Deutscher Fernsehpreis 2012 Glamour, Preise und ein Dank an Dirk

Roter Teppich für die Gewinner des Deutschen Fernsehpreises 2012: In Köln wurden Dienstagabend (02.10.2012) unter anderem die Journalisten des ARD-Morgenmagazins ausgezeichnet. Wotan Wilke Möhring bekam die Trophäe als bester Schauspieler. Die Film- und Fernsehwelt feierte sich selbst - trauert aber auch um den plötzlich verstorbenen Entertainer Dirk Bach.


Die Moderatoren Anne Gesthuysen und Sven Lorig freuen sich am Dienstag 02.10.2012 bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises

Beim Publikumspreis waren die Zuschauer gefragt - und sie wählten online und per Telefon das ARD-Morgenmagazin, das seit 20 Jahren vom WDR produziert wird, als bestes Frühstücksfernsehen. Die Journalisten Anne Gesthuysen und Sven Lorig nahmen den Preis für das Kölner Team entgegen. 33 Prozent der Zuschauer hatten für das "Moma" gestimmt, das damit die Konkurrenz von ZDF, RTL und SAT.1 ausstach.

Möhring "bester Schauspieler"


Der letzte schöne Tag
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Preis für WDR-Familiendrama mit Wotan Wilke Möhring

Der Deutsche Fernsehpreis wurde an Fernsehschaffende in 18 Kategorien vergeben. Die Königskategorie ist immer die der besten Schauspieler. Wotan Wilke Möhring sagte auf der Bühne, dass er den Preis bekomme, hätte er nicht gedacht: "Die Nominierung war schon mutig." Die Jury würdigte den 45-Jährigen für seine Leistung im WDR-Drama "Der letzte schöne Tag". Möhring, der bald als neuer Ermittler im Hamburger "Tatort" zu sehen sein wird, spielt in dem Film einen verzweifelten Familienvater, der nach dem Selbstmord seiner Frau alleine für seine Kinder sorgen muss.

Preise für "Das Ende einer Nacht"


Die Schauspielerinnen Barbara Auer (l.) und Ina Weisse werden in der Kategorie "Beste Schauspielerinnen" ausgezeichnet.
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Freude bei Barbara Auer (links) und Ina Weisse

Die weiblichen Pendants, die den Fernsehpreis als "beste Schauspielerinnen" bekamen, waren Barbara Auer und Ina Weisse. Die beiden Frauen spielten in dem Film "Das Ende einer Nacht" (ZDF), der von einem Vergewaltigungsprozess handelt.

Matthias Opdenhövel glänzte bei der EM


Matthias Opdenhövel erhält den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Beste Sportsendung".
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Preis fürs Fußball-Fachsimpeln mit Mehmet Scholl

In der Kategorie der besten Sportsendung überzeugten Matthias Opdenhövel und Mehmet Scholl mit ihren Analysen zur Fußball-Europameisterschaft im Juni, bei der der WDR die Federführung für die ARD hatte.

Der beste Mehrteiler war in den Augen der Jury der ARD-Zweiteiler "Der Mann mit dem Fagott", die Biografie des Sängers Udo Jürgens. Er habe Angst gehabt vor dem Film, sagte der 78-jährige Jürgens, der auch nach Köln gekommen war. Als er aber Hauptdarsteller David Rott als jungen Jürgens gesehen habe, habe ihn dies "extrem berührt". "Dass wir aber hier stehen und den Preis bekommen, hätte ich nicht im Traum gedacht".

Elstner bekam Preis für Lebenswerk

Drei Preisträger standen schon vor der Kölner Gala fest: Frank Elstner, Hermann Joha und Stephan Lamby. Elstner erhielt den Ehrenpreis der Stifter des Deutschen Fernsehpreises. "Frank Elstner steht mit seinem Lebenswerk für die große deutsche Fernseh-Unterhaltung. Als Erfinder von 'Wetten, dass..?' hat er sich immer gleichermaßen für Programm-Qualität und das ganz große Publikum interessiert", erklärte Thomas Bellut, Intendant des ZDF und diesjähriger Vorsitzender der Stifter des Deutschen Fernsehpreises. Ebenfalls schon vor der Preisverleihung wurde bekannt, dass die Produzenten Hermann Joha und Stephan Lamby für "Besondere Leistungen" ausgezeichnet werden würden.

Erinnerungen an Dirk Bach


Eine Moderatorin mit Danke Dirk - Aufkleber
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Kollegen auf dem Roten Teppich sagten "Danke Dirk"

Vor dem Kölner Coloneum hatte der Schauspieler Heinrich Schafmeister Aufkleber mit dem runden Gesicht von Dirk Bach verteilt: "Danke Dirk". Der Komiker war am Montag (01.10.2012) überraschend im Alter von 51 Jahren gestorben. Einige Gala-Gäste hefteten sich den Sticker an die Arme und an die Kleidung. Moderator Oliver Welke sagte zu Beginn auf der Bühne: "Er hat den Fernsehpreis auch mal moderiert und war besser angezogen als jeder andere vor ihm." Damit spielte er darauf an, dass Bach bei der Gala im Jahr 2002 das gleiche Kleid wie seine Co-Moderatorin Sandra Maischberger trug. Dirk Bach sei "ohne Zweifel der größte kleine dicke Schauspieler aller Zeiten" gewesen. Eine Gedenkminute blieb aus. Spaßmacher Dirk Bach hätte es vermutlich nicht anders gewollt.

Drei Fernsehpreise für den WDR

Der Deutsche Fernsehpreis wird seit 1999 von ARD, RTL, SAT.1 und ZDF zur Würdigung hervorragender Leistungen für das Fernsehen verliehen. Die diesjährige Federführung hatte das ZDF. Der Westdeutsche Rundfunk war dieses Jahr in sechs Kategorien nominiert. Er bekam mit der EM-Sendung, dem Drama "Der letzte schöne Tag" mit Möhring und dem "Moma" drei Fernsehpreise.

