigent des WDR-Rundfunkorchesters. Der Schwerpunkt des Briten liegt auf US-amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, wie George Gershwin oder Leonard Bernstein.

  • Aachen bereitet Karlsjahr 2014 vor

    Die Stadt Aachen plant für das kommende Jahr drei große Ausstellungen über Karl den Großen. Anlass ist sein Todestag vor 1.200 Jahren. In der Ausstellung "Karls Kunst" sollen kostbare Stücke aus den Werkstätten des Kaisers gezeigt werden, die sich in verschiedenen internationalen Museen befinden. Wie die Kuratoren jetzt mitteilten, gibt es bereits eine Zusage für die Buchdeckel des berühmten "Lorscher Evangeliars", die das Victoria und Albert Museum in London und die Vatikanischen Museen in Rom normalerweise nicht ausleihen. Die drei Ausstellungen über Karl den Großen sollen im Juni 2014 von Bundespräsident Gauck eröffnet werden.

  • Lohnerhöhung für Theatermitarbeiter

    Der Deutsche Bühnenverein hat sich mit den beiden Künstlergewerkschaften GDBA und VdO auf eine Lohnerhöhung für das künstlerische Personal der Theater geeinigt. Schauspieler, Sänger und Tänzer an Staatstheatern bekommen rückwirkend zum 1. Januar 2,65 Prozent mehr Gage. Die Mitarbeiter der Stadttheater erhalten eine Lohnerhöhung von 1,65 Prozent ab Januar und eine weitere von 1,18 Prozent ab Oktober. Die Differenz zwischen Staats- und Stadttheatern erklärte der Deutsche Bühnenverein mit Unterschieden in den Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes, an denen sich die Gagen orientieren. Die Lohnerhöhung betrifft knapp 13.000 Schauspieler, Tänzer und Sänger. Orchestermusiker sind von der Vereinbarung nicht betroffen.

  • Archäologische Grabung in Recklinghausen

    Archäologen suchen in Recklinghausen nach Spuren aus der Zeit des frühen Mittelalters. Sie hoffen, auf einem Parkplatzgelände in der Altstadt Reste einer sogenannten Reichshofbefestigung zu finden. Reichshöfe waren Stützpunkte, die Karl der Große anlegen ließ. Sollten sich Spuren einer solchen Hofanlage finden lassen, wäre Recklinghausen deutlich älter als bislang angenommen. Die Ausgrabungen sollen etwa fünf Monate dauern.

  • Ulrich Greb bleibt Intendant in Moers

    Der Regisseur Ulrich Greb bleibt weiterhin Intendant des Schlosstheaters in Moers. Der Aufsichtsrat verlängerte seinen Vertrag bis 2020. Greb leitet das Schlosstheater Moers seit zehn Jahren. Der Aufsichtsrat betonte, das Theater habe unter seiner Führung eine bemerkenswerte Weiterentwicklung und Profilierung erlebt. Greb habe ein Theaterkonzept etabliert, in dessen Zentrum die Verbindung künstlerischer und sozialer Initiativen liege.

  • Unesco fürchtet um Great Barrier Reef

    Die Unesco fürchtet um das Great Barrier Reef vor der australischen Küste. Nach Ansicht des Welterbekomitees ist das größte Korallenriff der Welt durch Wasserverschmutzung und Hafenbaupläne bedroht. Bis zum kommenden Jahr soll Australien darlegen, wie es das als Weltnaturerbe anerkannte Riff künftig schützen will. Ansonsten könnte es auf die Liste der gefährdeten Stätten gesetzt werden. Das Welterbekomitee der Unesco tagt derzeit in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh. Es prüft, ob anerkannte Welterbestätten angemessen geschützt werden, und entscheidet über die Aufnahme neuer Stätten in die Listen.

  • Chef des Rumänischen Kulturinstituts tritt zurück

    Der Direktor des Rumänischen Kulturinstituts, Andrei Marga, ist zurückgetreten. Der Rücktritt erfolgte offenbar auf Druck des rumänischen Ministerpräsidenten Ponta. Zahlreiche Intellektuelle aus dem In- und Ausland hatten zuvor gegen Marga protestiert, darunter die Schriftstellerin Herta Müller. Sie warfen dem Politikwissenschaftler Nationalismus und Provinzialismus vor. Zudem wurde Marga Ende vergangenen Jahres als Ex-Spitzel des früheren Geheimdienstes Securitate entlarvt. Aus Protest gegen die Politik des Rumänischen Kulturinstituts hatten im März mehrere renommierte Schriftsteller des Landes die Teilnahme an der Pariser Buchmesse verweigert, deren Schwerpunkt in diesem Jahr Rumänien war.

  • Prozess um Immendorff-Erbe geht weiter

    In Düsseldorf wird am Dienstag der Prozess um das Millionenerbe des verstorbenen Künstlers Jörg Immendorff fortgesetzt. In dem Zivilprozess geht es um die Klage eines uneheliches Sohns von Immendorff, der den gesetzlichen Pflichtteil des Erbes fordert. Dass ihm der Pflichtteil zusteht, ist unbestritten. Der Streit, der sich bereits seit Jahren hinzieht, dreht sich darum, wie hoch dieser Anteil zu beziffern ist. Die Künstlerwitwe Oda Jaune hatte beantragt, die Erbschaftsklage abzuweisen. Das Landgericht Düsseldorf entschied jedoch, den Prozess fortzusetzen.

  • Kurt Masur legt Vereinsvorsitz in Bonn nieder

    Der Dirigent Kurt Masur tritt als Vorsitzender des Vereins Beethoven-Haus Bonn zurück. Wie der "Bonner General-Anzeiger" meldet, legt der 85-Jährige sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Masur erlitt im Februar einen Sturz und musste zuletzt mehrere Konzerte absagen, darunter ein Festkonzert in der Kölner Philharmonie am kommenden Samstag. Wer neuer Vorsitzender des Vereins Beethoven-Haus wird, soll Anfang Juli entschieden werden. Nach Informationen der Zeitung ist als Nachfolgerin Masurs die Bratschistin Tabea Zimmermann im Gespräch.