Ihre Meinung zum Thema Was kümmert Sie das Urheberrecht?

"Die Netzgemeinde will alles umsonst", fluchen die Künstler und wünschen sich Anerkennung und gerechte Bezahlung. Die Verwerter wollen verdienen. Und was sagen Sie als Nutzer?

Bevor es das Internet gab, war die Welt aus Urhebersicht einfacher. Privatkopien waren Nutzern gestattet. Der Gesetzgeber führte in den 60er Jahren eine Pauschalabgabe, die Leermedienabgabe, ein, die an Verwertungsgesellschaften wie die Gema weitergeleitet wurde. Im Gegenzug durfte der Neu-Besitzer von Tonbandgerät und Kassettendeck nun Tonträger für den Privatgebrauch vervielfältigen.

Heute gibt es wegen des Internets viel mehr Möglichkeiten, Werke zu vervielfältigen, zu tauschen oder in anderer Art und Weise zu nutzen. In sozialen Netzwerken werden Texte, Fotos und Videos von unüberschaubar vielen Usern gepostet, bearbeitet oder verschickt. Die Urheber, Verlage oder Labels gehen dabei oft leer aus.

Was halten Sie von der Debatte? Was wäre Ihnen bei der Neugestaltung des Urheberrechts wichtig? Was darf Ihrer Meinung nach dabei nicht vergessen werden?

Stichworte

Privatkopie

Dem Käufer eines urheberrechtlich geschützten Werkes steht es zu, eine oder mehrere  Privatkopien herzustellen. Wie viele Kopien noch unter den Begriff "Privatkopie" fallen, ist juristisch umstritten.

Leermedienabgabe

Nach dem Urheberrecht ist das Anfertigen privater Kopien grundsätzlich erlaubt. Für diese Kopien wird der Urheber des Werkes nicht direkt, sondern mittelbar durch die Leermittelabgabe vergütet. Die muss nämlich jeder zahlen, der Geräte, CD- oder DVD-Rohlinge kauft. Die Leermedienabgabe wird über Verwertungsgesellschaften an die Künstler ausgezahlt.

Gema

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) wurde 1903 gegründet und vertritt als staatlich anerkannte Treuhänderin die Rechte der Musikschaffenden. Sie ermöglicht den Kauf von Rechten zur Musiknutzung und leitet Lizenzbeiträge dafür an mehr als 60.000 Komponisten, Texter und Musikverleger in Deutschland und über eine Million Berechtigte im Ausland weiter.

Die Gema bekommt zwar zunehmend Einnahmen aus dem Internet, doch können diese bislang nicht die Einbußen im Kerngeschäft mit Tonträgern ausgleichen. Überweisungen kommen bereits von den Streaming-Diensten Simfy und Deezer. Mit weiteren Anbietern wie Spotify steht die Gema in Verhandlungen.


Stand: 25.04.2012, 12.18 Uhr


Kommentare zum Thema (36)

letzter Kommentar: 10.06.2012, 15.27 Uhr

Exiltiroler schrieb am 10.06.2012, 15.27 Uhr:
Als Techniker frage ich mich immer wieder, woher die Ungleichheit ihre Berechtigung bezieht. Eine Erfindung zu schützen ist eine teuere und auch nur kurzzeitige Angelegenheit, die Laufzeit eines Patentes mit der exklusiven Nutzungsberechtigung ist ziemlich kurz. Sobald es aber als "Kunst" gilt, die genauso vermarktet wird, kann ohne einen Cent zu investieren jahrzehntelang der Urheberrechtsanspruch geltend gemacht werden. Vielleicht sollte man alle technischen Entwicklungen auch einfach als Kunstwerke definieren, dann hätte man dafür ebenfalls kostenlos Langzeitschutz. P.S.: Wenn jemand diese Zeilen zitiert, können ich und meine Nachkommen dann jeden abmahnen, der dies ohne meine Einwilligung tut? Sie sind ja sicherlich ein bedeutendes Kunstwerk und drücken den Zeitgeist in besonders schützenswerter Weise aus!
wiener schrieb am 10.06.2012, 10.21 Uhr:
ja ja die gier nach geld ist ein hund
delaSerna schrieb am 06.06.2012, 00.19 Uhr:
Pixelfex schrieb am 03.05.2012, 12:26 Uhr: »Wieso denken Nutzer, die Leistungen anderer seien kostenfrei, nur weil ich über das Netz darauf zugreifen kann? Vielleicht, weil sie denken, dass es keiner merkt und deshalb auch nicht weh tut. Aber man greift ja auch nicht in die Auslage eines Kaufhauses und nimmt einfach etwas mit« Das ist nicht die Frage. Das denkt man nicht. Man hört einen Spruch eines Mitmenschen, lustig oder pfiffig, jedenfalls (be-)merkenswert. Und man merkt ihn sich und erzählt das weiter. Das gab es schon immer und das wird es immer geben. Völlig unnatürlich hingegen ist die Idee, an etwas Gesagtem könne man Rechte halten, die einem anderen verbieten, dasselbe zu sagen.
Pixelfex schrieb am 03.05.2012, 12.26 Uhr:
Wieso denken Nutzer, die Leistungen anderer seien kostenfrei, nur weil ich über das Netz darauf zugreifen kann? Vielleicht, weil sie denken, dass es keiner merkt und deshalb auch nicht weh tut. Aber man greift ja auch nicht in die Auslage eines Kaufhauses und nimmt einfach etwas mit. Wenn eine Leistung nichts Wert ist, lade ich sie mir nicht herunter. Andernfalls gestehe ich damit automatisch ein, dass sie einen Wert hat und muss dann auch bereit sein, dafür in irgendeiner Form zu zahlen. Wie das geschehen soll, wäre ggf. neu zu regeln. Viele Bilder werden im Netz veröffentlicht, einfach um sie zu zeigen und anderen Freude zu bereiten oder sie der Bildkritik durch Gleichgesinnte unterziehen zu lassen. Als vom „Bilderklau“ Betroffener frage ich mich aber, warum ich nicht für meine Arbeiten entlohnt werden soll, wenn meine Fotos trotz deutlicher Hinweise auf das Urheberrechts von anderen kopiert und sogar für gewerbliche Zwecke verwendet werden. Irgendwie fühle ich mich dann betrogen.
Pirat schrieb am 30.04.2012, 11.40 Uhr:
Meine Antwort auf die Frage lautet: NICHTS!

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