Gladbach - Revanchegelüste gegen den BVB

Mkhitaryan und Traore

Gladbach - Revanchegelüste gegen den BVB

Von Olaf Jansen

0:4 - die Packung, die sich Gladbach zum Bundesliga-Start in Dortmund fing, hatte es in sich. Jetzt ist das NRW-Duell das Liga-Topspiel zum Rückrunden-Auftakt - und Gladbach will Revanche.

Als sich am 15. August die beiden Borussen-Teams im Dortmunder Stadion zum Bundesliga-Auftakt trafen, waren sich die Beobachter eigentlich einig: Sie würden ein enges Duell zweier Spitzenteams auf hohem Niveau sehen. Die Realität sah dann anders aus: Die Dortmunder Borussia dominierte den Tabellendritten des Vorjahres nach Belieben - schon nach 50 Minuten stand es 4:0.

Es war gleichzeitig der Anfang vom Ende der Ära Lucien Favre in Mönchengladbach. Sein Team wurde in den folgenden Wochen aber so richtig durchgeschüttelt: Verlor bis Mitte September die ersten fünf Ligaspiele, sowie die Auftaktrunde in der Champions League. Gladbach am Boden - der Trainer warf entnervt das Handtuch.

Gladbacher Perspektive glänzend

Schnelllebige Bundesliga - vier Monate später sieht alles schon wieder ganz anders aus. Unter André Schubert hat sich Borussia Mönchengladbach nahezu in Rekordzeit wiederbelebt, rollte das Bundesliga-Feld von hinten auf und steht vor dem Rückrundenauftakt auf Rang vier wieder prächtig da. Perspektive: Sollte der Namensvetter aus Dortmund bezwungen werden, hätte man nur noch sechs Zähler Rückstand auf den aktuellen Tabellenzweiten.

Dortmund profitierte vom Auftakt-Erfolg

Anzeigetafel im Dortmunder Stadion

Hinspiel: Spielstand nach 50 Minuten

Auf der anderen Seite trug das Erfolgserlebnis zum Auftakt die Dortmunder Borussia seinerzeit wochenlang wie auf einer Euphoriewelle durch die ersten Pflichstpiel-Wochen. Das Team von Neu-Trainer Thomas Tuchel wirkte nach dem verkorksten Vorjahr wie neugeboren und begeisterte die Fans mit erfolgreichem Offensivspektakel. Zwölf Siege aus 17 Bundesligaspielen waren klasse - und bedeuteten den Spitzenplatz in der Liga hinter den einsam davonziehenden Münchener Bayern.

Stindl verspricht "offenen Kampf"

Jetzt will Gladbach die Revanche. "Wir haben Bayern, Wolfsburg und Schalke im Borussia-Park bezwungen. Warum sollen wir nicht auch Dortmund schlagen?" fragt Offensivmann Lars Stindl ganz selbstbewusst. Der Ex-Hannoveraner hat sich im Zusammenspiel mit Sturmkollege Raffael zu einem der gefährlichsten Bundesliga-Offensiv-Duos entwickelt, erzielte allein zwölf Pflichtspieltreffer. "Wir werden dem BVB einen offenen Kampf liefern", sagt er.

Xhaka fehlt rotgesperrt

Favre und Tuchel

Da war noch alles gut: Lucien Favre (l.) und Thomas Tuchel vor dem Hinspiel

Personell hat sich bei den Gladbachern gegenüber dem Bundesliga-Auftakt so einiges verändert. In der Innenverteidigung haben sich die jungen Andreas Christensen und zuletzt Martin Hinteregger festgespielt, im defensiven Mittelfeld eroberte sich Top-Talent Mahmoud Dahoud einen Platz neben Granit Xhaka. Auf den 20-Jährigen mit syrischer Herkunft wartet gegen den BVB gleich eine doppelt schwere Aufgabe, denn sein Nebenmann Xhaka ist noch rotgesperrt und wird nicht dabei sein.

Hofmann oder Traoré?

Ob bei den Gladbachern der in der Winterpause aus Dortmund verpflichtete Jonas Hofmann sein Debüt geben wird, ließ Trainer Schubert noch offen. Hofmann gilt als Konkurrent Ibrahima Traorés, beide lagen nach Einschätzung der Experten zuletzt gleichauf.

BVB mit allen Stars

Der BVB wird seinerseits mit "voller Kapelle" in Mönchengladbach auflaufen. Heißt: Alle Stars sind fit und dabei, vor den Innenverteidigern Hummels und Sokratis werden Ilkay Gündogan, Julian Weigl und Gonzalo Castro die Fäden ziehen, um die Angreifer Marco Reus, Henrik Mkhitaryan und vor allem Goalgetter Pierre-Emerick Aubameyang in Position zu bringen. Trainer Tuchel ist für's Borussen-Duell vorsichtig zuversichtlich: "Es fehlt noch etwas die Frische. Aber für den jetzigen Zeitpunkt stehen wir schon ganz gut auf dem Platz."

Stand: 22.01.2016, 15:24