"Teach First" sucht Uni-Absolventen für Brennpunkt-Schulen

Schüler melden sich

"Teach First" sucht Uni-Absolventen für Brennpunkt-Schulen

Von Stephanie Grimme

Piloten, Ingenieure oder Archäologen: Gesucht werden besondere Typen, die nach ihrem Studium zwei Jahre lang an Brennpunkt-Schulen unterrichten. Hört sich unattraktiv an? Ist es aber nicht. Die Jobs sind begehrt.

Das Studienfach ist egal. Es müssen auch nicht zwangsläufig Einser-Kandidaten sein. Viel wichtiger sind Charisma und der Wille etwas bewegen zu wollen und das auch umsetzen zu können. Die Initiative "Teach First" mit Sitz in Essen will Macher-Typen in Brennpunkt-Schulen bringen. Sie sollen verändern und gestalten, zum Beispiel indem sie ungewöhnliche Projekte anstoßen und sie dann auch organisieren.

Lebensmut vermitteln

Schüler vom Offenen Ganztag der Grundschule im Kirchfeld Leverkusen

"Teach-First-Fellows" vermitteln Spaß und Lebensmut

Vorrangiges Ziel ist es, den Schülern in Problemstadtteilen ein positives Vorbild vorzuleben, sie zu begeistern und ihnen Lebensmut zu vermitteln. Knapp 50 solcher "Teach-First-Fellows" gibt es derzeit in Nordrhein-Westfalen. Die meisten davon im Ruhrgebiet. Sie arbeiten an Schulen in Essen, Duisburg, Dortmund, Herne oder Bochum.

1850 Euro für ein gutes Gefühl

Zwar bekommen die Teach-First-Lehrer nur 1850 Euro monatlich für einen Vollzeit-Job. Dennoch sind die Plätze begehrt. Für die 70 Stellen bundesweit bewerben sich pro Jahr 1000 Uni-Absolventen. Und diejenigen, die genommen werden, profitieren gleich in mehrfacher Hinsicht: Einerseits erhalten sie eine extrem gute Ausbildung plus intensiven Coachings von der Initiative "Teach-First". Andererseits werden sie danach von Arbeitgebern besonders gerne eingestellt, so die Erfahrung der Initiative.

Prägen und geprägt werden

Außerdem prägen die zwei Jahre sehr intensiv. "Wer es einmal erlebt hat, Kindern und Jugendlichen den Glauben an sich selbst zurück zugeben, schafft auch ganz andere Sachen", ist sich die Leiterin der Teach-First-NRW-Zentrale Ruth-Anne Damm sicher. "Viele entdecken den Reiz der Arbeit mit denjenigen, die nicht mit den allerbesten Start-Chancen ausgestattet sind". Und manche der "Fellows" engagieren sich auch nach den zwei Jahren weiterhin im sozialen Bereich, sagt Damm. Es seihalt einfach ein sehr gutes Gefühl.

Stand: 22.02.2016, 06:00

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