Hochwasserchronik für Köln Fast alle Jahre wieder

Im vergangenen Jahrhundert stieg der Rhein in Köln 21 Mal über die Neun-Meter-Marke. Dabei gab es jedes Mal erhebliche Hochwasserschäden. Dreimal wurde von einem Jahrhunderthochwasser gesprochen: 1926, 1993 und 1995.


Jahrhunderthochwasser in Köln; Rechte: dpa
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1993: Jahrhunderthochwasser in Köln

Der Kölner Pegel

Der Kölner Pegelstand wird permanent am Pegelturm am Rheinufer gemessen. Ein Schwimmkörper im Turm überträgt den aktuellen Wasserstand auf die am Turm angebrachte Pegeluhr und gleichzeitig auf eine elektrische Datenaufzeichnung.

Der "normale Pegelstand" - der über ein ganzes Jahr gemittelte Wasserstand des Rheins - liegt zur Zeit bei 3,48 Metern. Ein Hochwasser, wie zum Beispiel im März 2001, mit einem Pegelstand von 9,38 Metern liegt also fast sechs Meter über dem durchschnittlichen Wasserstand. Am 29. September 2003 um 8.00 Uhr wurde der historisch niedrigste Rheinwasserstand von 80 cm am Kölner Pegel erreicht.

Pegelstände in Köln

Die Dokumentation der Pegelstände in Köln reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Ein Hochwasser am Rhein tritt in der Regel im Winter, in den Monaten Januar und Februar auf, wenn die Schneeschmelze mit anhaltenden Niederschlägen zusammenfällt.


1374: 10,35 Erster überlieferter Hochwasserstand in Köln.
1784: 13,55 Das höchste jemals in Köln gemessene Hochwasser. In Köln und Mülheim starben 63 Menschen in den Fluten.
1926: 10,69 In diesem Jahr regnete es im Januar fünf mal so viel wie im Durchschnitt. Das Ereignis ging als Jahrhunderthochwasser in die Geschichte ein.
1948: 10,41 Die Reste der zerbombten Brücken behinderten damals den Abfluss des Reinwassers.
1983: 9,96 Eines der seltenen Hochwasser im Sommer, die nur ca. alle 290 Jahre zu erwarten sind.
1993: 10,63 Jahrhunderthochwasser zur Weihnachtszeit. Nicht die Schneeschmelze sondern Regenrekorde im Monat Dezember führten zu diesem Hochwasserrekord.
1995: 10,69 Jahrhunderthochwasser im Januar. Anhaltende Regenfälle und die beginnende Schneeschmelze in den Mittelgebirgen in den ersten Tagen des neuen Jahres ließen den Rhein auf die Rekordhöhe des 20. Jahrhunderts steigen.
1998: 9,49 Hochwasser Anfang November aufgrund von ausgiebigen Regenfällen in Süd- und Südwestdeutschland.
2001: 9,38 Hochwasser im März. Der Grund: Tauwetter in den Alpen und Mittelgebirgen und ausgiebige Regenfälle.
2002: 8,56 Hochwasser Ende Februar wegen ausgiebiger Regenfälle.
2003: 9,71 Trotz schlimmer Befürchtungen wurde die Altstadt Anfang Januar nicht überschwemmt. Im September wird in Köln mit 80 cm der historisch niedrigste Rheinwasserstand gemessen.
2011: 8,91 Im Januar führen die einsetzende Schneeschmelze bei Temperaturen von bis zu 14 Grad und starke Regenfälle im Moselgebiet zu Überschwemmungen.

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Kölner Pegel

Wer Informationen zum Hochwasser am Rhein sucht, stößt immer wieder auf den Kölner Pegel. Dass der Rheinpegel der Domstadt so prominent ist, hat verschiedene Gründe. Zum einen ist es der am längsten lückenlos gemessene Rheinpegel. Seit fast 200 Jahren liegen Daten aus Köln vor. "Das ist die Ausnahme", betont Bernd Mehlig vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW. Zur Bedeutung des Pegels beigetragen, sagt Mehlig, habe aber auch die besondere soziale Stellung der Stadt Köln, die auch mit dem Kölner Dom zusammenhänge.


Repräsentativ sind die Kölner Messergebnisse aber auch, weil der Rhein vor der Kölner Altstadt seinen Lauf seit Jahrhunderten nicht verändert hat - das lassen die dortigen Bodenverhältnisse nicht zu. Somit ist der Kölner Pegel immer noch Richtschnur für alle Orte am Niederrhein (der Niederrhein beginnt zwischen Bonn und Köln): Wenn der Pegel in der Domstadt eine gewisse Marke erreicht hat, wissen die Orte rheinabwärts, wann sie beispielsweise mit einer Hochwasserwelle rechnen müssen.


Stand: 31.05.2013, 12.30 Uhr