Kölner Opernstreit Laufenberg darf auch nicht mehr singen

Als Intendant gekündigt, wollte Uwe Eric Laufenberg trotzdem noch singend auf der Bühne der Kölner Oper stehen. Die Stadt erteilte ihm dafür jedoch am Freitag (22.06.2012) eine Absage. Laufenberg will gegen seine Kündigung vorgehen.


Der Intendant der Oper Köln, Uwe Eric Laufenberg in einer Pressekonferenz
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Hat seine Kündigung erhalten: Uwe Eric Laufenberg

Nach seiner fristlosen Kündigung als Kölner Opernintendant wird Uwe Eric Laufenberg für das Haus auch nicht mehr als Künstler auf der Bühne stehen. Laufenberg werde "auf gar keinen Fall" die Rolle des Professors Higgins in "My Fair Lady" singen, sagte Gregor Timmer, Sprecher der Stadt Köln, am Freitag (22.06.2012). Laufenberg hatte gegenüber Medien geäußert, weiterhin wie geplant für die Rolle in der kommenden Spielzeit zur Verfügung zu stehen.

Fristlose Kündigung

Der monatelange Kölner Opernstreit war am Donnerstag (21.06.2012) mit dem Rauswurf des Intendanten Uwe Eric Laufenberg (51) weiter eskaliert. Die Stadt habe dem Opernchef fristlos gekündigt, sagte Kulturdezernent Georg Quander bei einer Pressekonferenz im Rathaus.

Laufenberg will Kündigung anfechten

Laufenberg hatte Verantwortliche der Stadt zuvor der Intrige bezichtigt und als unfähig kritisiert. Die Verantwortlichen der Stadt kreiden ihm an, sich allen Bemühungen um eine Konsolidierung der Opernfinanzen zu verweigern. Laufenberg wollte ursprünglich an der Pressekonferenz teilnehmen, wurde jedoch gebeten, den Saal zu verlassen. Am Freitag (22.06.2012) erklärte er, er wolle seine Kündigung vor Gericht anfechten. Einzelheiten dürfe er aus rechtlichen Gründen nicht nennen, erklärte Laufenberg gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Er sei zuversichtlich, den Schlag des Rauswurfs zu verkraften und nach einiger Zeit wieder optimistisch in die Zukunft blicken zu können, erklärte Laufenberg weiter. "Man will ja mit der Vergangenheit im Reinen sein und nach vorn blicken, und ich glaube nicht, dass das für mich unmöglich ist."

Quander: Querelen haben Köln geschadet


Das Opernhaus in Köln
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Wie geht es mit der Kölner Oper weiter?

Für die Oper, die bereits Etatkürzungen und einen vorübergehenden Umzug in ein ehemaliges Musical-Zelt verkraften muss, ist das Zerwürfnis nach vorherrschender Einschätzung ein schwerer Schlag. Die Suche nach einem Nachfolger dürfte Monate dauern. Dem Kulturstandort Köln hätten die Querelen in jedem Fall geschadet, sagte Quander bei der Pressekonferenz.

Laufenberg und die Stadt hatten sich über Monate einen öffentlichen Streit über die Opernfinanzen geliefert. In einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger hatte der Intendant unter anderem gesagt, er sei das Opfer einer "Intrige" und in einer Art behandelt worden, "die an Schmutzigkeit nicht zu übertreffen" sei. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kölner Stadtrat, Martin Börschel, sprach dagegen von "Wahnvorstellungen" Laufenbergs, Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) von einem "unwürdigen und inakzeptablen Verhalten".

"Halbherzige" Entschuldigung

In der Donnerstagsausgabe der Zeitung entschuldigte sich Laufenberg mit den Worten: "Selbstverständlich akzeptiere ich, dass die Stadt von ihrem Opernintendanten verlangt und wünscht, Verantwortliche in dieser Stadt nicht als intrigant, unfähig und unverantwortlich zu bezeichnen." Quander bezeichnete diese Entschuldigung als "halbherzig".

