Online im Urlaub Surfen abseits der Kostenfallen

Mit dem Handy oder Smartphone ins Internet zu gehen, ist mittlerweile eine simple Angelegenheit. Doch im Ausland kann es teuer werden, E-Mails abzurufen oder statt auf den Wellen im Netz zu surfen. WDR.de zeigt, wo die Kostenfallen liegen.


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Was zu Hause so leicht geht, funktioniert jetzt auch nahezu problemlos im Urlaub: Schnell ist ein Foto oder Video gemacht und als E-Mail an die Freunde versandt. Mobiles Internet per Handy macht's möglich. Was viele aber dabei nicht bedenken: Die Flatrates vom heimischen Anbieter gelten im Ausland nicht, es wird nach der übertragenen Datenmenge abgerechnet.

EU verordnet Kostenbremse


Wer im Ausland zum Beispiel die Seiten von WDR.de aufruft, kann also schnell um mehrere Euro ärmer sein. Solchen bösen Überraschungen soll zumindest in der Eurozone vorgebeugt werden. Dafür sorgt eine Kostenbremse der Europäischen Union. Seit dem 1. Juli 2012 gilt: Pro verbrauchtem Megabyte zahlt der Auslandsurlauber maximal 83 Cent (alle Preise inklusive Mehrwertsteuer). Diese Regelung gilt für die EU sowie Norwegen, Island und Liechtenstein. In anderen Teilen der Welt - darunter beliebte Reiseziele wie die Schweiz, Türkei oder USA - muss der Urlauber pro Megabyte deutlich mehr bezahlen: je nach Land und Provider mal 1,50 Euro, mal 4,49 Euro oder gar 25,80 Euro.

"Kosten-Airbag" bei Daten-Roaming


Handygebühren werden monatlich abgerechnet. Wer viel im Netz ist oder Daten herunterlädt, weiß also erst einmal nicht unbedingt, wie viel Geld er dafür ausgibt. Ein "Kosten-Airbag" soll zu hohe Internet-Surfgebühren abfedern. Das Limit liegt derzeit bei 59,90 Euro und gilt weltweit. Sind 80 Prozent des Limits beim Daten-Roaming erreicht, muss der Anbieter dem Kunden per SMS warnen. Sind die 59,90 Euro komplett verbraucht, wird die Datennutzung unterbunden. Erst wenn der Handybesitzer ausdrücklich bestätigt, dass er die Grenze überschreiten will, wird die Kostenbremse aufgehoben.

Das sollten Sie beachten


Frau telefoniert am Strand mit einem Smartphone
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Kostenfallen vermeiden

  • Die meisten Datenflatrates hiesiger Anbieter gelten nur für die Nutzung in Deutschland. Flatrates für das Ausland müssen extra gebucht werden.
  • Vor allem beim Urlaub im Ausland kann sich ein Smartphone als tückische Kostenfalle entpuppen. Ursache sind Roaming-Gebühren für Internetverbindungen, die sich im Hintergrund aufbauen - beispielsweise wenn ein Navigationssystem unbemerkt Software-Updates zieht.
  • Prepaid-Karten schützen nicht automatisch vor hohen Kosten. Die Abrechnung erfolgt oft zeitlich verzögert, was zu bösen Überraschungen führen kann. Wird ein zu großes Datenvolumen heruntergeladen, weist die Prepaid-Karte ein Minus aus. Und das kann erheblich sein: Mehr als 14.700 Euro wurden einem Berliner Prepaid-Kartenbesitzer in Rechnung gestellt. Der Großteil der Summe fiel für 15 Internet-Verbindungen über die SIM-Karte an.
  • Eine Falle auf der Suche nach günstigen Tarifen: Manchmal werden Preise pro Kilobyte angegeben, man muss dann mit Tausend multiplizieren, um den Preis pro Megabyte zu erhalten. Zwei Cent pro Kilobyte hört sich günstig an, sind aber satte 20 Euro pro Megabyte.

