Studie zur Nachhaltigkeit: Städteranking listet Ökosünden auf
Viele NRW-Städte hinken bei der nachhaltigen Entwicklung hinterher. Zu diesem Ergebnis kommt ein neues Städteranking. Defizite gebe es bei Luftqualität und Hausmüll. Umweltschützer kritisieren die Untersuchung.
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Ballungsraum Rhein-Ruhr mit hoher Feinstaubbelastung
Eine neue Studie listet kleine und größere Ökosünden in den nordrhein-westfälischen Großstädten auf. In Düsseldorf etwa gibt es überdurchschnittlich viele Autos. Die Gelsenkirchener produzieren deutlich mehr Hausmüll als andere Bundesbürger.
Anhand von 56 ökologischen und sozial-ökonomischen Einzelkriterien in Kategorien wie Energie, Verkehr, Umwelt oder Wirtschaftskraft klopft die Untersuchung die Nachhaltigkeit von 50 deutschen Großstädten ab. Im Auftrag der "Wirtschaftswoche" erarbeiteten Wissenschaftler unter anderem von der Universität Kiel und vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (ifw) daraus ein bundesweites Städteranking. Unterstützt wurde das nicht unumstrittene Projekt vom Entsorgungsunternehmen Veolia. Die Höhe des Sponsorings kommentiert Veolia nicht.
Revierkommunen am Tabellenende
"Zum nachhaltigen Wirtschaften gehört beides, umweltgerechte Lebensbedingungen und die Schaffung von Chancen und Jobs", sagt Jonas Dovern, einer der Verfasser des Rankings.
Besonders schlecht schneiden dabei Großstädte im Ruhrgebiet ab. Die Schlusslichter bilden die NRW-Städte Herne (Rang 47), Krefeld (Platz 48), Oberhausen (49) und Gelsenkirchen (50). Sie könnten ihren Bürgern in keiner der untersuchten Kategorien "eine überdurchschnittlich gute nachhaltige Lebensqualität bieten", lautet das harsche Urteil der Forscher.
Gerade bei klassischen Umweltthemen wie der Luftqualität schwächeln die Städte im Ruhrgebiet. "Dies liegt vor allem an strukturellen Nachteilen wie dem hohen Verkehrsaufkommen in diesem Ballungsraum", sagt Dovern. Hier könnten die Kommunen allenfalls mit lokalen Tempolimits gegensteuern, um die Feinstaubbelastung einzudämmen.
Müll in Gelsenkirchen, "ungleiche Performance" in Düsseldorf
Überdurchschnittlich ist auch der Hausmüll in Gelsenkirchen. 526 Kilogramm an Abfall verursacht jeder Bürger von Gelsenkirchen laut der Studie pro Jahr. Der Schnitt liegt bundesweit bei 463 Kilogramm.
Die Landeshauptstadt Düsseldorf siegt in diesem Ranking bei der reinen Wirtschaftskraft, schwächelt aber in Sachen Umwelt. Forscher Dovern spricht von einer "ungleichen Performance". Ins Gewicht fällt dabei unter anderem der überdurchschnittliche Anteil an Pkw pro 100 Einwohner (Düsseldorf: 46,7, Bundesschnitt: 44,5 Pkw). Zudem mangele es in der Stadt an Elektrotankstellen. Hier sei das Ruhrgebiet besser.
Münster landet weit vorn
Sieger der Nachhaltigkeits-Rangliste ist Stuttgart. Der zweite Rang geht an Münster. Die Universitäts- und Radfahrerstadt weise "Spitzenwerte" etwa bei Gesundheit und Erholung auf.
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Münster: Mit dem Fahrrad auf den zweiten Platz
Kritik an der Studie und vor allem am Nachhaltigkeitsbegriff der offiziell "Sustainable City Indikator" betitelten Hitparade kommt vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "Der Begriff Nachhaltigkeit ist inzwischen so sinnentleert worden, dass wir ihn nicht mehr verwenden", sagt BUND-Landesgeschäftsleiter Dirk Jansen. Den Machern scheine es eher um die Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt zu gehen. "Wir müssen aber endlich wegkommen vom vorherrschenden Wachstumsfetischismus", sagt Jansen.
Die Stadt Gelsenkirchen reagiert als Ranglisten-Schlusslicht eher gleichgültig auf die Ergebnisse. "Generell kommentieren wir Rankings nicht mehr", sagt ein Sprecher.
Stand: 19.06.2012, 14.28 Uhr
Kommentare zum Thema (19)
letzter Kommentar: 21.06.2012, 14:35 Uhr
- der Eulenspiegel schrieb am 21.06.2012, 14:35 Uhr:
- Für die Mülletsorgung sind bei uns die Stadtwerke zuständig. Bei den meisten anderen Städten wird es auch so sein. die Gewinne, die dadurch erzielt werden, kommen somit der Stadt zu. Das heißt sie kommen letztlich uns allen zu gute.
- der Eulenspiegel schrieb am 20.06.2012, 22:16 Uhr:
- Da haben einige mal wieder den totalen Durchblick. Sie wissen ganz genau das unsere Rohstoffe unerschöpflich sind. Mein Gott was sind die klug.
- Ruhri schrieb am 20.06.2012, 11:56 Uhr:
- Wer braucht so einen Quatsch? Schade ums Geld
- blabla schrieb am 20.06.2012, 11:02 Uhr:
- Immer fein Müll trennen, damit die Milliardenschwere Müll-Mafia weniger Arbeit hat und dennoch die Gebühren erhöht. Es Lebe die Restmülltonne.
- Gran Torino schrieb am 20.06.2012, 10:44 Uhr:
- Na sind wir wieder einmal etwas Hysterisch? Solange wir uns neue Startbahnen und Autobahnen leisten, kann es ja nicht so schlimm sein. Ich sehe das nicht so kritisch. Solange sich niemand ekelt über Holperstrecken zu fahren und auch der weiteste Umweg zum Briefkasten od. Zigaretten holen kann es auch nicht so tragisch sein. Übrigens ich komme gerade mit meinem Motorrad aus Italien zurück und ich kann nur staunen. Was machen die richtig im Bezug auf Straßen? die sind nämlich zu 80% in einem Top-Zustand. ZB. Bozen Füssen via Reschenpass auf Italienischer Seite alles Top das sah 2009 noch ganz anders aus. Was machen die richtig das die Italiener sich das leisten können und wir nur von unseren Volksvertretern ab-gezockt werden ohne das man irgend ein kleinen Erfolg sieht? Ach ich vergaß, Die immer anstehende Hilfe fürs Ausland und die Diäten Erhöhungen da bleibt für uns nichts übrig.
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