Gerichtsstreit um Immendorff-Bild : Kein Immendorff!
Seit vier Jahren wurde am Düsseldorfer Landgericht um die Echtheit eines Gemäldes von Jörg Immendorff gestritten. Am Mittwoch (17.10.2012) verkündete der Richter: Das Bild ist eine Fälschung. Nun muss das falsche Bild wahrscheinlich vernichtet werden.

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Jörg Immendorff
"Im Ergebnis muss das Bild vernichtet werden", sagte Gerichtssprecher Andreas Vitek am Mittwoch (17.10.2012) kurz nach dem Urteil, dass das strittige Werk als Fälschung einstufte. Noch sei das Urteil aber nicht rechtskräftig. Klägerin ist Immendorffs Witwe Oda Jaune. Sie hatte das 1,20 x 1 Meter große Bild in der Düsseldorfer Repräsentanz eines Wiener Auktionshauses entdeckt.
Das Bild, um das seit 2008 gestritten wurde, heißt "Ready-made de l'Histoire dans Café de Flore". Oda Jaune hielt das Bild von Anfang an für eine Fälschung und will es vernichten lassen. Der Besitzer ist jedoch der Auffassung, dass das Werk ein echter Immendorff ist und verweist auf ein handschriftliches Echtheitszertifikat. Erste Zweifel an dem Bild meldete der Galerist und Nachlassverwalter Michael Werner bereits vor Jahren an. Ihm zufolge liegt eine Fälschung vor - die Figuren seien zu schematisch dargestellt. Nach diesen ersten Äußerungen wurde das Werk aus einer Auktion zurückgezogen und beschlagnahmt.
Gutachter sieht Bild als Fälschung an

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Das Gemälde "Ready-made de l'Histoire dans Café de Flore"
Der vom Gericht bestellte Gutachter, der Düsseldorfer Kunstprofessor Siegfried Gohr, hält das Gemälde ebenfalls für gefälscht. Nach seiner Auffassung ist das vermeintliche Immendorff-Bild mit Hilfe eines Diaprojektors auf die Leinwand aufgebracht und so reproduziert worden. Das Gericht hatte zuvor einen Befangenheitsantrag gegen Gohr abgelehnt. Der Gutachter erstellt im Auftrag von Immendorffs Nachlassverwalter Michael Werner ein Werkverzeichnis des 2007 verstorbenen Künstlers.
Echtheitszertifikate für Bildkopien
Der Eigentümer des Bildes hatte eidesstattliche Versicherungen vorgelegt, denen zufolge Immendorff 1999 das Bild in seinem Atelier für 30.000 Mark verkauft habe. Das war die Zeit, in der der Maler wegen seines ausschweifenden Lebensstils finanziell klamm gewesen sein soll. Daher ist es nach Aussagen von Experten möglich, dass Immendorff zu der Zeit Echtheitszertifikate für Kopien von seinen Bildern ausgestellt hat.
Stand: 17.10.2012, 06.00 Uhr
Kommentare zum Thema (1)
letzter Kommentar: 17.10.2012, 22:28 Uhr
- WDR.de schrieb am 17.10.2012, 22:28 Uhr:
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