Was wird aus Thyssen Krupp Steel?

Thyssen-Krupp-Steel

Stahlindustrie in der Krise

Was wird aus Thyssen Krupp Steel?

Die Billigimporte aus China und die Auflagen der Politik bedrohen die europäische Stahlindustrie - allen voran Europas größten Stahl-Standort Duisburg mit 20 000 Beschäftigen. 2016 könnte das Schicksalsjahr für diesen Wirtschaftszweig werden.

So ernst waren die Sorgen in der Stahlbranche noch nie. Es geht um die Existenz der europäischen und damit deutschen Stahlindustrie, sagen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Billigstahl aus China bedroht den Markt. Dazu kommen Umweltauflagen, aus Europa und Deutschland, die am Ende so viel kosten würden, dass es sich nicht mehr lohnt, Stahl hier vor Ort zu produzieren. Für die Gewerkschaften ist daher 2016 das Schicksalsjahr der Stahlindustrie angebrochen.

Thyssen-Krupp-Führung sieht die gesamte Sparte in Gefahr

Die Befürchtungen gehen sogar soweit, dass Europas größter Stahlstandort in Duisburg mit 20 000 Beschäftigten auf der Kippe steht. Thyssen-Krupp sieht seine Werke hier wegen der politischen Vorgaben für den Ausstoß von CO2 existentiell in Gefahr. Werden die Pläne der Europäischen Kommission zum Emissionshandel erfüllt, würden auf Thyssen Krupp Steel bis zum Jahr 2030 Kosten von mehreren Hundert Millionen Euro jährlich zukommen. Mit solchen hohen Kosten könnte das Unternehmen in Zukunft keine Gewinne mehr erreichen. Das sieht die gesamte Industrie als eine Marktbenachteiligung angesichts der Tatsache, dass es den CO2-Zertifikathandel außerhalb Europas nicht gibt. Thyssen-Krupp Stahlchef Andreas Goss warnte bereits in der Vergangenheit vor einer drohenden Deindustrialisierung Deutschlands und sprach von der Stahlindustrie als einem "Rückgrat der Volkswirtschaft".

Die Stahlsparte von Thyssen-Krupp beschäftigt bundesweit knapp 27.600 Mitarbeiter. Allein in Duisburg sind heute 20 000 Menschen angestellt.

Billgimporte drücken die Preise

Zudem zerstört der Starke internationale Wettbewerb die Stahlpreise. Die europäische Stahlindustrie verliert dadurch zusätzlich Mengen und Marktanteile. Dies hängt vor allem an den staatlich subventionierten Unternehmen aus China. Da die Nachfrage in der Volksrepublik infolge der chinesischen Konjunkturschwäche eingebrochen ist, drängen die dortigen Hersteller mit überschüssigen Produktionsmengen jetzt auf den Weltmarkt. Ein großer Teil dieser Mengen wird zu Dumpingpreisen auf den Märkten angeboten, bei denen die herkömmliche Stahlproduktion nicht mithalten kann.

Stand: 14.01.2016, 15:59