Düsseldorfer Gymnasium mit eigener App: Vertretungsplan per Handy checken
Schüler eines Gymnasiums in Düsseldorf können künftig per Smartphone Essen in der Cafeteria bestellen und den aktuellen Vertretungsplan ansehen. Möglich macht das eine App, die Lehrer und Schüler mitentwickelt haben.

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Teil des Schulalltags: Smartphones
Morgens nach dem Aufstehen kann sich ein Blick in den Vertretungsplan der Schule richtig lohnen: "Das ist sonst ärgerlich, wenn man zur Schule kommt und dann feststellt, dass man die erste Stunde frei hat", weiß Lennart Bader, Schüler am Theodor-Fliedner-Gymnasium in Düsseldorf. Er war beteiligt an der Entwicklung der App, mit der seine Schule künftig Lehrer und Schüler über den aktuellen Vertretungsplan, Termine und Neuigkeiten informiert hält. Auch die Essensbestellung in der Cafeteria lässt sich mit der neuen App bequem per Smartphone erledigen.
Nur wenige Schulen informieren per App

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Screenshot der Schul-App
Über ein integriertes Online-Zahlsystem sind sogar Spenden an den Förderverein möglich – der hat die Entwicklung der mobilen Anwendung immerhin finanziert. Die Schule arbeitete hier mit einem Düsseldorfer Technologieunternehmen zusammen, in der der Vater eines Schülers tätig ist. Die letzten Tests sind nun abgeschlossen, in den kommenden Wochen soll die App für Android-Smartphones, iPhone und iPad in den jeweiligen Appstores zum kostenlosen Download bereit stehen.
Das Gymnasium in Trägerschaft der Evangelischen Kirche im Rheinland ist mit seinem mobilen Angebot offenbar ein Vorreiter auf diesem Gebiet. Nur vereinzelt finden sich Schulen in anderen Bundesländern, die ebenfalls eigene Apps mit Hausaufgaben- und Vertretungsplänen haben – etwa die Friedrich-List-Schule in Wiesbaden oder die Realschule Poing in Bayern. Projekte und Initiativen des Landes Nordrhein-Westfalen zur Nutzung der digitalen Medien in Schulen konzentrieren sich eher auf eLearning und medienpädagogische Angebote im Unterricht. Die Entwicklung einer App koste um die 10.000 Euro, schätzt Lehrer Günter Meyer, der für die mobile Anwendung des Fliedner-Gymnasiums verantwortlich ist - auch das könnte ein Grund sein, weshalb bisher nicht viele andere Schulen einen solchen Service anbieten können.
Passwortgeschützter Zugriff auf den Vertretungsplan
Der Vertretungsplan war bisher schon im Netz einsehbar, allerdings zeitlich beschränkt. Mit der App wird er nun rund um die Uhr verfügbar sein, der Zugriff ist schneller und komfortabler: Jeder Nutzer hat eine eigene passwortgeschützte Anmeldung, die in der App gespeichert wird, sodass nicht jedes Mal ein neuer Login nötig ist wie im Internet. Aus datenschutzrechtlichen Gründen bekommen die Schüler nur den Unterrichtsplan ihrer jeweiligen Klasse angezeigt – "minutenaktuell", wie Lehrer Günter Meyer betont. "Wir haben ein breites Fächer- und AG-Angebot für unsere 1.300 Schüler, das ständig beatmet werden will und entsprechend viele Änderungen im Vertretungsplan zur Folge hat", erklärt er die Dringlichkeit. "Ich habe schon länger das Gefühl gehabt, dass da etwas passieren muss."
Mit einem Smartphone seien heute die meisten Schüler ausgestattet. Immer mehr kämen auch mit Tablet-Computern in den Unterricht, berichtet Meyer. Das Fliedner-Gymnasium hat sich schon früh für ein Wlan-Netz auf seinem großen Campus entschieden, sodass der Internetzugang in nahezu allen Klassenräumen gegeben ist. "Die Schüler nehmen das dankbar an und nutzen ihre Geräte auch viel für Recherchearbeit." Wer kein Tablet und kein Smartphone hat, bleibt zumindest im Hinblick auf den Vertretungsplan nicht außen vor: Er steht weiterhin im Internet, sodass die Schüler ihn vom Rechner zu Hause aus einsehen können. Und es gibt ihn nach wie vor am Schwarzen Brett in der Schule - das allerdings auch ein Bildschirm ist.