Stichworte

Die Gewinner des Deutschen Fernsehpreises 2012

Bester Fernsehfilm: "Das Ende einer Nacht" (ZDF)

Bester Mehrteiler: "Der Mann mit dem Fagott" (ARD/Degeto/ORF)

Beste Serie: "Der letzte Bulle" (Sat.1)

Bester Schauspieler: Wotan Wilke Möhring für "Der letzte schöne Tag" (ARD/WDR)

Beste Schauspielerin: Barbara Auer und Ina Weisse für "Das Ende einer Nacht" (ZDF)

Beste Dokumentation: "Nine Eleven" (ZDF/3sat/Arte)

Beste Reportage: "Mr. Karstadt" (ZDF)

Beste Information: "Stern TV" (RTL)

Beste Sportsendung: Für ihre Spielanalysen zur UEFA-Fußball-Europameisterschaft (ARD): Matthias Opdenhövel und Mehmet Scholl

Beste Unterhaltung Show: "The Voice of Germany" (ProSieben/Sat.1)

Beste Unterhaltung Doku/Dokutainment: "Cover my Song" (VOX)

Beste Comedy: "Knallerfrauen" (Sat.1)

Publikumspreis "Bestes Frühstücksfernsehen/Morgenmagazin": "Moma - Das Erste am Morgen" (ARD/WDR)

Preis für das Lebenswerk: Frank Elstner

Kategorie "Besondere Leistung Fiktion": Kölner Produzent und Action-Spezialist Hermann Joha ("Alarm für Cobra 11")

Kategorie "Besondere Leistung Information": Hamburger Produzent und Autor Stephan Lamby (Dokumentationen für öffentlich-rechtliche Sender)

Kategorie "Besondere Leistung Unterhaltung": Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf ("Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt")

Förderpreis: Phillipp Käßbohrer und Matthias Schulz für die Produktion von "Roche & Böhmermann" (ZDFkultur).


Stand: 03.10.2012, 13.23 Uhr


Kommentare zum Thema (17)

letzter Kommentar: 05.10.2012, 01:06 Uhr

cb.one schrieb am 05.10.2012, 01:06 Uhr:
@ "JuckJuck" (O4.1O., 1O:29) Was sind Sie bloß für ein Mensch ??? Sie kommentieren hier öffentlich "...so ein armseliger Dirk Bach..." Geht's Ihnen noch gut ??? Ich bin mir zu 100% sicher dieser Mensch hat Ihnen nie etwas getan. Nun ist er einfach nur TOT! Im übrigen ist der von Ihnen erwähnte Didi Hallervorden heute der Intendant jenes Theaters, dem Schlosspark-Theater in Berlin-Steglitz, in dem Dirk Bach in diesen Tagen Premiere gefeiert hätte... Der Kleine König Dezember: >>> Und wer tot ist, wird ein Stern. <<< Kann man sich nicht ein kleines Stück Menschlichkeit zu Herzen nehmen? Ich bin z.B. auch KEIN Fan vom "Dschungel-Camp" gewesen. Aber Dirk Bach war, ist & wird für viele, viele Menschen viel mehr bleiben als das bisschen, was so mancher hier nur von ihm wahrgenommen hat! Jene die hier einen Aufriss inszenieren & eine Abhandlung über die Verdummung einer Nation von sich geben... R.I.P. Dirk !!!
Moni schrieb am 04.10.2012, 23:09 Uhr:
Für mich war es einer der niveaulosesten Fernsehpreisverleihungen die ich je gesehen habe. Außer Elmar Theveßen, der wirklich etwas in seiner Dankesrede mitzuteilen hatte, feiert sich die Fernseh-und Schauspielriege nur selbst.
JUKUK schrieb am 04.10.2012, 10:29 Uhr:
@Danta um 07:56: Dem ist fast nichts hinzufügen. Die Verblödung Deutschlands schreitet unaufhaltsam fort. Angefangen haben damit die privaten Sender, die öffentlich-rechtlichen Sender machen munter mit. Wer verblöden will guckt halt fern. Deutschland einig Dummenland. Bei Dieter Hildebrandt und anderen mußte man noch richtig mitdenken, um den Kick zum Lachen zu bekommen. Selbst Sketchup und Didi Hallervorden waren noch Klassen besser, als so ein armseliger Dirk Bach und andere sogenannte Entertainer. Mir fehlt ein Dirk Bach in keiner Weise.
Peter schrieb am 04.10.2012, 08:53 Uhr:
Dirk Bach fand ich nicht lustig, höchstens albern. Und sein Tod kam auch nicht überraschend. Wenn einer 50 Kg zuviel wiegt ist es nur eine Frage der Zeit wenn das Herz schlapp macht. Er sollte dankbar sein, dass er solange leben durfte, bei dem Übergewicht.
Danta schrieb am 04.10.2012, 07:56 Uhr:
Jedes Volk bekommt das Fernsehprogramm, welches es verdient. Da das Fundament der Gesellschaft mittlerweile eine formalgebildete Horde fußballbegeisterter Gröhlköppe, iPhone-Glotzer mit kyphosierter Halswirbelsäule und bescheuerten Trivialhumor darstellt, kann Herr Dirk Bach zwangsläufig nur "ein wichtiger Mensch", "toller kleiner, dicker Mann", "humorvoller Kerl", "klasse Schauspieler", usw. gewesen sein. Interessant auch die hellseherischen Fähigkeiten mancher Fernsehzuschauer, welche Herrn Dirk Bach "Sonne im Herzen" und "ein lustiges Gemüt" nachsagen.

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