Ullrich verzichtet auf Renndirektor-Posten

Jan Ullrich

Ullrich verzichtet auf Renndirektor-Posten

  • Ullrich macht Rückzieher als Sportlicher Leiter von Rund um Köln.
  • Ex-Radstar nennt Kritik der Medien als Grund.
  • Rennorganisator Tabat wehrt sich gegen Vorwürfe.

Nur drei Tage nach seiner Ernennung zum Sportlichen Leiter beim Rad-Klassiker Rund um Köln hat Jan Ullrich den Posten schon wieder abgegeben. Als Grund nannte er die öffentliche Kritik an seinem Engagement.

"Brauche diese Bühne nicht"

"Viele Radsportbegeisterte, Medien und auch Sponsoren haben sehr positiv auf diese Ankündigung reagiert. Einige wenige Medien können aber offensichtlich nicht damit umgehen, daher trete ich nach Rücksprache mit dem Veranstalter von dem Posten zurück. Schließlich will ich dem Rennen nicht schaden", teilte Ullrich am Freitag (19.05.17) auf Facebook mit.

Ullrich hatte die Aufgabe von Beginn an als Freundschaftsdienst für den langjährigen Organisator des ältesten deutschen Eintagesrennens Artur Tabat betrachtet. "Ich selbst wollte nie zurück in den Radsport, da ich diese Bühne nicht brauche", betonte er nun noch einmal. In zahlreichen Kommentaren war das Engagement Ullrichs als das falsche Signal für den Radsport gewertet worden, der seit Jahren für um ein besseres Image kämpft.

Wirbel um Tabats Aussagen

Dem einzigen deutschen Tour-de-France-Sieger, der mit seinem Erfolg 1997 einen Radsport-Boom in Deutschland ausgelöst hatte, wird vorgeworfen, nicht vollständig mit seiner Dopingvergangenheit abgeschlossen zu haben. Ullrich war wegen seiner Verwicklung in den Skandal um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes 2006 von der Tour ausgeschlossen worden und beendete ein Jahr später seine Karriere. 2012 sperrte ihn der Internationale Sportgerichtshof CAS für zwei Jahre.

Zusätzlichen Wirbel hatten die Aussagen von Tabat gesorgt, mit denen er die Verpflichtung des gefallenen Helden für Rund um Köln verteidigte. Der 75-Jährige hatte die Dopingaffären in der Ära Ullrich mit dem Verweis auf das Staatsdoping in Russland als harmlos bezeichnet. "Jan sollte repräsentative Aufgaben übernehmen und ich wollte ihm eine zweite Chance gegeben", sagte Tabat nun. Den Vorwurf, er habe die Dopingvergangenheit Ullrichs verharmlost, bezeichnete er als "das Allerletzte. Ich habe immer gegen Doping gekämpft."

dpa | Stand: 19.05.2017, 11:42