Loveparade-Selbsthilfe will Untersuchung Betroffene wünschen mehr Geld und Akteneinsicht

Kurz vor dem zweiten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe von Duisburg am Dienstag (24.07.2012) fordert der Selbsthilfe-Verein der Überlebenden und Hinterbliebenen eine unabhängige Untersuchung der Katastrophe. Der Verein wünscht sich auch mehr Geld und Akteneinsicht.


Eine Sonnenblume hängt am Denkmal an der Loveparade-Unglücksstelle
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Die Loveparade am 24. Juli 2012 endete in einer Katastrophe - 21 Tote und mehr als 500 Verletzte gab es an dem Tag in Duisburg. Am Dienstag (24.07.2012), dem zweiten Jahrestag, erinnern die Hinterbliebenen und Verletzten an die Katastrophe. Für den Verein Loveparade Selbsthilfe ist der Tag auch ein Datum, um auf die schwierige Lage der Hinterbliebenen hinzuweisen. Es fehle Geld und es fehle an Informationen von der Staatsanwaltschaft, die die strafrechtliche Seite aufarbeitet.


Während den Anwälten der 17 Beschuldigten Akteneinsicht gewährt werde, sei das im Fall der Nebenkläger nicht der Fall. "Nur wenn wir diese bisherige Arbeit kennen, können wir - wenn nötig - Anregungen zu weiteren Ermittlungen geben. Wir haben ein Recht, ebenso gut vorbereitet wie die Beschuldigten unsere Rechte wahrzunehmen", heißt es in einer am Samstag verbreiteten Erklärung.

Prominente Kommission gewünscht

Außerdem solle eine Kommission im Auftrag der Stadt die Hintergründe der Katastrophe beleuchten, teilte der Verein "Loveparade Selbsthilfe e.V." am Samstag mit. Den Vorsitz einer solchen Kommission könnten anerkannte Ex-Politiker wie die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) oder der "Stuttgart-21"-Schlichter Heiner Geißler (CDU) ausüben, sagte der Vereins-Vertreter Lothar Evers zu WDR.de. Die Stadt Duisburg wollte die Forderung nicht kommentieren.

Zufrieden äußerte sich der Selbsthilfeverein über die bisherigen Soforthilfefonds. Die vom Land unmittelbar aufgelegten Fonds hätten hervorragend gearbeitet. Die Mittel seien aber erschöpft. Der Kampf um Entschädigung sei für viele Betroffene schwierig und belastend geworden. Zahlreiche Verletzte und Traumatisierte bräuchten aber Hilfe bei ihrem Weg zurück ins Leben. "Wir bitten Land, Stadt Duisburg und Lopavent, sich gegenüber der Axa für eine großzügigere Entschädigungspraxis einzusetzen." Axa ist die Versicherung des damaligen Veranstalters Lopavent.

Gedenken am Unglücksort


Loveparade Trauer - In der Mitte eines Tunnels steht in Duisburg eine Kerze
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Der Tunnel an der Karl-Lehr-Straße soll am 24.7. für Autos gesperrt werden

Betroffene können am Dienstagnachmittag am Ort des Dramas in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs der Opfer gedenken. Zudem wird für die Hinterbliebenen ein Gottesdienst und eine gemeinsame "Zeit des Erinnerns" in der Duisburger Salvatorkirche vorbereitet, zu der auch Ersthelfer und Einsatzkräfte eingeladen sind. Nach der Trauer am Unglücksort ist am Abend auf dem Opernplatz vor dem Duisburger Theater eine Gedenkveranstaltung geplant.


Stand: 21.07.2012, 15.34 Uhr


Kommentare zum Thema (24)

letzter Kommentar: 24.07.2012, 00:56 Uhr

Maik schrieb am 24.07.2012, 00:56 Uhr:
"Für den Verein Loveparade Selbsthilfe ist der Tag auch ein Datum, um auf die schwierige Lage der Hinterbliebenen hinzuweisen. Es fehle Geld und es fehle an Informationen von der Staatsanwaltschaft, die die strafrechtliche Seite aufarbeitet." Da steckt doch schon alles drin, um was es hier nur noch geht. Manche verstecken es unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit, andere unter dem Deckmantel des "Sauerland musste weg"-Mantels. Wenn alles geklappt hätte, wär nie auch nur eine Person auf die Idee gekommen, dass die LP dort nicht hätte stattfinden dürfen. P.S.: Die Staatsanwaltschaft ist nicht gezwungen unbeteiligten, wie deser "Hilfe-Gruppe" akteneinsicht zu gewähren. Bei direkt Beteiligten sieht es anders aus, aber was diese Berufsbetroffenen damit wollen, erschliesst sich mir in keiner Weise. Ausser vllt ein Ausschlachten auf Teufel komm raus, ohne das es in 3 Jahren nen Ergebnis gibt ausser dem gleichen wie jetzt schon.
zu dem Thema schrieb am 23.07.2012, 13:44 Uhr:
Gääähhhn!
Klaus Lohmann schrieb am 23.07.2012, 11:30 Uhr:
@Hotte: Schreiben Sie doch bitte direkt, dass diese angebliche "Drogenparty" von Anfang an Ihrem Moralgefühl entgegenstand. Diese Vorwürfe an die Teilnehmer sind ansonsten völlig unglaubwürdig, da bei keinem der Opfer irgendein Hinweis auf Drogenkonsum gefunden wurde, es hätte also *Jeden* treffen können. Sogar ein Sauerland hatte sich später für seine ersten "Verdächtigungen" gegen die Teilnehmer öffentlich entschuldigt. Wahrscheinlich haben ihm seine Spießbürger-Fans dies bis heute nicht verziehen...
Hotte schrieb am 23.07.2012, 10:51 Uhr:
@Manu: Sie haben ja so Recht! Man muß von Menschen auch eine gewisse Eigenverantwortung erwarten, besonders auf so einer Massenveranstaltung. Wer vor lauter Partystimmung und/oder bewußtseinsveränderndem Naschwerk die Gefahr nicht mehr wahrnimmt hat zumindest eine gehörige Portion Mitschuld für das was ihm wiederfährt. Das ist aber etwas das Leute wie diese Klaus Lohmann nicht verstehen wollen oder können. In vielen anderen Ländern auf dieser Welt findet der Besuch solch großer Festivals auf eigene Gefahr statt. Eigenverantwortung sollte man auch von jedem erwarten können der eine so große Veranstaltung besucht!
Klaus Lohmann schrieb am 23.07.2012, 10:31 Uhr:
@Maik: Ich möchte generell - genau wie Sie oder die anderen Sauerland-Fans hier -, dass gravierende Fehler behördlichen Handelns aufgedeckt werden. Was das mit "Rache" zu tun haben soll, erschließt sich wahrscheinlich nur Denjenigen, die eine Aufklärung aus welchen Gründen auch immer mit allen Mitteln verhindern wollen.

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