Chinesischer Investor kauft Abfallverwerter

Ein Millionengeschäft - Müllverbrennung

Chinesischer Investor kauft Abfallverwerter

Der mögliche Einstieg des Energiekonzerns Steag in das Geschäft mit Müllverbrennungsanlagen ist überraschend vom Tisch. Die chinesische Holding Beijing Enterprises übernimmt den Abfallkonzern EEW für gut 1,4 Milliarden Euro.

Die Steag hatte sich an einem Bieterwettbewerb beteiligt. Dabei ging es um den Erwerb von "Kapazitäten im Bereich Abfallverwertung." Konkret handelte es sich um den Versuch des Erwerbs von 16 Anlagen in Deutschland, eine in den Niederlanden und eine in Luxemburg, die dem Unternehmen EEW - energy for waste gehörten. Gemeinsam mit einem chinesischen Co-Investor wollte sich die Steag einen Einstieg ermöglichen. Vor allem die Grünen in mehreren Stadtparlamenten im Ruhrgebiet hatten den Vorstoß als zu riskant kritisiert.

Kritiker hielten geplante Investition für gefährlich

Auch das Institut der deutschen Wirtschaft hatte vor dem Deal gewarnt: "Wenn eine Firma, bei der am Ende die Städte mit ihrem Geld haften, neue private Geschäftsfelder erschließen will, bringt das immer Risiken mit sich. Die Sache kann gut gehen, dann profitieren die Städte. Wenn es schief geht, kann am Ende der Steuerzahler die Konsequenzen spüren", so Michael Vogtbender. Denn wenn klamme Ruhrgebietsstädte mit ihrem Geld haften, spürten das im Fall der Fälle die Einwohner. Dann müsse anderswo gespart werden. Geschäfte mit Standorten im Ausland könnten ein zusätzliches Risiko sein.

Steag braucht neue Geschäftsfelder

Die Steag Zentrale in Essen

Steag sagt nichts zum möglichen Einstieg ins Müllgeschäft

Dass die Steag sich nach neuen Geschäftsfeldern umsehen muss, räumen aber auch die Kritiker ein. Wie anderen Stromkonzernen auch, macht dem Unternehmen die Energiewende zu schaffen. Steag gehört mehreren Stadtwerken und damit indirekt den Städten, darunter Duisburg, Bochum und Essen.

Stand: 04.02.2016, 11:58