Stand: 16.01.2013, 06.06 Uhr
Kommentare zum Thema (21)
letzter Kommentar: 17.01.2013, 15:19 Uhr
- Lehrer27 schrieb am 17.01.2013, 15:19 Uhr:
- Lieber guenni, Meine Anmerkungen zum Datenschutz und der Haltung der BezRegs bezieht sich ganz konkret auch auf passwortgeschützte Zugänge mit nur jeweils kurzzeitig verfügbaren Plänen der nächsten paar Tage. Auch dies wird von etlichen Datenschützern als kritisch angesehen und in einzelnen BezRegs deutlich als nicht gewünscht betrachtet. Selbst wenn teilweise eine solche Form der Veröffentlichung als sinnvoll angesehen wird, gibt es ganz klare Informationen, dass im Fall einer Klage etc. die Schule keine Unterstützung erwarten darf. Einzelne BezRegs haben auch entsprechende Anschreiben an Schulen verfasst, z.B. Existiert ein entsprechendes Schreiben in Arnsberg. Ich weiss daher nicht, welche Datenschutzstellen sie befragt haben, die Realität ist leider in vielen Bezirken eine andere.
- Chris26 schrieb am 17.01.2013, 08:40 Uhr:
- Ich finde die Idee gut! Habe mich an der Uni auch immer drüber aufgeregt, dass ich zur Uni musste, um meine Klausurergebnisse von einem Zettel abzulesen, wo man die doch schön ins Internet stellen könnte - und das war 2001-2006, da war das Internet dazu schon genug entwickelt! Dass hier immer wieder technikfeindliche Menschen Verbote befürworten: Smartphones sind Bestandteil des Alltags, auch bei Schülern, und die Pausen sind wie Freizeit anzusehen und Handyverbote daher m. E. überflüssig. Aber es ist nötig, Erziehung über Etikette endlich wieder in den Vordergrund zu stellen! Es sollte selbstverständlich sein, dass in einem Geschäftsmeeting das Handy zweitrangig ist über die Diskussion mit Kollegen, und so ist auch eine Unterrichtssituation zu sehen, sprich, Gerät aus! Selbst unter Berufstätigen gibts Idioten die das nicht raffen! Auch ich akzeptiere es nicht wenn mein Date im Restaurant am Handy spielt anstatt sich um mich zu kümmern. Es ist für mich unhöflich - persönlich geht vor!
- Sommer schrieb am 17.01.2013, 00:01 Uhr:
- Entweder sind einige "Meckerer" hier kaum über den ersten Absatz gekommen oder der Artikel ist mehrfach aktualisiert worden (Stichwort Datenschutz). Herrlich auch die Technikfeindlichen. Da wird das "gute alte Buch" oder die "Brieffreundschaft" gepriesen. Auch Bücher und Briefe sind mal eine technische Neuerung gewesen! Ob ich ein Buch lese oder im Internet surfe - ich bin während dieser Zeit isoliert - ich könnte auch draußen mit meinen Freunden zusammen sein! Und Brieffreundschaft - früher hatte man Freundschaften in der Nachbarschaft, statt mit irgendwelchen Menschen, womöglich in anderen Ländern, bei denen man vielleicht nie prüfen kann, ob sie wirklich die sind, die sie vorgeben zu sein. Also wenn schon gegen technische Weiterentwicklung, dann bitte die Wohnung verlassen (früher war es mal nur hell und warm, wenn es hell und warm war - nicht wenn Lampe und Heizung es ermöglichten!) und ab in den Wald Essen suchen... Ja, dieser Kommentar ist etwas überspitzt.
- Die Wahrheit schrieb am 16.01.2013, 21:59 Uhr:
- @Hugo1, 14:35: Meine Kinder verschließen sich nicht vor der digitalen Welt (und ich will diesen ihnen auch nicht vorenthalten). Aber ein dosierter Umgang mit diesen Medien reicht aus, um sie bedienen und schätzen zu können, aber noch normale soziale Kontakte unter gleichgesinnten zu pflegen. Das lesen eines Buches steigert außerdem eher den persönlichen Wortschatz, als das lesen komischer Abkürzungen, SMS-Assideutsch und komischen Facebook gefasel. Hinzu kommt eine Polemik, die in klassischen Medien bei weitem nicht so vorhanden ist. Natürlich fällt eine Brieffreundschaft per E-Mail mit Fernen Kontinenten leichter, als per Post. Das ist auch ein Vorteil, den meine Kinder gerne nutzen dürfen. Aber auch längere Wartezeiten auf die gelbe Post hat einen lerneffekt. Digitale Schnelllebigkeit kann positiv aber unkontrolliert auch schnell negativ werden.
- heinz schrieb am 16.01.2013, 18:55 Uhr:
- Da ja nur der Vertretungsplan der eigenen Klasse 0a passwortgeschützt eingesehen werden kann (wegen Datenschutz für Lehrer), ist zumindest bei einem Einbruch bei ex-Lehrer, sofern er in der - sagen wir - 2.Std. in Klasse 0a vertreten muss, dann wenigstens der Täterkreis ganz stark eingschränkt, oder ? ;-)
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