Batman-Film startet in Deutschland Kostüme bei NRW-Premiere unerwünscht

Nach dem Kino-Attentat in den USA werden die Sicherheitsvorkehrungen bei der Deutschland-Premiere des neuen "Batman"-Films verschärft. Auch in NRW verstärkten die Kinobetreiber ihre Kontrollen und bitten die Besucher, auf Kostüme zu verzichten.


Ein Mann trägt eine Batman-Maske während einer Premiere des Films in Mexiko City
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Nicht gerne gesehen: Maske bei der Premiere des neuen Batman-Films

Bundesweit startet der neue Batman-Film "The Dark Knight Rises" zwar erst am Donnerstag (26.07.2012). Doch bereits in der Nacht auf Mittwoch (25.07.2012) sind auch in NRW-Kinos sogenannte Previews zu sehen, die um Mitternacht beginnen. Darauf haben sich die großen Kinobetreiber nach eigenen Angaben vorbereitet: "Unsere Mitarbeiter sind besonders sensibilisiert und werden die Batman-Vorführungen mit erhöhter Aufmerksamkeit begleiten", sagte Kim Ludolf Koch, Geschäftsführer von Cineplex Deutschland mit Sitz in Wuppertal, am Dienstag (24.07.2012) WDR.de.

"Außerdem bitten wir das Publikum, nicht verkleidet zu erscheinen." Es gebe zwar Anfragen von Besuchern, die sich um ihre Sicherheit sorgten. "Aber bisher konnten wir bei den Karten-Reservierungen keinen Einbruch feststellen", so Koch. Er halte die Wahrscheinlichkeit, dass es in Europa zu zu einem ähnlichen Vorfall wie in den USA kommt, für "relativ klein". Dort hatte bei der Batman-Premiere in einem Kino in Aurora im US-Bundesstaat Colorado in der Nacht zum Freitag (20.07.2012) ein 24-Jähriger wahllos ins Publikum geschossen. Er wird beschuldigt, zwölf Menschen getötet und 58 weitere verletzt zu haben.

Unveränderte Nachfrage nach Batman-Karten

Auch der Bochumer Kinobetreiber UCI-Kinowelt sieht "keine erhöhte Gefährdungslage", wie Pressesprecher Thomas Schülke am Dienstag WDR.de sagte. Bei den Premieren in mehr als 4.000 Kinos in den USA, Spanien und England sei es zu keinerlei Problemen gekommen. "Es ist davon auszugehen, dass es sich um die Tat eines psychisch gestörten Einzeltäters gehandelt hat", so Schülke. Dennoch gebe es verstärkte Kontrollen beim Einlass und in den Kinosälen. Auf der UCI-Homepage werden die Gäste gebeten, auf Verkleidungen zu verzichten, "die dazu führen könnten, dass sich andere Besucher unwohl fühlen." Dennoch sei die Nachfrage nach Karten für Batman unverändert hoch.

"Sicherheitsmaßnahmen bereits vorhanden"

Dagegen plant die Kinogruppe Cinestar mit Sitz in Lübeck keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Da es bislang noch keine weitergehenden Informationen zu den Hintergründen der Tat gebe, sehe das Unternehmen keinen Anlass dafür, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens, Oliver Fock. Unabhängig davon gebe es in den größeren Häusern der Cinestar-Gruppe bereits Sicherheitsmaßnahmen. "Sollte die weiteren Untersuchungen des Falls zu Erkenntnissen führen, auf Grund derer man die Sicherheitsmaßnahmen zum Filmstart konkret überdenken muss, werden wir dies selbstverständlich tun", sagte Fock.

Keine Erkenntnisse über Gefährdung

Aus Sicht des NRW-Innenministeriums deutet momentan allerdings nichts auf eine Wiederholung der Vorkommnisse in den USA hin: "Es gibt bei der Polizei keinerlei Erkenntnisse, dass eine Gefährdung vorliegt", sagte Ministeriumssprecher Roland Vorholt zu WDR.de. "Sobald sich aber für Kinobetreiber Verdachtsmomente ergeben und sie sich an die örtliche Polizeidienststelle wenden, werden wir aktiv und leiten die notwendigen Maßnahmen ein." Da es sich bei den Filmvorführungen um "Veranstaltungen in geschlossenen Räumen" handele, seien primär die Kinobetreiber für die Sicherheit der Gäste zuständig.

Die Cinestar-Gruppe betreibt bundesweit 71 Kinos, neun davon in NRW. In der Cineplex-Gruppe sind nach eigenen Angaben bundesweit insgesamt über 80 Kinos vertreten und 15 in NRW. UCI-Kinowelt betreibt deutschlandweit 23 Kinos, davon sieben in NRW.


Stand: 24.07.2012, 20.29 Uhr


Kommentare zum Thema (23)

letzter Kommentar: 25.07.2012, 09:29 Uhr

Hmm schrieb am 25.07.2012, 09:29 Uhr:
@John Gehlen : was für ein gewaltverherrlichender Dreck? Weil irgendwer diesen Film zum Anlass für eine Gewalttat nimmt, müssen Millionen nicht darauf verzichten. Wenn sie in einer heilen Welt leben wollen, schließen sie sich den Amish-People oder sonstwem an. Sinnlose Gewalt und Psychopaten hat es immer gegeben, auch weit vor Entstehung des modernen Action- und Horrorfilms und irgendwelcher Videospiele und wird es immer geben. Gucken sie sich mal z. B. die bestialischen Gemetzel in afrikanischen Bürger- und Glaubenskriegen der letzten Jahre an. Die Leute kennen keine bösen Kinofilme und erst Recht keine PC-Spiele, sind aber sehr erfinderisch und fleissig, wenn es ums morden und foltern geht. Liegt halt in den Genen des Menschen.
Barbara schrieb am 25.07.2012, 08:12 Uhr:
Also Batman finde ich echt klasse und von Gewaltverherrlichung kann ich da nichts erkennen. Da gibt es WESENTLICH derbere Filme. Ich habe so manchen davon gesehen. Jedenfalls finde ich es total klasse, wenn sich Fans so sehr identifizieren, dass sie sich sogar wie ihre Helden verkleiden. Man sollte das nicht verbieten. In Köln gibt es übrigens ein Kino, in dem zig Jahre lang in gewissen Abständen immer wieder die Rocky Horror Picture Show gezeigt wurde. Dort kamen die Leute nicht nur verkleidt, sie spielten viele Szenen sogar nach und warfen dabei (szenengerecht) sogar mit Reis. Was für eine herrliche Veranstaltung.
Horst schrieb am 25.07.2012, 07:57 Uhr:
Also die Leute die hier für diese Kontrollen sind: Ihr solltet euch vielleicht mal Fragen ob ihr euch nicht besser nen Bunker in Garten stellt und euch da einfach einschließt bis ans Ende eurer Tage...
John Gehlen schrieb am 25.07.2012, 07:29 Uhr:
Auf die Idee, diesen gewaltverherrlichenden Dreck einfach zu verbieten kommt natürlich niemand. Man kann fast glauben, der Amoklauf in den USA war ein Werbegag, um den Film in die Schlagzeilen der Weltprsse zu bringen. Und wer das für abwegig hält, hat immer noch nicht begriffen, wie verkommen unsere Gesellschaft mittlerweile geworden ist!
Donald Drunk schrieb am 25.07.2012, 07:09 Uhr:
Demnach sind wohl Schusswaffen auch nicht erlaubt?

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