Schubert erhält Vertrag als Cheftrainer

André Schubert

Erfolgsserie in Mönchengladbach

Schubert erhält Vertrag als Cheftrainer

Es gab wohl keine Personalie in der Fußball-Bundesliga, die sich so sehr aufgedrängt hat wie diese. Nun ist es offiziell: Trainer André Schubert kann das "Interims" vor seiner Berufsbezeichnung beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach streichen.

Schubert steigt bei den Borussen vom Interimscoach zum Cheftrainer auf. Der 44-Jährige erhält beim Champions-League-Teilnehmer einen Vertrag bis Mitte 2017. Das gaben die Gladbacher am Freitag bekannt. Der Mann mit dem charakteristischen grünen Kapuzenpulli hatte die Borussia nach dem Rücktritt von Lucien Favre im September übernommen und das Team seitdem vom letzten auf den sechsten Tabellenplatz geführt.

"André hat in den vergangenen acht Wochen einen sehr überzeugenden Job gemacht und mit der Mannschaft hervorragende Ergebnisse erzielt", sagte Borussia-Sportdirektor Max Eberl. "Wir haben die letzten Tage für ausführliche Gespräche genutzt, wir wissen, dass unsere Mannschaft bei ihm in guten Händen ist und haben uns deshalb entschieden, ihm einen Vertrag als Cheftrainer zu geben." Eberl hatte sich länger geziert und immer wieder betont, dass der Verein in Ruhe einen neuen Trainer suchen und dann verpflichten wolle. Letztlich ging aber kein Weg an Schubert vorbei.

"Ändert sich nichts"

Der 44-Jährige war im Sommer eigentlich für die Gladbacher U23 verpflichtet worden, arbeitete aber nur rund zwei Monate mit dem Regionalligateam, bevor er zu den Profis wechselte. Zuvor war er unter anderem Trainer beim FC St. Pauli und beim SC Paderborn.

"Das war alles so nicht absehbar", sagte der frischgebackene Cheftrainer: "Aber wir wollen weiter konzentriert arbeiten mit einem Schuss Gelassenheit. Nur weil ich meinen Namen unter ein Schriftstück gesetzt habe, ändert sich nichts."

Gegenseitige Wertschätzung

Nach sechs Siegen in seinen ersten sechs Spielen hatte Schubert den Bundesliga-Debütantenrekord von Willi Entenmann eingestellt. Erst am vergangenen Wochenende musste er beim 0:0 gegen den FC Ingolstadt den ersten Punktverlust hinnehmen. Schubert wurde zum Liebling aller Gladbacher. So gründete sich etwa auf Facebook die Gruppe "10.000 Stimmen dafür, dass André Schubert Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach bleibt."

Auch seine Profis erwiderten die Wertschätzung, die Schubert ihnen entgegenbringt. So plädierte Kapitän Granit Xhaka mehrmals für eine feste Verpflichtung Schuberts. "Andre ist der passende Trainer für uns", sagte der Schweizer Nationalspieler in der "Sport Bild". Schubert habe das System seines zurückgetretenen Vorgängers Lucien Favre "noch mal weiterentwickelt", diese "Nuancen waren entscheidend". Zudem sei Schubert "näher an den Spielern, redet viel mit uns, bezieht uns in Entscheidungen ein".

"Er macht einen Super-Job, er soll bleiben", sagte Gladbachs Innenverteidiger Alvaro Dominguez, und Torwart Yann Sommer urteilte: "Zwischenmenschlich stimmt es, der Verein sieht, dass wir guten Fußball spielen und glücklich sind." Nun ist das traute Glück auch offiziell.

Stand: 13.11.2015, 09:36