Tipps der Verbraucherschützer

Vielen Problemen kann der Internet-Surfer aus dem Weg gehen, wenn er am Reiseziel kostenlose WLAN-Netze nutzt. Entsprechende Zugänge werden inzwischen in vielen Touristenzielen angeboten. Über drahtlose Funknetze lässt sich auch online sehr preiswert telefonieren, wenn beispielsweise Skype oder eine andere Software für das Smartphone vorhanden ist. Wer seinen Geldbeutel schonen möchte, sollte auch die folgenden Tipps beherzigen.


  • Erkundigen Sie sich vor der Reise unbedingt bei Ihrem Provider nach den Roaming-Preisen für den Datentransfer.
  • Fragen Sie nach, was Ihr Handy oder Smartphone im Hintergrund selbstständig an Aktivitäten ausführt - vielleicht sogar, ohne dass Sie es merken. Die automatische Einwahl ins Internet, beispielsweise für Updates von Apps, lässt sich blockieren. Wie das geht, steht in der Bedienungsanleitung. Hilfe gibt es auch in Internetforen.
  • Mit Optionstarifen versuchen Anbieter, die Kostenbremse der EU zu umgehen. Der Urlauber sollte darauf achten, ob im Kleingedruckten Entsprechendes vermerkt ist.
  • Buchen Sie bei Bedarf Tages- und Wochenflatrates für das Ausland. Die Sperre durch ein SIM-Lock lässt sich elegant mit einem UMTS-Router umgehen, der für das Handy eine WLAN-Verbindung ins Internet aufbaut. Die Geräte gibt es ab 30 Euro aufwärts.
  • Wer auf Internet im Urlaub verzichten kann, sollte das Datenroaming vor der Abreise ausstellen. Dann sind Sie auf der sicheren Seite und können trotzdem noch Telefonieren und SMS schreiben. Sollten Sie ab und zu ins Internet wollen, aktivieren Sie die Roaming-Dienste jedes Mal manuell mit der Option "auf Nachfrage" im Menüpunkt "Paketdaten" oder "Datenverkehr".
  • Achten Sie darauf, den Datentransfer möglichst klein zu halten. Manchmal reicht es, nur die Betreffzeile der E-Mails herunterzuladen. Mit Seiten wie m.google.de lässt sich Datenvolumen sparen. Spezielle Mobilbrowser wie Opera mobile oder Fennec sowie Handy-Proxies können Internetseiten in einer von Datenballast befreiten Light-Version darstellen.
  • Im schlimmsten Fall: Wer eine hohe Rechnung erhält, sollte zunächst eine einvernehmliche Lösung mit seinem Provider anstreben, bevor er den Rechtsweg beschreitet.

Stand: 07.07.2012, 00.00 Uhr


Kommentare zum Thema (3)

letzter Kommentar: 07.07.2012, 14:43 Uhr

ben schrieb am 07.07.2012, 14:43 Uhr:
Warum fahrt Ihr eigentlich in den "Urlaub"?
Christian Müller schrieb am 07.07.2012, 12:14 Uhr:
@Olaf Gute Idee - kann aber nicht jeder machen. Viele Handys (wenn man sie subventioniert mit einem Vertrag gekauft hat) haben einen SIM- oder NET-Lock, das heisst, sie lassen gar keine fremdem SIM-Karten zu. Und dann??
Olaf schrieb am 07.07.2012, 11:11 Uhr:
Im Urlaub bleibt die deutsche SIM bei mir zu Hause. Für Datenverbindungen aber auch telefonie eignen sich besonders Prepaidkarten aus dem jeweiligem Reiseland. Die sind oft günstiger als Roaminoptionen der deutschen Netzbetreiber und stellen meistens auch mehr Freivolumen oder sogar eine Flatrate zur Verfügung. Damit lässt sich dann ohne hohe Kosten online Navigation, Informationen wie Wetter oder aktuelle Veranstaltungstipps, Übersetzungsdienste und sogar dank VoIP die eigene Festnetznummer nutzen und das zum normalen Tarif ohne Zusatzkosten.