Hauck wird neuer Dombaumeister in Köln: Arbeiten auf einer ewigen Baustelle
Sein neuer Arbeitsplatz ist ein Bauwerk der Superlative: der Kölner Dom ist die drittgrößte Kirche der Welt und die beliebteste Sehenswürdigkeit Deutschlands. Eine große Herausforderung für Michael Hauck, der am 1. September neuer Dombaumeister in Köln wird.
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Michael Hauck - der neue Meister im Kölner Dom (Fotostrecke 1)
Rhythmisches Klopfen erfüllt den Raum. Feiner Steinstaub wirbelt auf und bricht sich in den Sonnenstrahlen. Michael Hauck ist bei seiner täglichen Stippvisite in der Kölner Dombauwerkstatt. Hier werden die architektonischen Werkstücke für den Dombau restauriert und gefertigt: kleine Türmchen, Strebebögen oder das Maßwerk der Fenster. Statt etwas lange zu erklären, greift Michael Hauck gerne selbst zu Klöpfel und Meißel. Man sieht dem neuen Dombaumeister an, dass er nicht nur einen akademischen, sondern auch einen praktischen Zugang zu seiner neuen Aufgabe hat. Einer, der anpackt, der mit Ruhe und Bedächtigkeit vorgeht. Für seine neue Aufgabe ist er gut gerüstet: Michael Hauck ist Steinmetz- und Steinbildhauermeister, Restaurator und Kunsthistoriker. 24 Jahre lang leitete er die Dombauhütte des Passauer Doms.
Ein Franke im Rheinland

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Mittelalterliche Chorfassaden des Kölner Doms: "Hier liegt vieles im Argen"
Seit April 2012 ist der gebürtige Franke in Köln. Er schwärmt vom freundlichen und warmen Empfang in der Domstadt. An den Kölnern schätzt er die Mentalität, den Humor, aber auch die Ernsthaftigkeit, mit der Dinge betrachtet werden.
Fünf Monate lang wurde der 52-jährige Würzburger von seiner Vorgängerin Barbara Schock-Werner eingearbeitet, die jetzt in den Ruhestand geht. Michael Hauck hat Ehrfurcht vor seinem neuem Arbeitsplatz: "1248 haben die ersten Dombauer ihren Möglichkeiten entsprechend diesen Giganten gebaut. Da gehört Wagemut und Erfindergeist dazu", erzählt er. "Und der feste Glaube daran, dass man es schaffen kann. Das ist heute nicht anders." Und welche Eigenschaften muss ein Dombaumeister des 21. Jahrhunderts mitbringen? "Zwei Füße fest am Boden, ein breites Kreuz und einen klaren Kopf", erklärt er nach kurzem Nachdenken.
Große Liebe zum Kölner Wahrzeichen
Der Kölner Dom mit seinen gewaltigen Ausmaßen ist eine ewige Baustelle. 632 Jahre wurde an dem Sandsteinriesen gebaut. Heute setzen saurer Regen, Verwitterung und Alterung dem Weltkulturerbe zu. 80 Mitarbeiter der Dombauhütte sind täglich mit der Pflege und Restaurierung des gotischen Meisterwerks beschäftigt. "Alle kämpfen gemeinsam für den Erhalt des Doms", so Michael Hauck. "Meine Mitarbeiter und mich verbindet eine große Liebe zu dem, was wir in unserer Obhut haben."

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Gefährlicher Steinfraß an den mittelalterlichen Mauern
Die Chorfassaden, die aus dem Mittelalter stammen, machen dem neuen Dombaumeister Sorgen. An den Mauern nagt unerbittlich der Zahn der Zeit. Viele Stellen sind porös, der Steinfraß setzt sein zerstörerisches Werk immer weiter fort. Michael Hauck tastet Stein für Stein ab - wie ein fürsorglicher Arzt, der seinen altersschwachen Patienten untersucht. Durch bloße Berührung lösen sich kleine Steinbrocken, die in seiner Hand zerbröseln. "Wenn sich so ein Steinchen in 15 Meter Höhe löst, wird es zu einem gefährlichen Geschoss", warnt Michael Hauck. Mindestens 20 Jahre wird die Restaurierung der gotischen Chorfassade mitsamt ihren Kapellen, Figuren und Nischen dauern. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, wird Michael Hauck schon in Rente sein.
Welche Spuren will er als Dombaumeister hinterlassen? "Gar keine", lautet die bescheidene Antwort. "Mein wichtigstes Ziel ist, mich einzufügen in die lange Tradition der Dombaumeister und dem Bauwerk gerecht zu werden. Wir sind nur kleine Steinchen in einem großen Mosaik."
Restaurierung ist ein ewiges Unterfangen

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Die Domfenster werden von Staub und Schmutz der Jahrhunderte befreit
Der Dom ist eine ewige Baustelle. Generationen von Dombaumeistern werden auch in Zukunft mit dem Erhalt des Kölner Wahrzeichens beschäftigt sein. Ein Ende ist nicht in Sicht. Das ist vielleicht gut so. Denn wie heißt es im Volksmund? Wenn der Dom zu Ende gebaut ist, geht die Welt unter.
Stand: 14.08.2012, 00.00 Uhr
- Die Hüterin des Kölner Doms (08.08.2012) [WDR 5]
- Südfassade des Kölner Doms bröckelt: Kölner Dom: Mann durch Steinschlag verletzt (19.03.2012)
- Der neue Dombaumeister [tag7]
- Der neue Kölner Dombaumeister: Start auf dem Giganten [Westart]
- Homepage des Kölner Doms
- Homepage der Dombauhütte Köln
- Der Dom in Zahlen [Quarks & Co]
- Fotoalbum: Das ist der Kölner Dom!
- Die WDR DomCam: Ein Blick auf das Kölner Wahrzeichen
Kommentare zum Thema (4)
letzter Kommentar: 15.08.2012, 12:36 Uhr
- Amondine schrieb am 15.08.2012, 12:36 Uhr:
- Alles Gute Herr Hauck für diese Herkulesaufgabe!!! Gut, dass es Menschen gibt, die genug Mut und Ausdauer für solch eine Arbeite haben!
- Hausmeister schrieb am 15.08.2012, 09:25 Uhr:
- Einen Großen dank an allen die mit aller Kraft und ausdauer für den erhalt des Domes Arbeiten.
- Herzlichen Dank schrieb am 14.08.2012, 12:22 Uhr:
- an dieser Stelle möchte ich Frau Schock-Werner herzlich danken. Sie hat das Phänomen Dom für einen Immi stets herausragend verdeutlicht. Man merkte ihr auch die Liebe zum Dom an. Heute schaue ich den Dom nicht nur begeistert an, ich sehe auch seine "wunden" Stellen und freue mich, dass die Dombaumeister sich kümmern.... Schließlich soll uns der Dom lange erhalten bleiben. Ich gehe gerne hinein und "atme" den Geist des Doms, soweit ich kleiner Mensch das erfassen kann.
- WDR.de schrieb am 14.08.2012, 12:05 Uhr:
- Beitrag gesperrt. Posten Sie sachlich zum Thema, nicht beleidigend.
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