2. Januar 1893 – Ernst Marischka wird geboren Der Regisseur von "Sissi"


Filmszene aus "Sissi" von 1955 mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm
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Filmszene aus "Sissi" von 1955 mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm

Hohe Berge und grandiose Panoramen, Dirndl und Gemütlichkeit, Herzschmerz und Paare, die sich reinen Herzens finden: Das sind die Zutaten, aus denen der deutschsprachige Heimatfilm der 50er und 60er Jahre gemacht wird.

Der größte Zuckerbäcker dieses operettenhaften Heile-Welt-Kinos ist der österreichische Regisseur und Drehbuchautor Ernst Marischka. Mit den "Sissi"-Filmen über das Leben und Lieben von Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm in den Hauptrollen setzt er dem Genre die Krone auf.

Idyll mit Happy End

Geboren wird Marischka am 2. Januar 1893 als Spross einer Künstlerfamilie in Wien. Sein elf Jahre älterer Bruder Hubert wird als Schauspieler und Regisseur bekannt. Über ihn kommt Ernst zum Stummfilm. Als Drehbuchautor debütiert Marischka 1913 mit "Der Millionenonkel", als Regisseur 1940 mit "Sieben Jahre Pech".

Danach inszeniert er jene klebrig-süßen Heimatfilme, die ihn berühmt machen, darunter "Ein Walzer mit dir" (1943) oder "Die Deutschmeister" (1955).

Falsches Bild der Kaiserin

Während seine Frau Lilly bei der Filmcrew in den Pausen mit Kuchen für gute Stimmung sorgt, macht Marischka bei der Filmproduktion am liebsten alles selbst – die Filmmusik inklusive. "Ich bin auch Produzent und Autor und Regisseur", betont er einmal: so habe er bei schlechter Arbeit "leider keine Ausreden". Nur den Verleih der Filme übernimmt er in seiner Produktionsfirma "Erma" nicht.

Das Publikum findet Marischkas Arbeit ohnehin bezaubernd. Zu Tausenden strömt es in die Kinos, sodass der Regisseur mit allen großen Stars der Zeit wie Johannes Hesters, Theo Lingen oder Magda Schneider – Romy Schneiders Mutter – zusammenarbeiten kann. Auch bei "Sissi" (1955), "Sissi – Die junge Kaiserin" (1956) und "Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin" (1957) schreibt er das Drehbuch und führt Regie – und sorgt so nachhaltig dafür, dass sich der Blick auf die echte Kaiserin verklärt.

Marischka stirbt 1963 mit 70 Jahren in Chur. Er hinterlässt über 80 Filme.

Stand: 02.01.2013

Programmtipps:

Auf WDR 2 können Sie den Stichtag immer gegen 9.40 Uhr hören. Wiederholung: von Montag bis Freitag gegen 17.40 Uhr und am Samstag um 18.40 Uhr. Der Stichtag ist nach der Ausstrahlung als Podcast abrufbar.

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.05 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 2. Januar 2013 ebenfalls an Ernst Marischka. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.



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