"Stern über Elberfeld ... “

3 junge Sternsinger singen

Die Sternsinger sind unterwegs

"Stern über Elberfeld ... “

Von Wolfram Lumpe

Die Zeit der Sternsinger hat begonnen. In Remscheid und Wuppertal waren am Sonntag (03.01.16) schon die ersten Kindergruppen unterwegs, um Spenden zu sammeln, um Menschen, ihren Häusern und Wohnungen Segen zu bringen und um zu singen.

Joel, Nicklas und Jonas sind ein Sternsinger-Team der katholischen Gemeinde St. Michael in Wuppertal-Elberfeld. Warum? Die Antwort ist einfach: "Weil es Spaß macht". Und das muss man dem Trio bei 6 Grad und Nieselregen schon glauben, denn auch bei der fünfzehnten Wiederholung kommt ihnen der "Stern über Bethlehem“ mit Inbrunst über die Lippen. Es wirkt sogar so, als würden die drei von Haustür zu Haustür textsicherer und lauter. Und Joel (9) weiß auch, dass es eine ernste Seite gibt: "Ich mach mit für die armen Leute, denen es nicht so gut geht.  Die kriegen dann warme Anziehsachen. Und dann geht es denen halt auch gut.“

Sternsinger sammeln für viele Projekte

3 junge Sternsingermit Erwachsenenbegleitung

Begleiter Michael Goecke geht schon seit Jahrzehnten mit

Genauer gesagt unterstützen die Sternsinger an die 1.500 Projekte weltweit und wollen in diesem Jahr darüber hinaus auch ein "Zeichen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung“ setzen. Begleiter der drei Jungs ist Michael Goecke, Leiter der zur Gemeinde gehörenden St. Michael-Schule. Und selbst ein Sternsinger – seit 50 Jahren. "Es ist immer wieder spannend zu erleben, wie die besuchten Menschen, aber auch die Kinder reagieren. Langweilig und Routine wird es niemals“.

Sternsinger sind willkommen

3 Sternsinger in bunten Kleidern vor Haustür, von hinten

Die Sternsinger sind meist angemeldet und werden freudig erwartet

Aber die Zahl der als Könige aus dem Abendland verkleideten Kinder wird stetig weniger, sagt der Wuppertaler Pastoral-Referent Werner Kleine. "Der Freizeitmarkt ist überflutet, die kirchliche Jugendarbeit ist rückläufig und die Bindungen früherer Zeiten sind nicht mehr da“. Also gibt es für die zu besuchenden Menschen auch eine Anmeldeliste. Wer da drauf steht, der freut sich ganz offensichtlich. "Ich finde es ganz hervorragend, dass man diesen Brauch so fortführt, und dass die Kinder mit so einer Liebe an den Türen schellen“, sagt zum Beispiel Marion Lipken, die auch einen gerollten Schein in die Sammeldose steckt. Eine Nachbarin meint: "Das ist eine Form von christlicher Nächstenliebe, was die Kinder da tun, das find ich großartig“.

Weniger Sternsinger – höhere Spenden

3 junge Sternsingermit Erwachsenenbegleitung eilen über die Strasse

Und jetzt schnell zur nächsten Haustür!

Und da gibt man gerne, was sich eben an den Spenden eindeutig ablesen lasse, sagt Werner Kleine. "Die Zahl der Sternsinger sinkt, aber die Spenden werden mehr. Das ist schon ein interessantes Phänomen“. In Wuppertal sind bis zum Drei-Königs-Tag am 6. Januar mehr als 500 Kinder in 220 Gruppen unterwegs – zu allen, die sie empfangen. Wirklich zu allen: "Jeder darf sich melden“, sagt Werner Kleine, "egal, wer es ist, ob evangelisch oder ganz ohne Bindung zur Religion, die Sternsinger machen da keine Unterschiede“.  Das gilt übrigens auch für die Singer selber: Auch wenn die Aktion katholisch geprägt ist, können bei der Sternsingeraktion auch evangelische Kinder oder Flüchtlingskinder mitmachen.

Was heißt eigentlich C+M+B ?

Schriftzug C+M+B an Haustür

Wenn als Aufkleber "C+M+B“ über der Türe steht, dann heißt das nicht "Caspar, Melchior und Balthasar“ nach den Namen der Heiligen Drei Könige, obwohl das doch so einleuchtend klingt. Es bedeutet vielmehr: Christus Mansionem Benedicat, was aus dem Lateinischen übersetzt heißt: Christus segne dieses Haus. Den Brauch gibt es seit dem 16. Jahrhundert, mancherorts heißt er auch Dreikönigssingen.

Stand: 04.01.2016, 06:00