Neue Methoden in der Kieferorthopädie Ein strahlendes Lachen, auch in der zweiten Lebenshälfte

Von Judith Wolters

Ein schönes Lächeln und gepflegte Zähne gelten als besonders attraktiv. Gerade im Alter können schief stehende Zähne zum Problem werden. Deshalb lassen sich immer mehr Menschen ihre Zähne richten.


Patientin Katharina Schütz ist 60 Jahre alt und lässt sich die Zähne richten. Ihr drohte der Verlust einiger Zähne. Schon in der Jugend hatte sie schiefe Backenzähne. Damals störte es sie aber nicht. Im Laufe des Lebens haben die sich aber durch Belastungen und Druck immer schräger gestellt, der Zahnbogen in ihrem Mund wurde dadurch extrem schief. Der Innenraum ihres Mundes wurde immer kleiner. Immer wieder hatte sie größere oder kleiner Entzündungen. Die Zähne drohten in den kommenden Jahren auszufallen.

Das wollte sie verhindern und trägt sie jetzt fast unsichtbare Schienen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Spangen sind sie durchsichtig und nicht ohne weiteres zu erkennen. Die  Begradigung der Zähne erfolgt ohne Drähte. Je nach Befund sind zwischen zehn und 80 Schienen nötig. Dies entspricht einer Behandlungsdauer von sechs Monaten bis zu zweieinhalb Jahren. Die Schienen müssen nur zum Zähneputzen und Essen herausgenommen werden.

So läuft die Behandlung ab:

Mit Hilfe eines Scanners wird ein 3D-Abdruck des Bebisses in den Computer eingegeben. Am Bildschirm stellt der behandelnde Kieferorthopäde den gewünschten Zustand des Gebisses zusammen mit der Patientin dar. Das Programm errechnet dann die nötigen Verschiebungen und dazu die 3D Modelle der Schienen. Die dann in einem Satz direkt aus Kunststofffolien geprägt werden.

Die Schienen werden im Abstand von einigen Wochen gewechselt. Bei Erwachsenen brauchen die Zähne länger um sich in der neuen Position zu festigen. Das verlängert die Therapiezeit. Grundsätzlich sind kieferorthopädische Behandlungen aber in jedem Alter durchführbar. Voraussetzung ist, dass die Zähne noch fest genug im Kieferknochen verankert sind. Zwar ist das Wachstum des Kiefers mit dem 18. Lebensjahr abgeschlossen und er lässt sich kaum noch formen, die Regulierung der Zahnstellung stellt jedoch bis ins hohe Alter hinein kein Problem dar.

Das Problem der Methoden:

Die Krankenkassen zahlen kieferorthopädische Therapien nur im extremen Ausnahmezustand. Die Kosten summieren sich aber schnell auf 3000 – 6000 Euro. Je nachdem wie lange und intensiv behandelt werden muss.


Stand: 06.11.2013, 14.14 Uhr