Nominierungen zum 49. Grimme-Preis Opel, Gott und das Dschungelcamp

Ein Porträt von Opel-Azubis, eine Reportage zum Einfluss der Kirche oder eine tiefschwarze Komödie über riskante Patienten - nur drei der WDR-Produktionen, die mit 54 Mitbewerbern in das Rennen um die begehrten Grimme-Preise gehen.


Der Grimme-Preis
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Mit dem Grimme-Preis wird jährlich Qualitätsfernsehen ausgezeichnet

Da hatte die Jury viel zu sichten: Über 800 Vorschläge für Grimme-Preise in den verschiedenen Kategorien wurden beim Grimme-Institut in Marl eingereicht. Am Ende gehen nun 57 Produktionen ins Rennen um die begehrten Trophäen. Die Preise werden alljährlich in den Kategorien "Unterhaltung", "Fiktion", "Information und Kultur" und "Spezial" vergeben. Der WDR geht gleich mit mehreren Produktionen an den Start. "Wie gewohnt gibt es eine Reihe von Spitzenproduktionen bei der Fiktion, in der Information durchaus eine Reihe von Sendungen mit Klasse bei ziemlich viel Masse, und in der Unterhaltung einiges, was gegen den Strich gebürstet ist", bilanzierte Uwe Kamman, Direktor des Grimme-Instituts, bei der Bekanntgabe der Nominierungen. "Das Fernsehjahr 2012 bot eine ganze Menge Ansehnliches und Diskussionswürdiges."

"Information und Kultur"


In der Sparte "Information und Kultur" können sich 23 Produktionen Hoffnungen auf einen Grimme-Preis machen. Mit dabei auch die WDR-Beiträge "Seelenvögel", "Außer Kontrolle", "Gott hat hohe Nebenkosten" und "Arbeit Heimat Opel", eine Reportage, die sechs Jugendliche im Opel-Werk porträtiert. Ebenfalls sind "Hoffenheim – Das Leben ist kein Heimspiel" (ZDF), "Kolumbiens Trauma" (ZDF/ARTE) sowie "Propaganda, Hass, Mord – Die Geschichte des rechten Terrors in Europa" (MDR/ARTE) für eine Auszeichnung nominiert. Auch Jakob Augstein und Nikolaus Blome gehören für ihr gleichnamiges Format bei Phoenix dazu. Hoffnungen auf eine Spezial-Auszeichnung als bester Dokumentarfilmer des Fernsehjahres 2012 kann sich Eric Friedler machen, der mit "Der Sturz – Honeckers Ende", "Charly Graf – Ein deutscher Boxer" und "Nichts als die Wahrheit – 30 Jahre Die Toten Hosen" (alle NDR) gleich drei Dokumentationen gestaltet hat.

Nominiert im Bereich "Fiktion"


Über uns das All
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Preisverdächtiger Film: "Über uns das All"

22 Produkionen wurden von der Grimme-Kommission im Kontingent "Fiktion" für einen Preis nominiert. Darunter finden sich neben anderen "Zappelphilipp" (BR), "Tatort – Die Ballade von Cenk und Valerie" (NDR), "Polizeiruf 110 – Schuld" (BR) sowie "Das Ende einer Nacht" (ZDF). Auch die WDR-Filme "Lösegeld", "Riskante Patienten", "Der letzte schöne Tag" und "Über uns das All" überzeugten die Jury.

Als Serien und Mehrteiler sind unter anderem "Aufschneider" (ARTE/ORF) und "Deckname Luna" (ZDF) nominiert. Auch Anke Greifeneder (TNT) und Quirin Berg (Wiedemann & Berg) können sich mit "Add A Friend" (glitz) neben den Machern von "Hänsel und Gretel" (rbb/SR) Hoffnungen auf einen Grimme-Preis machen. Für Uwe Kammann allerdings ist die Kategorie dennoch ausbaufähig: "Zu bedauern ist in der Fiktion ein Schwächeln der Serien, während viele Einzelstücke wieder glänzen".

