Heine-Preis geht an Soziologen: Düsseldorf ehrt Jürgen Habermas
Der Heine-Preis der Stadt Düsseldorf geht in diesem Jahr an den Soziologen Jürgen Habermas. Die Verleihung des mit 50.000 Euro dotierten Preises findet im Dezember statt.

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Jürgen Habermas erhält den Heine-Preis der Stadt Düsseldorf
Habermas stehe mit seinen kritischen Werken in der Tradition des Schriftstellers Heinrich Heine, begründete die Jury des Heine-Preises ihre Entscheidung. Der 83-Jährige sei einer der bedeutendsten Denker der Gegenwart, so die Jury weiter. Er erhalte den Preis "für sein Lebenswerk, das durch freiheitliche Ideen der Aufklärung, seinen unermüdlichen Einsatz für ein demokratisch verfasstes Deutschland sowie seine streitbaren Beiträge zu den gesellschaftspolitischen Debatten Europas geprägt" sei, urteilt die Jury.
"Fast ein Staatsphilosoph"
Habermas steht in der Nachfolge der "Frankfurter Schule" von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno. Er gilt als Vordenker der Linken, stand der Studentenbewegung Ende der 60er Jahre aber kritisch gegenüber. Für Ex-Außenminister Joschka Fischer ist er mittlerweile "fast ein Staatsphilosoph". Als sein Hauptwerk gilt die 1981 erschienene "Theorie des kommunikativen Handelns".
Mit der Entscheidung für Habermas ging die Jury auf Nummer sicher. Das war nicht immer so, bisweilen hatten die Voten der Jury heftige Diskussionen ausgelöst. So gab es 2006 einen Eklat um die Zuerkennung des Preises an den österreichischen Schriftsteller Peter Handke wegen des pro-serbischen Aussagen im Jugoslawien-Krieg. Ihm wurde unter anderem Parteinahme für den verstorbenen serbischen Diktator Slobodan Milosevic vorgeworfen. Handke verzichtete damals auf den Preis.
Stichworte
- Der Heine-Preis
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Zu Ehren des in Düsseldorf geborenen Dichters und Schriftstellers Heinrich Heine (1797-1856) stiftete die Stadt Düsseldorf 1972 den Heine-Preis als Literaturpreis. Anfangs wurde er alle drei, später alle zwei Jahre verliehen. Geehrt werden laut Satzung Persönlichkeiten, die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heine eingesetzt hatte, den sozialen und politischen Fortschritt fördern. Die Preissumme wurde im Jahr 2006, dem 150. Todesjahr Heines, auf 50.000 Euro verdoppelt. Berühmte Preisträger sind bisher unter anderen Carl Zuckmayer, Günter Kunert, Max Frisch, Wolf Biermann, Hans Magnus Enzensberger und Elfriede Jelinek.
Stand: 16.09.2012, 10.39 Uhr
Kommentare zum Thema (1)
letzter Kommentar: 17.09.2012, 10:32 Uhr
- Das Zentralorgan schrieb am 17.09.2012, 10:32 Uhr:
- Das Tragikomische an den Mitwirkenden dieser "Frankfurter Schule" ist eigentlich, dass man ausnahmslos ALLEN ihren Wesens- und Geisteszustand vom Gesicht ablesen kann, OHNE jemals in einem ihrer Vortraege gewesen zu sein.
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