Apps zum Energiesparen Grüne Programme fürs Smartphone

Von Insa Moog

Den individuellen Energieverbrauch ermitteln und die größten Stromfresser unter den Haushaltsgeräten entlarven: Smartphone-Apps können dabei helfen, Energie zu sparen. Wie sie funktionieren und wie man beim Energiesparen noch neue Leute kennenlernen kann, erklärt unsere Übersicht.


Tastatur und eine App-Grafik
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Stromverbrauch prüfen und dann reduzieren

Den vielleicht wichtigsten Service, den sogenannte Energiespar-Apps leisten, ist vor allem dieser: Sie schaffen Transparenz. Denn wer nicht weiß, wie viel Strom die Alltagshelfer von Bügeleisen über PC zu Waschmaschine pro Tag und Woche benötigen, kann auch keinen Erfolg beim Stromsparen messen.

Am Anfang steht der Zählerstand

Bevor gespart werden kann, müssen bei allen Apps zunächst recht viele Daten eingegeben werden. Bei der Gratis-App "Energiecheck co2online" (für iOS-basierte Geräte wie iPhone, iPad oder iPod) bzw. "EnergieCheck" (für Android) sind das zunächst die aktuellen Zählerstände für Strom, Heizung und Wasser. Für den "Wärmecheck" werden präzise Informationen zur Wohnung und zum Zustand des Hauses abgefragt. Der persönliche Verbrauch wird mit dem Durchschnittsverbrauch einer ähnlichen Immobilie (z.B. "Altbau unsaniert" oder "Mehrfamilienhaus saniert") in der gleichen Wohnlage verglichen.


Screenshot drei Ansichten der Energiecheck-App
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EnergieCheck-App: Je mehr Daten, desto präziser das Ergebnis

Wer noch weitere Daten zur Heizanlage eingibt, erfährt, ob sich ein hydraulischer Abgleich lohnt und erhält weitere individuelle Tipps, etwa zum "Energiesparen im Altbau". Außerdem bietet die App per Postleitzahl-Eingabe eine komfortable Suche nach Experten in der Nähe und hilft beim Entlarven von Stromfressern im eigenen Haushalt. Im eigenen "Energiesparkonto" werden alle eingegebenen Informationen gebündelt und ausgewertet. Auch hier gilt: Je mehr Verbrauchwerte eingegeben sind, desto präziser fällt das Ergebnis in persönlichen Grafiken und Bewertungen aus.

"Social App" - gemeinsam sparen

Einen ganz anderen Ansatz zum Energiesparen per Smartphone wählten fünf Studentinnen aus Siegen. Im Auftrag der Gesellschaft für Informatik entwickelten sie zwei Apps, bei denen die Usability, die Nutzerfreundlichkeit, und eine soziale Komponente im Vordergrund stehen. Bei dem bereits preisgekrönten Prototypen zur App "Social Energy Saver" sollen User Energie sparen, indem sie sich zusammentun. Gemeinsam DVD schauen, Kochen oder zu einer Veranstaltung in einer anderen Stadt zu fahren, spart Energie und damit auch Geld. Die App bietet ähnlich der Mitfahrzentrale die Infrastruktur, um Angebote einzugeben oder zu suchen. Dabei sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt.


Junge Männer sitzen gemeinsam im Wohnzimmer vor dem ausgeschaltenen Fernseher
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Gemeinsam fernsehen und so Energie sparen

Christiane Nusch und Laura Festl haben sich das ausgedacht, Nusch erklärt den genauen Aufbau der App: "Es gibt verschiedene Bereiche: News, Energiespartipps, Angebote aus der Umgebung, die man durchsuchen oder selbst erstellen kann sowie einen Bereich, in dem man nach anderen Nutzern suchen kann." Der eigene Energiesparstatus soll später anzeigen, wie aktiv User Angebote aus dem Netzwerk nutzen. Ein Anreiz zum Energisparen. Entwickelt habe man den "Social Energy Saver" für eine Zielgruppe im Alter von 20 bis 35 Jahren - eine gewisse Offenheit der User ist Voraussetzung. "Ein Nutzungsszenario wäre, wenn jemand in eine neue Stadt zieht und gleichzeitig Energie sparen und Leute kennenlernen will. Zum Beispiel, indem man zusammen kocht", so Christiane Nusch.

