Das WDR-Fotoalbum wird abgeschaltet Nach dem Briefkasten kommen die Netzwerke

Das WDR-Fotoalbum mit Bildern unserer User wird geschlossen. Es macht Platz für neue Möglichkeiten, die das Netz all jenen bietet, die ihre Fotos mit andern teilen wollen. Auch wenn Sie uns Fotos für unsere Programme zukommen lassen wollen, gibt es längst schnellere Wege.


Gäbe es die Zeitrechnung "Internet-Jahre", so wäre das WDR-Fotoalbum im fortgeschrittenen Rentenalter. Vor mehr als sieben Jahren wurden dort die ersten Bilder veröffentlicht. Der Impuls, ein Gefäß für sogenannten usergenerated Content, also von Nutzern produzierten Inhalt, bereit zu halten, kam im Sommer 2005: Am 7. Juli zündeten Selbstmordattentäter Bomben in drei Londoner U-Bahnen und in einem Doppeldeckerbus. Die Ereignisse schockierten Menschen in aller Welt.

Album als elektronischer Briefkasten

Das Ausmaß der Anschläge dokumentierten viele Augenzeugen mit ihren Handy-Kameras. Viele von ihnen stellten ihr Material der BBC zur Verfügng, die diese Fotos und Videos in Internet und Fernsehen verbreitete. Facebook und Youtube waren gerade erst gegründet und noch unbekannt, Twitter existierte noch gar nicht. Aber es gab den offensichtlichen Wunsch vieler Menschen, ihre Fotos mit anderen zu teilen und sie bei besonderen Ereignissen professionellen Nachrichtenmachern zur Verfügung zu stellen. So entstand das WDR-Fotoalbum als eine Art elektronischer Briefkasten für Foto-Post.


Zum Glück musste der WDR nie auf Augenzeugenmaterial von Anschlägen zurückgreifen. Stattdessen tummelten sich im Fotoalbum Karnevalsjecken, Heimatkundler und Freunde von Schneelandschaften oder Wolkenbildern. Der Papstbesuch von 2005 wurde ebenso fotografisch festgehalten wie die Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Viele Bilder wurden in der Aktuellen Stunde, bei Daheim und Unterwegs oder in der Lokalzeit gezeigt.

Neue Netzwerke, neue Nutzung

Mittlerweile ist jeder Nutzer von Facebook, Twitter oder Youtube selbst zum Sender geworden. Niemand braucht den WDR, um Fotos oder bewegte Bilder einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen. In Sekundenschnelle sind selbst aufgenommene Werke gepostet und unter Umständen innerhalb weniger Minuten weltbekannt. Die WDR.de-Redaktion hat deshalb entschieden, das Fotoalbum abzuschalten. Unsere Nutzer können uns heute viel einfacher Bilder und sogar Videos direkt über soziale Netzwerke senden.

Und so funktioniert's:


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Per Twitter können Sie eine Nachricht mit angehängtem Foto an die Adresse "@WDR" senden. Erstellen Sie dazu einfach (auf Ihrem Computer oder Smartphone) einen neuen Tweet, dem Sie "@WDR" voranstellen. Oder nutzen Sie das Formular auf unserer Twitter-Seite. Bitte beachten Sie: Diese Nachricht wird dann als normaler Tweet abgeschickt, ist also öffentlich einsehbar, wenn Sie Ihre Nachrichten nicht geschützt haben.


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Auch über Facebook können Sie uns eine Direktnachricht mit einem Foto oder auch Video zukommen lassen. Ein Formular mit der Möglichkeit, Dateien anzuhängen, finden Sie auf unserer normalen Facebook-Seite unter dem Button "Nachricht senden" oben unter dem Banner-Bild.


Sollten Sie in keinem der genannten Netzwerke vertreten sein (wollen), so können Sie uns Bilder und kleinere Videos natürlich auch ganz einfach per E-Mail senden. Nutzen Sie dafür die Adresse redaktion@wdr.de

Nutzungsbestimmungen beachten

Bitte beachten Sie bei Netzwerken wie Facebook und auch Twitter, dass Sie diesen Diensten teilweise Nutzungsrechte an den Bildern einräumen, wenn Sie sie über diese Dienste versenden. Lesen Sie deshalb bitte aufmerksam die entsprechenden Bestimmungen.

Das User-Fotoalbum wird noch ein paar Wochen online bleiben, allerdings ohne Möglichkeit, neue Bilder hinzuzufügen. Auch das Suchen nach bereits veröffentlichten Bildern ist dann nicht mehr möglich. Anschließend werden wir dann das Fotoalbum komplett vom Netz nehmen.


