25. März 1947 - Popstar Elton John wird geboren

Elton John bei Konzert in Vancouver / 2013

25. März 1947 - Popstar Elton John wird geboren

Im nächsten Leben möchte Reginald Kenneth Dwight kein berühmter Musiker mehr sein. Einfach mal in den Pub gehen oder den Nachbarn fragen zu können, ob er mit etwas Tee aushelfen kann, das wünsche er sich, sagt der am 25. März 1947 geborene Star, der als Sir Elton John weltbekannt ist: "Denn so bin ich aufgewachsen – in einer Mietwohnung."

Ein verständlicher Wunsch nach Privatsphäre, wenn man in diesem Leben so richtig abgeräumt hat. Als Solokünstler ist Elton John der erfolgreichste Musiker der britischen Popgeschichte. Die Alben des nun 70-Jährigen wurden weltweit 370 Mal mit Platin ausgezeichnet und seine Königin hat ihn zum "Commander of the British Empire" ernannt. Was will man mehr?

Kongeniales Team mit Bernie Taupin

An seine Kindheit in Middlesex bei London erinnert sich Elton John allerdings nicht so gern. Klein, dick und kurzsichtig wird er in der Schule gehänselt und zu Hause vom Vater, einem Offizier der Royal Air Force, ignoriert. Als er aber das Klavier für sich entdeckt und an der Royal Academy of Music studiert, prophezeit man ihm eine große Karriere als Konzertpianist. Doch in den Swinging Sixties gründet der 17-Jährige lieber mit einigen Kommilitonen die Band "Bluesology".

Nach einem Jahr geht Elton John eigene Wege und beginnt zu komponieren. Talentsucher des US-Plattenlabels Liberty werden auf ihn aufmerksam und bringen ihn mit dem Songwriter Bernie Taupin zusammen. Der sieben Jahre Jüngere ist genau der Partner, den John gebraucht hat: "Dass ich Bernie begegnet bin, war eins der wunderbarsten Dinge, die mir widerfahren sind." Taupin schreibt den Text zu "Your Song", mit dem Elton John 1970 der internationale Durchbruch gelingt.

Schwules Outing und Drogenprobleme

Das kongeniale Duo landet auf Anhieb Welterfolge in Serie. Binnen fünf Jahren erreichen sechs Elton-John-Alben Platz eins der Charts in Großbritannien und den USA. Auch in Deutschland werden Singlehits wie "Rocket Man", "Crocodile Rock", "Daniel" und "Goodbye Yellowbrick Road" millonenfach gekauft. "Wir sind nie an einen Punkt gekommen, wo wir nicht in der Lage gewesen wären zu schreiben", erinnert sich Sir Elton an jene wilden Jahre, in denen er mit schrillen Bühnenshows und immer absurderen Outfits für Furore sorgt.

Rocksongs mit raffinierten Dynamikwechseln und Piano-Balladen mit einer Mischung aus Melancholie und Optimismus sind Elton Johns Markenzeichen. Nach seinem Outing als Bisexueller heiratet er 1984 die deutsche Tontechnikerin Renate Blauel. Als sich das Paar nach vier Jahren trennt, macht John als erster Mainstream- Superstar seine Homosexualität publik. Im Rausch des Erfolgs gerät sein ausschweifendes Leben außer Kontrolle; Depressionen bekämpft John mit Alkohol und Kokain. Mit Anfang 40 ist seine Gesundheit ruiniert.

Privates Glück mit Ehemann und Söhnen

Johns Alben jener Zeit werden wenig schmeichelhaft kritisiert; der "Stern" nennt sie "musikalische Dutzendware, der man immerhin zu Gute halten kann, dass sie Hausfrauen nicht vom Staubwischen abhält." 1990 zieht der Paradiesvogel des Pop die Notbremse, verschwindet von der Bühne und geht auf Entzug. Durch die Begegnung mit einem Jugendlichen, der durch eine Blutkonserve mit Aids infiziert wurde, findet der Star am Abgrund eine neue Lebensaufgabe. Elton John gründet eine Aids-Stiftung, die er mit Tantiemen, Konzerteinnahmen und Versteigerungen seiner Bühnenutensilien großzügig finanziert.

Die schmerzhaften Zeiten waren nötig, um der zu werden, der er heute sei, sagt Sir Elton. Als Mitglied der Anonymen Alkoholiker habe er gelernt, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. 2014 heiratet Elton John in London seinen langjährigen Freund David Furnish. Mit Hilfe einer Leihmutter sind beide inzwischen  Väter von zwei Söhnen geworden. Nach fast einem halben Jahrhundert im Show-Biz mit allen Höhen und Tiefen sagt der nun 70-jährige Superstar: "Ich bin der glücklichste Mensch der Welt."

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