Spielerisch Sparen lernen

Ihre Kommilitoninnen aus dem Siegener Studiengang "Human Computer Interaction" richten sich mit ihrer App an die ganz jungen Energieverbraucher: "Energy Key" von Insa Kanold, Katja Gutjahr und Anne Pillmann soll bei Kindern bereits ein Bewusstsein für den sparsamen Umgang mit Ressourcen schaffen. Dafür müssen die jungen User in einem spielerisch angelegten Quiz gegeneinander antreten. Beide Apps gibt es bislang nur als digitalen Entwurf. Noch suchen die Studentinnen einen Partner bei der Fertigstellung. "Interesse aus der Wirtschaft" gebe es aber schon, sagt Christiane Nusch.

Stromanbieter vergleichen


iPad Bildschirm, Hand eines Nutzers
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Per Tablet und Smartphone den Stromverbrauch im Blick

Kostenpflichtig ist die App "Stromkostenrechner" (0,79 Euro) für iOS-Geräte. Dort können Verbraucher Stromanbieter vergleichen, indem sie die jeweiligen Kosten für den Energiebedarf ihres Haushaltes ermitteln. Die Nutzungsoberfläche der App ist übersichtlich. Der User muss zunächst alle relevanten Haushalts- und Elektronikgeräte eingeben - mit Laufzeit bezogen auf Stunden pro Tag und Tage pro Woche, außerdem können Wattleistung und Wattleistung im Standby-Betrieb eingegeben werden. Wer dann die Preise und Leistungen von zwei Stromanbietern in einer gesonderten Maske eintippt, kann sich ausrechnen lassen, wie hoch die Jahresrechnung jeweils ausfallen wird.

Verbraucher, die lediglich den eigenen Stromverbrauch ermitteln wollen, können ansonsten zwischen diversen einfachen Gratis-Apps für iOS (z.B. "Greenpocket") und Android (z.B. "Stromverbrauch") wählen.

Werbung per Gratis-App

So eine Energiespar-App kann auch ein guter Werbeträger sein. Im Appstore und bei Google Play findet sich entsprechend Gratissoftware von Baufinanzierern, Energieanbietern oder sogar dem Hersteller von Bremswiderständen für Maschinen. Diese Apps vergleichen und errechnen nach Eingabe von Verbraucherdaten in erster Linie, wie viel Energie bei der Nutzung eigener Produkte oder Dienstleistungen potenziell gespart werden könnte.

Digitale Stromzähler und "Smart Homes"


Mit vollvernetzten "Smart Homes", Häusern also, in denen Heizung und Hausgeräte über digitale Schnittstellen verfügen, lässt sich noch auf einem ganz anderen Level Energie sparen. So gibt es bereits Smartphone-Apps, mit denen Heizung, Kühlschrank und Co. schon von unterwegs angesteuert und bedient werden können. Mehr dazu im Angeklickt.

Über die Autorin
Insa Moog

Insa Moog wechselte vor zwei Jahren zu einem Ökostromanbieter. Weil Anbieterwechsel eigentlich nie Spaß machen, hat sie zwar vorher Preise verglichen, nachher aber nicht mehr zurückschauen wollen und auch nie wieder Tabellen studiert. So eine App hätte damals geholfen, vielleicht wird an einem ruhigen Sonntag nun mal nachgerechnet.

Stichworte

Hydraulischer Abgleich

Ein "hydraulischer Abgleich" soll dabei helfen, die Leistung einer Heizanlage zu optimieren und dadurch Energie zu sparen. Notwendig kann das werden, wenn die Räume einer Wohnung oder eines Hauses trotz laufender Heizung sehr unterschiedlich warm sind. Die Gründe dafür sind vielfältig; wo genau es bei der individuellen Konstellation aus unterschiedlich dicken Rohren, Pumpanlage und eingestellter Vorlauftemperatur (die Temperatur, mit der das erhitzte Wasser die Wärmequelle in das Rohrsystem verlässt) hapert, prüft dann der Heizungsfachmann.

Dieser bewertet für einen hydraulischen Abgleich zunächst die "Heizlast" der Räume; prüft also Dämmung, Heizkörpergröße und Quadratmeter des Raumes. In Abhängigkeit dieser Werte empfiehlt er die ideale Heizwassermenge für jeden Raum und den idealen Druck der Heizungspumpe. Ein hydraulischer Abgleich kann zwischen 600 und 1.200 Euro kosten. Wenn die errechneten idealen Werte mit den vorhandenen Thermostatventilen und der Heizungspumpe nicht erreicht können, entstehen für den Auftraggeber zusätzliche Kosten beim Ersatz der Geräte.


