Deutsche Wasserballer auf Olympia-Mission

Der deutsche Wasserballspieler Paul Schüler streckt sich nach dem Ball, den der Italiener Stefano Luongo führt

Deutsche Wasserballer auf Olympia-Mission

Von Jörg Strohschein

Das deutsche Wasserball-Nationalteam will über die EM das Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele erreichen. Zum Auftakt kassierte das Team aber erstmal eine herbe Niederlage gegen Italien.

Es könnte das Motto der deutschen Wasserball-Nationalmannschaft für die gesamte Europameisterschaft werden: "Das Erwachen der Macht", der Titel des neuen Star-Wars-Films, will sich die deutsche Wasserball-Nationalmannschaft beim Turnier in Belgrad zu eigen machen. Nicht zuletzt deshalb hatte Patrick Weissenberger diesen Kinostreifen kurz vor Weihnachten ausgesucht.

Der Film sollte zum einen als Ablenkung für die Spieler während der langen Vorbereitungsphase seit Anfang Dezember dienen. Zum anderen sollten die kühnen Kämpfer aus den verschiedenen Galaxien zum Vorbild für das Team gelten. "Der Titel passt doch eigentlich ganz gut. Vielleicht können wir daraus was mitnehmen", sagte der Bundestrainer vorab.

Vier Duisburger Wasserballer dabei

Die Titelkämpfe in Belgrad, die am Montagabend (11.01.2016) in Belgrad begonnen haben, sollen der deutschen Mannschaft den Weg zu den olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro ebnen. Und um dieses Ziel zu erreichen, brauchen die Spieler neben der körperlichen Stärke auch eine große Portion mentale Robustheit.

"Wir wollen mindestens Achter werden", sagte Weissinger. Damit hätte das Team das Olympia-Qualifikationsturnier im April in Italien erreicht. "Aber das ist noch Zukunftsmusik, daran denken wir noch gar nicht. Wir müssen uns erstmal auf unsere nächsten Aufgaben konzentrieren."

Deutliche Auftaktniederlage gegen Italien

Zum Turnier-Auftakt am Montagabend kassierte das deutsche Nationalteam aber erst einmal eine herbe Niederlage: Beim 5:16 (0:2, 1:6, 3:4, 1:4) gegen den selbst ernannten Titelfavoriten Italien war das deutsche Team praktisch chancenlos. In den weiteren Gruppenspielen folgen für die deutsche Mannschaft nun eher schlagbare Gegner wie Georgien (13. Januar) und Rumänien (15. Januar).

"Das sind die Partien, die für uns ausschlaggebend sind", sagte der Bundestrainer. Bei erfolgreichem Ausgang würden im Anschluss Überkreuz-Spiele mit anderen Gruppenteilnehmern folgen. "Das wird eine anspruchsvolle Aufgabe", sagte Weissinger.

Starkes Vorbereitungsturnier

Daran, dass die Olympia-Mission aufgeht, arbeiten gleich vier Spieler das ASC Duisburg mit. Center Dennis Eidner, Kapitän und Verteidiger Julian Real, Torhüter Moritz Schenkel und Rückraumspieler Paul Schüler, der gegen Italien ein Tor erzielte, sollen der Mannschaft mit ihrer Wucht und ihrem hohem Niveau weiterhelfen. "Alle vier Spieler haben bei uns einen hohen Stellenwert. Wir kommen aber über die mannschaftliche Geschlossenheit, bei der das gesamte Team zählt", sagt Weissinger.

Im jüngsten Vorbereitungsturnier konnte die deutsche Mannschaft bereits überzeugen. Dabei erspielte sich das Weissinger-Team einen 10:9-Erfolg gegen Olympiasieger Kroatien. "Wir haben dort eine ordentliche Leistung gezeigt und hoffen, dieses Niveau mit in die EM-Spiele nehmen zu können", sagte der Bundestrainer.

Stand: 11.01.2016, 20:17