21. April 1947 - Iggy Pop wird geboren

Iggy Pop

21. April 1947 - Iggy Pop wird geboren

Er springt vom Bühnenrand in die Zuschauermenge, malträtiert seinen nackten Oberkörper mit flüssigem Kerzenwachs, zerschneidet sich die Brust mit Glasscherben - US-Sänger Iggy Pop bietet Ende der 1960er-Jahre mit seiner Band "The Stooges" spektakuläre Shows. Er ist einer der Vorreiter des Punks und zeigt lärmend alle Facetten, die das Genre später ausmachen.

"Wenn du einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen willst, dann solltest du besser anders sein." Inspiriert zu seiner Devise wird Iggy Pop durch Jim Morrison bei einem Auftritt der "Doors". "Dass Musik mein Leben sein würde, war mir schon vorher klar, aber in jener Nacht lernte ich, dass ich auf der Bühne einfach noch viel mehr bieten muss", sagt Iggy Pop 2016 rückblickend in einem Interview mit dem "Zeit Magazin".

Destruktiv und unzuverlässig

Ursprünglich ist der Sänger kein Draufgänger. Geboren wird Iggy Pop am 21. April 1947 als James Newell "Jim" Osterberg in Ann Arbor im US-Bundesstaat Michigan. Er beschreibt sich als kränkliches, schüchternes Kind mit Asthma. Mit 15 Jahren beginnt Osterberg, Musik zu machen - Blues, Hardrock, Avantgarde. Doch er will mehr als Cover-Versionen spielen. Zu diesem Zweck erfindet er mit Anfang 20 die Kunstfigur Iggy.

Exzessiv geht es bei Iggy Pop nicht nur auf der Bühne zu. Er konsumiert neben Alkohol und Nikotin auch andere Drogen wie Kokain und Heroin. Bekannt sind seine Zerstörungsorgien in Hotels. Das wirkt sich auch auf sein Privatleben aus. Er sei nie ein guter Sohn gewesen, sagt der Musiker 2016 dem "Zeit Magazin". "Ich war auch als Ehemann und Vater eine Niete." Er sei nie solide, verlässlich oder einfach nur anwesend gewesen. "Ich hatte immer zu viel mit mir selbst zu tun, um für andere da sein zu können."

Kreativ und unermüdlich

Mitte der 1970er-Jahre fällt die 1967 gegründete Band "The Stooges" auseinander. Pop macht in einer psychiatrischen Klinik in Los Angeles einen Drogenentzug. Zur Musik zurück bringt ihn David Bowie, der für ihn mehrere LPs produziert. 1977 ziehen die beiden für zwei Jahre zusammen nach Berlin. Parallel dazu covern Punkbands wie die "Sex Pistols" und "The Damned" mehrere "Stooges"-Songs. Pop selbst erhält den inoffiziellen Ehrentitel "Godfather of Punk".

Mit den Jahren wird Iggy Pop ausgeglichener: "Die Schmerzen und Unsicherheiten, die mich über weite Strecken meines Lebens begleiteten, habe ich dann irgendwann hinter mir gelassen." Er arbeitet nicht nur als Musiker, sondern auch als Schauspieler. Er macht Werbung, Hörspiele und eine BBC-Radiosendung. Ein ruhiger Lebensabend steht nicht an. "Vermutlich werde ich Iggy, solange ich lebe, nie an die Leine legen können", resümiert Pop im "Zeit Magazin"-Interview.

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Stichtag am 22.04.2017: Vor 175 Jahren: "Die Judenbuche" von Annette von Droste-Hülshoff erscheint

Stand: 21.04.2017, 00:00