Schalkes gemischte Florida-Bilanz

 Leroy Sane

Schalkes gemischte Florida-Bilanz

Wetter-Kapriolen, ein verletzter Kapitän und hartnäckige Wechselgerüchte um Leroy Sane - beim FC Schalke fällt die erste Bilanz im Trainingslager in Florida durchwachsen aus.

Eigentlich hatte Sportvorstand Horst Heldt die Wechselgerüchte um das wertvollste Schalker Juwel für beendet erklärt. Nachdem fast täglich neue Medienberichte über die Zukunft des angeblich von zahlreichen europäischen Spitzenclubs gejagten Leroy Sane publik wurden, dementierte der Manager, dass es eine Ausstiegsklausel in Sanes bis 2019 datierten Vertrag gebe.

Wechselgerüchte um Sane - Heldt dementiert

Mit der Vermutung, der 20-jährige könne den Club von 2017 an für eine festgeschriebene Ablösesumme verlassen, räumte Heldt aber nicht auf - und öffnete damit Tür und Tor für weitere Spekulationen. Frankreichs Sportzeitung L'Equipe legte am Mittwoch (13.01.2016) nach und verbreitete die Meldung, Sane habe sich mit dem FC Barcelona auf einen Sechsjahresvertrag ab dem kommenden Sommer geeinigt. Barcelona, so die L'Equipe, sei bereit, die angeblich festgeschriebene Ablösesumme von 37 Millionen Euro für Sane zu zahlen.

Prompt musste Heldt via Bild Zeitung ein erneutes Dementi verbreiten: "Leroy will Schalke nicht verlassen und wir wollen ihn nicht abgeben", bekräftigte Heldt am Donnerstag. "Außerdem liegt uns nach wie vor kein einziges Angebot vor." Zum Thema Ausstiegsklausel hielt Heldt sich aber weiter bedeckt. "Vertragsinhalte gehen keinen etwas an."

Breitenreiter: zieht gemischte Bilanz

Schalkes Trainer André Breitenreiter musste im Trainingslager in Fort Lauderdale deshalb weiter Fragen nach der Zukunft seines Jungstars beantworten - und nahm es gelassen. Zugleich lobte er den umworbenen 20-Jährigen, der den Trubel um seine Person nach Meinung des Trainers erstaunlich gut wegsteckt. "Nur ganz wenige können nachvollziehen, was auf den Jungen einprasselt - das ist immens", so Breitenreiter. "Er zeigt super Trainingsleistungen. Leroy ist als Typ eine coole Sau, diese Unbekümmertheit zeichnet ihn aus."

Ansonsten fiel die erste Bilanz des Trainingslagers, das noch bis zum kommenden Donnerstag andauert, gemischt aus. Eigentlich wollte der FC Schalke 04 im sonnigen Florida die Grundlage für eine Aufholjagd in der Bundesliga-Rückrunde legen. Doch neben den Spekulationen um Sane störten auch die Verletzung von Kapitän Benedikt Höwedes und die nicht optimalen Trainingsbedingungen die Vorbereitung bei Schalkes Werbetour im "Soccer"-Land. Selbst das Wetter spielte nicht recht mit.

Höwedes-Verletzung "sehr bitter"

"Für den Verein ist es wichtig, neue Märkte zu erschließen und sich zu präsentieren - da bin ich zu hundert Prozent dabei", sagte Breitenreiter. Dass Höwedes bereits im ersten Testspiel gegen Fort Lauderdale einen Muskelfaserriss im Oberschenkel erlitt, mehrere Wochen ausfällt und nicht nur zum Rückrundenstart gegen Werder Bremen fehlt, fand der Trainer jedoch "sehr bitter".

Zumal der Coach die Höwedes-Blessur zudem auch darauf zurückführte, dass sein Team sich vor der Partie nicht richtig aufwärmen konnte, weil man von einem Platz auf den anderen geschickt worden sei. Mit dem Ausfall des bereits in die Heimat gereisten Kapitäns habe man "wieder Qualität verloren".

Auch der Lärmpegel bei den Übungseinheiten nervte. "Man sieht, dass der Fußball hier nicht die Nummer eins ist. Da haben wir mit einigen Hindernissen umzugehen. Es ist natürlich nicht so schön, wenn eine Woche lang auf unserem Trainingsgelände eine Großveranstaltung ist und man nicht ungestört arbeiten kann", sagte Breitenreiter heiser.

Erhöhter Konkurrenzkampf mit Belhanda und Schöpf

Auf der Habenseite stehen die Neuzugänge Younes Belhanda und Alessandro Schöpf. Damit bekam Breitenreiter zwar nicht seine Wunschspieler wie etwa Renato Augusto oder Gökhan Inler, aber die zwei neuen Spieler dürften den Konkurrenzkampf dennoch erhöhen. Den aus Nürnberg geholten U21-Nationalspieler Schöpf betrachtet der Coach als "Investition in die Zukunft".

"Wir haben Spieler dazu gewonnen, aber die Qualität von Julian Draxler haben wir augenscheinlich noch nicht ersetzen können", räumte Breitenreiter ein. Eine Prognose für die Rückrunde des Bundesliga-Sechsten mit Ambitionen auf einen Champions-League-Platz wollte er nicht wagen: "Wir wollen uns verbessern und auch mehr Punkte holen als in der Hinserie, aber versprechen kann man das nicht."

Stand: 13.01.2016, 16:30