Kategorie "Unterhaltung"


Mord mit Aussicht
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Nominiert: Die Serie "Mord mit Aussicht"

Chancen auf einen Grimme-Preis in der Kategorie "Unterhaltung" haben insgesamt zwölf Formate, darunter die WDR-Produktionen "Die Wiwaldi-Show" und "Der Gastmann." Ebenfalls auf der Nominierten-Liste: "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" (RTL) , „Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt" (ProSieben) sowie "Ausflug mit Kuttner" (SWR/EinsPlus). Die WDR-Serie "Mord mit Aussicht" kann neben anderen einen Grimme- Preis für Serien und Mehrteiler gewinnen. Günther Jauch wurde für seine Leistung in der September-Ausgabe von "Wer wird Millionär?"-Ausgabe (RTL) nominiert.

"In der Unterhaltung wurde das mögliche Kontingent für die Endjury nicht ganz ausgeschöpft, schlicht, weil es an ausreichend Neuem, Besonderem und Weiterentwickeltem fehlte", so Grimme-Direktor Uwe Kammann.

Roter Teppich in Marl

Das Grimme-Institut gibt im März 2013 bekannt, welche Produktionen mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet werden. Die 49. Grimme-Preisverleihung findet dann am 12. April 2013 im Theater der Stadt Marl statt.


Stand: 29.01.2013, 11.15 Uhr


Kommentare zum Thema (5)

letzter Kommentar: 01.02.2013, 11:52 Uhr

MOSCH HENRY schrieb am 01.02.2013, 11:52 Uhr:
Da kan man schreiben was man will das geht den Betroffenen am Hintern vorbei. Da muß man sich auch nicht über den Dschungeldreck auslassen den das ist wirklich unterste Schublade mehr Mist auf einmal geht gar nicht. Die Veranstalter brauchen keinen Preis sondern einen Psychater.
@schlossherr 158 schrieb am 30.01.2013, 11:34 Uhr:
Hast ganz"Roche und Böhmermann"vergessen-die aber nun lt. taz meldung wegen "verletzter Egos"abgesetzt wird.Abpropos"Dokus"-die meisten davon sind auch noch"scripted",d.h.pure fiction die unter falsche Flagge laeuft.Was nutzen die von dir geforderten"gute Ideen"-wenn die Masse so verbloedet ist das diese Formate Quote machen?
schlossherr 158 schrieb am 30.01.2013, 10:07 Uhr:
Den vorherigen Kommentaren sprechen mir aus der Seele. Wenn solche niveau-losen Sendungen für einen Grimme Preis nominiert werden, ist dieser Preis nichts mehr wert.
Peter196 schrieb am 30.01.2013, 08:56 Uhr:
Was ist nur aus dem Land der Dichter und Denker geworden, wenn "Dschungelcamp" oder auch "Joko und Claas", die mehr über sich lachen, als die Zuschauer, für den Grimme-Preis nominiert sind. Das TV-Niveau sinkt immer mehr ind Bodenlose, wenn man sich anschaut, was dem "mündigen" Zuschauer so alles vorgesetzt wird: Berlin Tag und Nacht, Köln xxx, Bauer sucht Frau- Mann- demnächst noch Schaf, Barbara Salesch, Richter Holm u.v.a. Dazu dann noch Soaps, die mit aller Gewalt immer weiter produziert werden. Dazu bekommt mittlerweile jeder Comedian seine eigene Show, dümmliche Blondinen, die bei Casting-Shows rausflogen sind jede Woche zu sehen (siehe Katzenberger). Dokus die auf Krawall gebürstet sind, wie "Frauentausch". Aber heute geht es ja nur noch um die Quote und nicht Qualität. Aber das wird sich wahrscheinlich nicht ändern, solange genug gelangweilte und mittlerweile teilweise verblödete Zuschauer da sind, die sich den Mist täglich reinziehen. Hat keiner mehr GUTE Ideen???
Atze schrieb am 30.01.2013, 06:51 Uhr:
Wie kann so ein Schmierenstück wie das Dschungelcamp zur Abstimmung anstehen. Das ist keine Unterhaltung, sondern nur eklig und menschenverachtend.


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