Vor einigen Monaten hatte Laufenberg bundesweit Aufsehen erregt, als er gedroht hatte, Köln müsse möglicherweise als "erste deutsche Stadt seit 1943/44" eine komplette Theatersaison absagen. So weit kam es dann nicht, aber wie die Oper mittelfristig mit deutlich weniger Geld auskommen soll, ist bisher weiter unklar.

Mittel für die Oper wurden stark gekürzt

Die städtischen Bühnen erhalten von der Spielzeit 2013/14 an zwei Millionen Euro weniger. Laufenberg hielt sein Haus für unterfinanziert. "Wir leben in der viertgrößten Stadt eines der reichsten Länder der Erde", pflegt er zu sagen. Da frage er sich, warum die Oper nicht angemessen finanziert werden könne. Laufenbergs künstlerischer Erfolg stand bei alldem nicht zur Debatte: Die Oper ist heute deutlich angesehener als vor seinem Amtsantritt 2009.


Stand: 22.06.2012, 16.06 Uhr


Kommentare zum Thema (32)

letzter Kommentar: 25.06.2012, 20:19 Uhr

Fassungslos schrieb am 25.06.2012, 20:19 Uhr:
Da gab es eine öffentliche Ausschreibung für einen Neubau des Schauspielhauses (war bestimmt nicht billig). Es gab einen Sieger und Verträge für Ausweichspielstätten wurden gemacht. Einige Bürger haben sich für den Erhalt des Schauspielhauses (Riphahn) stark gemacht und ohne Befragung ihr Anliegen zum Erfolg geführt. Der Neubau war hinfällig und das Architektenbüro vom Siegerentwurf bekommt eine Entschädigung. Die Miete für die Ausweichspielstätten läuft. Von dem ganzem Geld was da liegen geblieben ist hätte man bestimmt für 5 Jahre Herrn Laufenberg entgegen kommen können. Wo ist "Mut zur Kultur"?
AD schrieb am 24.06.2012, 18:37 Uhr:
Nicht nur das unwürdige, öffentlich ausgetragene Gezeter mit und um Herrn Laufenberg macht wütend und gleichzeitig fassungslos - kommt es so weit, so liegt es immer an beiden Seiten, nicht wahr? -, nein, nicht nur Herr Laufenberg wird gehen, auch Frau Beier, Herr Stenz, der Tanz wird gestrichen usw. usf. Na denn, Herr Quander, viel Spaß noch. Wo sind Sie überhaupt, gehen Sie eventuell auch und keiner weiß es?
Daniel Guiot schrieb am 23.06.2012, 17:45 Uhr:
Ein als Opernintendant gescheiterter Kulturdezernent jagt mit Hilfe schmutziger Intrigen einen äußerst erfolgreichen Intendanten und Regisseur aus dem Amt. In meinen 37 Jahren als Kammermusiker der Städte Wuppertal und Köln habe ich einen solchen Skandal noch nicht erlebt!Der Schaden für die Stadt ist immens.Köln ist mal wieder die Lachnummer der Republik.Traurig! Daniel Guiot
Anonym schrieb am 23.06.2012, 11:51 Uhr:
Wir brauchen eine Bürgerwehr gehen dieses machthungrige Bürokratengesocks. Jagt sie aus unseren Verwaltungsgebäuden und Institutionen. Fangt an durch boykottieren, anprangern, per Zahlungsverzögerungen oder nur Ratenzahlung auf niedrigen Niveau oder bürokratisch im Kreis jagen, dieses Völkchen in die Schranken zu weisen. So kann es nicht weiter gehen......
Anonym schrieb am 23.06.2012, 09:23 Uhr:
@ denke: Vielen Dank für die schöne Formulierung vom bunten Vogel in der Krähenschar. Einfach köstlich! Ich werde sie mir für meine eigene Situation merken. Danke!

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