Düsseldorf macht mit Tourstart Millionenverlust

Radprofis vor dem Start der 2. Etappe in Düsseldorf

Düsseldorf macht mit Tourstart Millionenverlust

  • Düsseldorf macht 7,8 Millionen Euro Verlust mit Tourstart.
  • Stadt verkalkuliert sich bei Kosten für VIP-Betreuung und Hospitality.
  • FDP: Kosten liegen eher bei 20 Millionen.

Der Start der Tour de France war für die Stadt Düsseldorf ein Minusgeschäft. 7,8 Millionen Euro Verlust hat die Stadt mit dem Grand Depart im Juli gemacht. Das geht aus dem Abschlussbericht hervor, den Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) am Mittwoch (06.09.2017) präsentierte. Ausgaben von 15,9 Millionen Euro standen Einnahmen von rund acht Millionen gegenüber. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Sponsoringerträge.

Verkalkuliert bei Hospitality-Kosten

Vor allem bei den Sicherheitsvorkehrungen, bei der Verkehrslenkung und bei strukturellen Maßnahmen seien die Kosten höher als erwartet gewesen, erläuterte Geisel. Massiv verkalkuliert hätte sich die Stadt speziell bei den Kosten für VIP-Betreuung und Hospitality. "Es war sehr gut investiertes Geld", sagte Geisel trotz der Verluste. "Das Ereignis war eine große Sympathiewerbung für die Landeshauptstadt Düsseldorf".

Geringere Einnahmen aus Gewerbesteuer

Bei der Bewerbung um den Tour-Auftakt mit dem Prolog am 1. Juli und dem Start der zweiten Etappe am 2. Juli war Düsseldorf von elf Millionen Euro Kosten und drei Millionen Euro Einnahmen ausgegangen. An beiden Tagen gab es 1,2 bis 1,3 Millionen Zuschauer. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer, die durch den Tour-Start erzielt wurden, lagen nach bisherigen Schätzungen bei 1,4 Millionen Euro und damit um 500.000 Euro niedriger als in der Prognose.

Opposition rechnet mit noch mehr Verlust

OB Geisel betonte trotz allem, dass bei der Ratsentscheidung für eine Tour de France-Bewerbung im November 2015 ein Minus von rund acht Millionen Euro zu Grunde gelegt wurde. "Von daher liegen wir jetzt absolut im Kostenrahmen", so Geisel. Das will die Opposition im Stadtrat so nicht glauben. Die Düsseldorfer FDP rechnet sogar mit Gesamtkosten bis zu 20 Millionen Euro. "Die Zahlen stimmen nicht, hier wurde vieles kleingerechnet", sagte Fraktionschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

red/dpa | Stand: 06.09.2017, 16:39