Für Fotos aus der prädigitalen Zeit haben wir übrigens eine ganz neue Möglichkeit geschaffen: Unter digit.wdr.de finden Sie Informationen, wie Sie ehemals analoge Bilder und Videos digitalisieren, veröffentlichen und mit anderen Nutzern teilen können.


Stand: 19.12.2012, 06.00 Uhr


Kommentare zum Thema (38)

letzter Kommentar: 22.12.2012, 13.50 Uhr

annemie aus köln schrieb am 22.12.2012, 13.50 Uhr:
hallö ihr netten menschen, beim wdr ,hallo liebe fotofreundInnen ich finde es traurig,dass ich/wir nicht mehr diesen "weg" nutzen kann fotos ins album zu plazieren. es hat mir immer viel spass gemacht und habe mir gerne die fotos von anderen angeschaut. ich werde weder facebook noch twitter benutzen,um dort meine fotos hochzuladen,dass ist nicht mein ding. schade schade schade weihnachtliche grüße annemie frings
WDR.de schrieb am 21.12.2012, 14.06 Uhr:
Sehr geehrte Damen und Herren, herzlichen Dank für die rege Diskussion. Es stehen einige Fragen und Behauptungen im Raum, zu denen wir abschließend Stellung nehmen wollen. 1. Auch wir bedauern es, das Fotoalbum zu schließen. Es ist uns über die Jahre ans Herz gewachsen. Wir wollen aber bei dieser Entscheidung bleiben. Dass wir diese Art der Bildübermittlung nicht mehr für zeitgemäß halten, ist im Artikel ausführlich erläutert. Der technische Unterhalt und die redaktionelle Betreuung des Fotoalbums sind mit Kosten verbunden, die wir nicht mehr rechtfertigen können. Wir sind gehalten, die uns anvertrauten Mittel aus dem Rundfunkbeitrag sinnvoll und sparsam einzusetzen. 2. Hier wurde mehrfach behauptet, wir zwingen die Besucher unserer Webseiten in die Arme der "Datenkraken". Das ist nicht zutreffend. Es bleibt jederzeit möglich, Fotos als E-Mail-Anhang an den WDR zu senden. WDR-Nutzer wissen, dass wir kritisch über Facebook, Google und Co. berichten und darüber aufklären, wie man sich und seine Daten schützen kann. Da jedoch viele Nutzer z.B. bereits bei Facebook oder Twitter angemeldet sind, weisen wir auch auf diesen Weg der Übermittlung hin. Freundliche Grüße Stefan Moll Leiter des WDR Programmbereichs Internet
Heinz Peierl schrieb am 21.12.2012, 09.50 Uhr:
Kann mich den Worten von Renate Schuparra und Liesel Michelis nur anschließen. Bitte noch einmal überdenken. Wäre ein Weihnachtsgeschenk! Mit freundlichen Grüßen Heinz Peierl
Renate Schuparra schrieb am 20.12.2012, 19.29 Uhr:
Wäre heute der 1. April, ich würde an einen üblen Aprilscherz glauben!!! Wirklich sehr schade, dass das Fotoalbum geschlossen wird, es wird mir fehlen; habe täglich darin "rumgeblättert" und auch selbst gerne Bilder eingestellt. Ich fühlte mich nicht nur mit den mir persönlich bekannten wie Thomas Ruszkowski, Hans-Josef Möhring, Hans Tißen, Jürgen Daum, Liesel Michelis sondern auch mit Rolfdieter Bratvogel, Heinz Peierl, Manfred Görner um nur ein paar zu nennen, im Laufe der Zeit schon so richtig "verwachsen" und kann mich da den Worten von Liesel Michelis nur anschließen und Sie bitten, die ganze Sache doch noch einmal zu überdenken. Facebook oder Twitter wären für mich auf gar keinen Fall eine Alternative!!! Mit freundlichen Grüßen, Renate Schuparra
Liesel Michelis schrieb am 20.12.2012, 17.23 Uhr:
Es ist sehr bedauerlich, dass Sie Ihr Fotoalbum schließen. Ich werde es vermissen, denn es hat großen Spaß gemacht, Fotos anzusehen und selber Bilder ins Album zu stellen. Aber an dieser Stelle auch an Sie ein Dankeschön! Und vielleicht überdenken Sie noch einmal, ob es nicht möglich wäre, das Album fortzuführen. Es grüßt Sie Liesel Michelis.

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