Angestaubte Hardware weiterverwerten Wohin mit dem alten Computer?

Von David Ohrndorf

Der neue Rechner hat den alten zwar vom Schreibtisch verdrängt, aber um im Keller zu vergammeln, ist er zu schade - WDR.de gibt Tipps, was Sie nun damit machen können. Kühlschrankmagnet, Diskokugel oder vielleicht doch verschenken?


Frauen vor altem Computer (Archivbild)
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Solche Computer-Oldtimer können wertvoll sein.

Im Netz gibt es unendlich viele Anregungen, was mit einem alten Computer alles gemacht werden kann. "Mach flott den Schrott" lautet beispielsweise das Motto eines speziellen Wettbewerbs zum recyceln abgewrackter Computerteile. Die Teilnehmer sind dabei äußerst kreativ und schlagen teilweise eher augenzwinkernde Weiterverwertungen vor. So gibt es beispielsweise einen "Blumenstrauß" aus gebrauchten Netzwerkkabeln, eine Diskokugel aus alten Festplatten und die Umnutzung eines Computer-Prozessors als Kühlschrankmagnet. Wer gerne bastelt und auch nicht davor zurückschreckt, sich beispielsweise alte Diskettenlaufwerke als Blumenvase ins Wohnzimmer zu stellen, der findet unter den vorgestellten Wettbewerbsbeiträgen garantiert gute Anregungen.

Verkaufen oder Verschenken?

Wer sich nicht so sehr für nerdigen Zimmerschmuck erwärmen kann, hat drei Möglichkeiten: Verkaufen, Verschenken oder Verschrotten. Um alte Computerhardware zu Geld zu machen, empfiehlt sich ein Online-Auktionshaus. Hier gibt es einen lebhaften Handel und selbst defekte Teile werden von Bastlern zu teilweise beachtlichen Summen angekauft. Prinzipiell gilt: Je älter, desto weniger wert. Dieses Prinzip wird aber immer dann gebrochen, wenn es um Klassiker geht. Sammler zahlenn für gewisse Modelle der original IBM-PC-Tastaturen aus den 1980er Jahren auch schon mal 100 Euro.


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Wenn der Rechner noch halbwegs läuft, freut sich aber vielleicht auch jemand in der Verwandtschaft über das Gerät. Es gibt auch verschiedene Organisationen, die den alten Rechner einem guten Zweck zuführen. "Linux 4 Afrika" sammelt beispielsweise alte Hardware, um sie nach Afrika zu bringen und dort Schulen mit Computern auszustatten.

Richtig Löschen

Egal, was mit dem ausrangierten Computer passiert, er sollte vor der Weitergabe vorbereitet werden. Alle Dateien, die noch gebraucht werden, sollten gesichert und auf den neuen PC übertragen werden. Das geht je nach Umfang mit einem USB-Stick, komfortabler vermutlich mit einer externen Festplatte.


Dann geht es ans Löschen. Wer nicht will, dass seine Daten in fremde Hände gelangen, sollte hier besonders aufpassen. Eine Datei, die in den virtuellen Papierkorb geschoben wurde, kann - auch wenn der Papierkorb geleert wurde - leicht wiederhergestellt werden, weil sie nur logisch gelöscht wurde. Um die Datei wirklich komplett zu tilgen, muss sie physikalisch gelöscht werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt dafür kostenlose Programme, wie "Eraser" oder "Secure Eraser". Sollte die Festplatte defekt sein und sich mit den Programmen nicht mehr beschreiben lassen, empfehlen die BSI-Experten einen unkonventionellen Weg, um die Wiederherstellung der Daten zu verhindern: "Wenn Sie schon immer mal eine Festplatte von innen sehen wollten, wäre dies genau der richtige Zeitpunkt. Richten Sie am Objekt möglichst maximalen Schaden an."

Recycling des Elektroschrotts


Findet sich für den PC kein Abnehmer mehr, muss er wohl verschrottet werden. Computer gehören zum Elektroschrott, dürfen also nicht im normalen Hausmüll entsorgt werden. Einige der verwendeten Bauteile enthalten giftige Schwermetalle und Dioxine. Entsorgungsunternehmen trennen auch wertvolle Rohstoffe, wie etwa verschiedene Metalle, vom Rest des Computers ab und verwerten sie. Für das Metallgehäuse gibt es übrigens auch beim Wettbewerb "Mach flott den Schrott" eine pfiffige Verwertung: Einer der Teilnehmer hat aus seinem alten PC ein Katzenklo gebaut.

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Logisches Löschen

Datenträger, wie Festplatten oder Speicherkarten, besitzen ein Verzeichnis mit allen auf ihnen gespeicherten Dateien. Wird nun eine dieser Dateien logisch gelöscht, so wird nicht die Datei selbst gelöscht, sondern lediglich der Eintrag in dem Verzeichnis. Die Daten selbst bleiben so lange unverändert auf dem Datenträger, bis sie beim nächsten Abspeichern einer neuen Datei überschrieben werden. Dieses Löschverfahren funktioniert relativ schnell, hat allerdings den Nachteil, dass der Inhalt der Datei mit Hilfe von Zusatzprogrammen oft wiederhergestellt werden kann. Jedenfalls solange die alten Daten noch nicht komplett mit neuen Inhalten überschrieben wurden.

Physikalisches Löschen

Wird eine Datei physikalisch gelöscht, werden die gespeicherten Daten auf der Festplatte oder Speicherkarte komplett überschrieben. Anders, als beim logischen Löschen, lässt sich die Datei im Anschluss nicht wieder herstellen.


Stand: 26.12.2011, 00.00 Uhr


Kommentare zum Thema (2)

letzter Kommentar: 26.12.2011, 23:35 Uhr

Ede schrieb am 26.12.2011, 23:35 Uhr:
Schrott fliegt in die Mülltonne. Ich habe weder Lust noch Zeit in die 20 km entfernte Abgabestelle für E-Müll zu fahren, wenn ich mal einen Radiowecker o.ä. entsorgen will. Dann sollen die Städte halt Container aufstellen. Die Alternative zu den Drohungen eniger Städte, in die Mülltonnen zu gucken, ist, den Mist einfach morgens auf dem Weg zur Arbeit aus dem Autofenster zu werfen. Das kann man während der Fahrt problemlos machen
Herwig schrieb am 26.12.2011, 12:16 Uhr:
Da hat der Redakteur aber tief in die Kiste gegriffen, bei einer IBM 3270 wird ihm aber kaum gelingen die Platte zu löschen, das war ein Bildschirmterminal an einer Steuereinheit.