Zwei Jahre Haft auf Bewährung

Das Landgericht Detmold

Stalker vor Gericht

Zwei Jahre Haft auf Bewährung

In Detmold musste sich am Montag (18.01.2016) ein Stalker vor Gericht verantworten. Der 56-jährige Lemgoer hatte einer jungen Frau wochenlang nachgestellt und schließlich sogar versucht, ihr die Augen auszustechen. Er wurde dafür zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt.

Zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen schwerer Körperverletzung, so lautet das Urteil des Landgerichts Detmold gegen den 56-Jährigen. Zudem muss der Lemgoer dem Opfer 8000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Die Verteidigung des Täters hatte einen Freispruch gefordert, da dieser eine psychische Störung habe und deshalb nicht schuldfähig sei. Das Gericht sah dies anders und kam zu dem Urteil, dass der Täter sein Opfer ganz bewusst schwer verletzen wollte. Die Bewährung wurde nur unter zahlreichen Auflagen ausgesprochen.

Wochenlang nachgestellt

Der Mann aus Lemgo hatte einer 23-jährigen Frau über Wochen nachgestellt. Im Mai 2013 wartete er schließlich auf einem Supermarkt-Parkplatz auf sie. Nach einer verbalen Auseinandersetzung mit der jungen Frau kam es dann zu der furchtbaren Tat. Mit der blanken Faust soll der Stalker zunächst die Scheibe ihres Autos eingeschlagen haben. Anschließend versuchte er Zeugenaussagen zufolge, der Frau mit den Fingern die Augen auszustechen. Ein Zeuge berichtete, der heute 56-Jährige habe sich danach die blutigen Hände an einem Gebüsch abgewischt.

Passanten greifen ein

Mehrere Passanten die das Geschehen beobachtet hatten, griffen schließlich ein und verhinderten noch Schlimmeres. Der Frau rettete eine Notoperation das Leben.

Auszeichnung für Zivilcourage

Ein Zeuge, der dem Opfer geholfen hatte und den Täter von ihr wegriss, wurde im Mai 2014 für seine Zivilcourage von NRW-Innenminister Ralf Jäger ausgezeichnet. "Aktenzeichen XY ungelöst" stellte die Tat in einem Beitrag nach.

Stand: 18.01.2016, 16:26

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