Stand: 16.10.2012, 00.01 Uhr


Kommentare zum Thema (6)

letzter Kommentar: 16.10.2012, 18:56 Uhr

helga schrieb am 16.10.2012, 18:56 Uhr:
Mann, was für ein erbärmlicher Artikel. Sämtliche der genannten Funktionen habe ich schon seit 10Jahren im Internet. Und Fahrgemeinschaften habe ich schon vor 20Jahren gebildet. Wir brauchen keine Durchhalteparolen, sondern eine konstruktiv, kritische Auseinandersetzung mit der Energiewende, die aber ein WDR, als Zentralorgan der Grünen, nicht leisten will. P.S.: Es gibt min. 30 Apps, wie man seinen Partner betrügen kann. P.P.S.: @DoitW40 - stimmt das einfachste ist Energiesparen.
Bart Simpsen schrieb am 16.10.2012, 13:35 Uhr:
Der Wahnsinn geht weiter ... Anscheinend ist die in Fragestellung der Energiewende ein Stich ins Wespennest. Krampfhaft versucht man parteiübergreifend und in den Deutschen Medien an dieser festzuhalten, als würde es keine Alternativen geben. Während man in Frankreich nur die Hälfte für die Stromrechnung bezahlen muss, darf der Deutsche Michel (ohne Gegenwehr), das Doppelte dafür löhnen. Aber das wird nicht die letzte Überraschung sein, die wir in den nächsten Jahren erleben werden. Einige Vor-Kommentatoren haben schon mit Recht darauf hingewiesen, dass die anderen Lebenshaltungskosten im gleichen Schritt drahtig gestiegen sind. Jeder Euro der dazu kommt, lässt einem die Luft zum Atmen dünner werden. Bald stellt sich auch der Mittelstand die Frage, ob er sich das Leben in Deutschland noch leisten kann? Bis dahin aber, hören wir den Politiker (aller Couleur) zu und lesen in Medien, dass der Wahnsinn mit Energiewende nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, koste es, was wolle.
D. Friedrich schrieb am 16.10.2012, 13:17 Uhr:
Wunderbar... Allerdings ändern solch tolle Apps nichts an der Tatsache, dass die Produktion von Smartphones, das dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, eine ökologische wie menschliche Katastrophe bleibt. Aber klasse, dass Image-Politur von Produkten betrieben werden kann, ohne dass die Hersteller selbst etwas dazu beitragen müssen - sie werden's danken, ... indem sie noch tollere Teile auf den Markt werfen, Menschen Schlange stehen lassen und weiterhin einen Dreck um alles Weitere geben. Glückwunsch dazu!
DoitW40 schrieb am 16.10.2012, 10:05 Uhr:
Strom spraren fängt im Kopf an! Kostengünstiger geht es doch überhaupt nicht Nur die schweren Bretter müssen halt bei vielen noch entfernt werden. Diese Logik wird auch durch Strompreiserhöhungen bei vielen nicht ankommen und es wird wieder alles auf die Stromkonzerne geschoben...Doch das sind halt nur 10 % der tatsächlichen Kosten. Ändern müssen wir uns im Stromverhalten! Nur mit dieser Meinung stehe ich oft allein da, leider!!!
Stephan schrieb am 16.10.2012, 09:45 Uhr:
Wer so etwas braucht ok. Mir ist das viel zu viel Beschäftigung mit etwas banalem. Die zweite Variante mit der "social App" Ist mehr was für die Facebook Generation, ich hätte kein Interesse daran Strom zu sparen indem ich mit fremden Menschen kochen oder einen Film anschaue oder gar mit dem Auto fremde Menschen mitnehme. Nee ich bin viel zu sehr Individualist und suche mir Menschen mit denen ich etwas zu tun haben möchte sehr genau aus! Außerdem kann ich mir den Strom und den Kraftstoff den ich verbrauche sehr gut auch alleine leisten. Ob der Strom nun 100€ im Jahr mehr oder weniger kostet fällt doch gar nicht auf. Meinen Kraftstoff zahlt zum großen Teil mein Arbeitgeber, so what.

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