Deutscher Entwicklerpreis Viele der besten Spiele kommen aus NRW

Von Jörg Schieb

Am Mittwochabend (12.12.2012) wurden in Düsseldorf die besten Computerspiele aus Deutschland mit dem "Deutschen Entwicklerpreis" ausgezeichnet. Klarer Trend: Es wird immer mehr online und mobil gespielt. Längst ist eine eigene Industrie rund um Computer- und Videospiele entstanden. Viele Spieleentwickler sitzen in NRW.


Zwei weiße Balken flitzen über den Bildschirm und schubsen einen eckigen Punkt von links nach rechts und wieder zurück. Tennis als Klötzchengrafik auf dem Bildschirm: Seit das Videospiel "Pong" 1972 zum ersten Mal auf einem Fernseher zu sehen war, hat sich eine Menge getan. Heute sind Computer- und Videospiele aufwändig produziert, sie bieten opulente Grafik, virtuelle 3D-Welten, ein komplexes Spielgeschehen und überwältigenden Sound. Viele Games haben Millionen treuer Fans. Gespielt wird heute auf Spielekonsolen, PCs, Tablets und Smartphones – einfach überall.

Die Games-Industrie boomt


Rund um Computer- und Videospiele ist eine eigene Industrie entstanden. Überall auf der Welt erdenken kreative Menschen hochwertige Computer- und Videospiele, auch bei uns in Deutschland. Dabei geht es sehr professionell zu: Die Entwicklung eines modernen, anspruchsvollen Computer- oder Vielspiels kann heutzutage 15 Millionen Euro kosten – und beschäftigt unzählige Menschen, nicht nur Programmierer und Spielegestalter, sondern auch Designer, Texter, Musiker, Grafiker und Techniker.

Gute Leute werden mit Kusshand genommen. In der Spielebranche arbeiten laut "Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware" (BIU) mittlerweile rund 10.000 Menschen in Deutschland. Die Branche verdient ordentlich: Bereits im Jahr 2010 überholten Computer- und Videospiele mit einem Umsatz von 1,86 Milliarden Euro sowohl die Musik-als auch die Filmbranche. 2011 wurden bereits 1,99 Milliarden Euro umgesetzt. Allerdings sind die Umsätze derzeit leicht rückläufig, was unter anderem daran liegt, dass immer mehr online gespielt und für Spiele-Apps weniger ausgegeben wird. Dennoch wurden 2011 allein in Deutschland rund 72 Millionen Spiele verkauft, auf Datenträgern wie online.

NRW ist wichtiger Standort für Games-Entwickler

In NRW werden besonders viele Computerspiele entwickelt: Etwa 25 Prozent aller deutschen Unternehmen im Bereich der Computerspiele haben ihren Sitz an Rhein und Ruhr. Dazu zählen Branchengrößen wie Electronic Arts oder Ubisoft, die ihre Europazentralen in Köln und Düsseldorf haben. Doch auch viele Startups tummeln sich in dieser Region, etwa der Mittelständler Turtle Entertainment. In Mühlheim wurde 2010 mit der Games Factory Ruhr ein Branchenzentrum für Entwickler und Existenzgründer ins Leben gerufen. Und mit der Gamescom in Köln findet die weltweit wichtigste Messe für Computerspiele in NRW statt.

Auch für die Ausbildung entsprechender Nachwuchskräfte wird in NRW eine Menge getan. Bestes Beispiel dafür ist die Fachhochschule Köln mit dem Studiengang für Medientechnik und dem neu gegründeten "Cologne Game Lab". Hier kümmert man sich schwerpunktmäßig um die Ausbildung von neuen Talenten für die Gamesbranche.

Trend in der Spielewelt: online und mobil

Es gibt einen klaren Trend in Richtung Online-Games und mobile Spiele. Vor allem Browser-Games werden immer besser. Aber auch für Smartphones und Tablets bieten die Hersteller immer hochwertigere Games an. Jedes Jahr werden die besten Games aus Deutschland ausgezeichnet: Der "Deutsche Entwicklerpreis" prämiert die besten Spiele aus deutscher Produktion und die Menschen dahinter. Es gibt Auszeichnungen in mittlerweile 30 Kategorien, darunter "Bestes Actionspiel", "Bestes Kinderspiel" oder "Beste Grafik". Auch die modernen Spiele-Genres wie "Mobile Games" und "Social Games" werden dabei berücksichtigt und prämiert. Die Preisverleihung findet am Mittwochabend (12.12.2012) in Düsseldorf statt.

Jörg Schieb und Computerspiele
Jörg Schieb

Jörg Schieb kennt Pong noch aus seiner Jugend und hat die Entwicklung der Computer- und Videospiele selbst miterlebt. Gerne denkt er an "Age of Empires" zurück, doch auch vielen anderen Spielen kann der WDR-Computerexperte eine Menge abgewinnen. Nur Konsolenspiele sind nicht so seine Sache.


Stand: 12.12.2012, 10.04 Uhr