Kinostart des Films "Fünf Freunde": Enid Blyton lebt in Billerbeck
Die legendären fünf Freunde Dick, Julian, George, Anne und Hund Timmy sind seit Donnerstag (26.01.2012) im Kino zu sehen. Sarah Bosse aus Billerbeck hat das Buch zum Film geschrieben – wie auch mehr als 20 andere Fünf-Freunde-Bücher, als Ghostwriterin der längst verstorbenen Enid Blyton.
"Fünf Freunde" ist eine der populärsten Reihen der Kinderbuchautorin Enid Blyton. Jährlich erscheinen vier bis fünf neue Bücher. Dabei ist Enid Blyton schon 1968 gestorben. Ihre Ghostwriterin ist die Kinder- und Jugendbuchautorin Sarah Bosse. Sarah Bosse hat auch das Buch zum Fünf-Freunde-Film geschrieben – weitab von England, wo alle Fünf-Freunde-Abenteuer spielen, im münsterländischen Billerbeck.

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Bosse, nicht Blyton
Oben auf dem Buchdeckel steht auch bei neuen Büchern wie eh und je der Autorennname Enid Blyton in Form ihrer Unterschrift. Auf Seite zwei ein Schwarz-Weiß-Foto der Britin mit ihrem Lebenslauf. Und wieder eine Seite weiter im Impressum taucht, ganz klein gedruckt, der Name von Sarah Bosse auf. Diese Seite studieren die wenigsten Leser, und auch so mancher Buchhändler scheint sich keine Gedanken zu machen über das scheinbar unendlich lange Leben der englischen Bestseller-Autorin.
Jährlich erscheinen vier neue Fünf-Freunde-Bücher
Mehrere Wochen im Jahr taucht Blyton-Ghostwriterin Sarah Bosse in die Welt der "Fünf Freunde" ein. Dort scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Freunde und ihr Hund verbringen – wie zu den guten alten Enid-Blyton-Zeiten – ihre Ferien an der Felsenbucht im Haus von Georgs Eltern. Von ihrem Arbeitszimmer blickt die Autorin in eine münsterländische Parklandschaft. Das inspiriere sie - und erinnere sie auch ein bisschen an England, sagt Sarah Bosse. Manche Ideen kämen ihr auch kurz vor dem Einschlafen, deshalb habe sie immer Stift und Zettel an ihrem Bett liegen. Vier Abenteuerbücher schreibt sie pro Jahr im Auftrag des Bertelsmann-Verlages, bislang mehr als zwanzig.
Enid Blyton – "menschlich eher schwierig"

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Enid Blyton
Enid Blyton schaue ihr nicht über die Schulter, wenn sie schreibe, sagt Sarah Bosse. Sie identifiziere sich nicht mit ihr, führe nur die von ihr entwickelten Geschichten fort. Dass die britische berühmte Kollegin dabei immer noch Ruhm und Ehre absahnt, mache ihr nichts aus. "Enid Blyton war ja auch eine sehr tüchtige und sehr fleißige Autorin, menschlich aber eher schwierig", sagt Sarah Bosse. Die Autorin Sarah Bosse schreibt auch sehr erfolgreich im eigenen Namen. Deshalb fällt es ihr wohl nicht schwer, in die Schuhe von Enid Blyton zu schlüpfen und quasi darin zu verschwinden.
Handys, MP3-Player und Computer sind tabu
Um das Erfolgrezept nicht zu gefährden, hat Sarah Bosse vom Verlag und den englischen Lizenzgebern klare Vorgaben bekommen. So werden die fünf Freunde nie älter und verbringen ihre Ferien – die Zeit ihrer Abenteuer – immer an der Felsenbucht. Handys, MP3-Player und Computer sind tabu. Nicht einmal einen Fernseher gibt es. Wenn die Freunde anrufen wollen, müssen sie eine Telefonzelle benutzen. Diese befindet sich in einem kleinen Städtchen, ein paar Bustationen von der Felsenbucht entfernt. Dort gibt es auch ein Museum, eine Universität mit Bibliothek und einen kleinen Flughafen – wichtigen Voraussetzungen ihrer Recherchen und Abenteuer.

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Fünf Freunde im Film
Der Zielgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen scheinen die Geschichten auch ohne die Errungenschaften moderner Technik zu gefallen. "Offensichtlich vermissen sie das nicht", sagt Bosse. Dafür mailen ihre kleinen Leser umso heftiger mit der Autorin. Dabei bekomme sie viel Lob, aber auch Kritik. Kritik komme auch schon mal von Erwachsenen, denen die Geschichten entweder nicht nostalgisch oder nicht modern genug sind. Allerdings gibt der Erfolg der Bücher der Autorin Sarah Bosse Recht: "Das Abenteuer von damals funktioniert tatsächlich heute immer noch."
Stand: 26.01.2012, 12.45 Uhr
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