Die Topfahrer bei "Rund um Köln"

Die Topfahrer bei "Rund um Köln"

Die 100. Auflage von "Rund um Köln" ist gut besetzt. 172 Fahrer stehen am Start. Darunter zahlreiche Topfahrer - angeführt von André Greipel und Gerald Ciolek. Wir stellen die prominentesten Starter vor.

Starter

André Greipel ist einer der erfolgreichsten deutschen Radprofis. 133 Siege hat er bereits auf dem Konto, darunter zehn Etappensiege bei der Tour de France. Zuletzt gewann Greipel, der für das belgische Team Lotto-Soudal startet, drei Etappen beim Giro d'Italia. Der 33-Jährige lebt mit seiner Familie in Hürth, ein Erfolg bei "Rund um Köln" wäre deshalb quasi ein Heimsieg für den gebürtigen Rostocker. Kommt es am Rheinauhafen zum Sprint, ist Greipel der Topfavorit.

André Greipel ist einer der erfolgreichsten deutschen Radprofis. 133 Siege hat er bereits auf dem Konto, darunter zehn Etappensiege bei der Tour de France. Zuletzt gewann Greipel, der für das belgische Team Lotto-Soudal startet, drei Etappen beim Giro d'Italia. Der 33-Jährige lebt mit seiner Familie in Hürth, ein Erfolg bei "Rund um Köln" wäre deshalb quasi ein Heimsieg für den gebürtigen Rostocker. Kommt es am Rheinauhafen zum Sprint, ist Greipel der Topfavorit.

Wenn André Greipel als Erster über die Ziellinie rollt, jubelt auch Marcel Sieberg. Der 34-Jährige aus Castrop-Rauxel ist Greipels bester Freund und wichtigster Helfer. Sein Job ist es dafür zu sorgen, dass Greipel möglichs ausgeruht und unbeschadet das Finale erreicht. Sieberg gibt die Kommandos im Team und sorgt im Sprintzug dafür, dass Lotto-Soudal am Ende Fahrt aufnimmt.

Das deutsche World-Tour-Team Giant-Alpecin schickt Nikias Arndt als Kapitän ins Rennen. Nachdem Topsprinter Marcel Kittel die Mannschaft zu Saisonbeginn verlassen hat und John Degenkolb nach schwerem Trainingsunfall und langer Verletzungspause seine Form erst wieder aufbauen muss, lastet mehr Verantwortung auf Arndt. Der 24-Jährige kommt mit der Empfehlung eines Sprintetappensieges beim Giro d'Italia, wobei er dabei allerdings von der Disqualifikation eines Konkurrenten profitierte.

Auch das deutsche Pro-Continental-Team Bora-Argon 18 hat einen vielversprechenden Sprinter im Aufgebot für "Rund um Köln". Der 21 Jahre alte Phil Bauhaus fährt in seinem zweiten Jahr als Profi und konnte Anfang Mai eine Etappe der Tour d'Azerbaidjan gewinnen. Die entscheidende Frage wird sein, ob er die Kraft hat, um es auf dem schwierigen Kurs durch das Bergische Land bis ins Finale zu schaffen.

Sollte Bauhaus es nicht in der Sitzengruppe nach Köln schaffen, könnte Andreas Schillinger für das Team Bora-Argon 18 in die Bresche springen. Der 32-Jährige ist ein erfahrener Profi, dessen Qualitäten auf einem Kurs wie dem von "Rund um Köln" zum Tragen kommen. Im vergangenen Jahr wurde er am Rheinauhafen im Sprint einer fünfköpfigen Spitzengruppe Dritter hinter den Belgiern Tom Boonen und Edward Theuns.

Auch die niederländische Equipe LottoNL-Jumbo ist eine Mannschaft aus der World Tour. Mit dem 22 Jahre alten Dylan Groenewegen schickt das Team einen begabten Nachwuchsfahrer nach Köln, dessen Sprintqualitäten ihn in diesem Jahr schon drei Siege feiern ließen. Sollte er es bis ins Finale schaffen, ist Groenewegen der erste Anwärter auf einen Außenseitersieg.

Ebenfalls im Aufgebot von LottoNL-Jumbo steht Sep Vanmarcke. Der Belgier zählt seit ein paar Jahren schon zu den Topfahrern bei schweren Frühjahrsklassikern wie der Flandern-Rundfahrt, bei der er in diesem Jahr Dritter wurde, oder Paris-Roubaix, wo er 2013 auf Rang zwei landete. Der 27-Jährige ist deshalb in der Lage, das Rennen schwer zu machen, um die Sprinterteams in Schwierigkeiten zu bringen, sollten die eigenen Sprinter es nicht bis ins Finale schaffen.

Für Gerald Ciolek ist Rund um Köln ein echtes Heimspiel. Der 29-Jährige stammt aus Pulheim und lebt inzwischen in der Kölner Innenstadt. Seine Karriere begann, als er 2005 überraschend den Sprint um den deutschen Meistertitel gewann und dabei unter anderem Erik Zabel hinter sich ließ. 2013 gewann er ebenso überraschend den großen Klassiker Mailand-Sanremo. Ciolek ist kein klassischer Sprinter. Ihm liegen selektive Strecken wie die von "Rund um Köln", bei denen er dann im Finale seine Endschnelligkeit ausspielen kann.

Ciolek fährt für das neue deutsche Pro-Continental-Team Stölting aus Gelsenkirchen. Dort hat man neben einigen hoffnungsvollen Nachwuchsfahrern auch einige erfahrene deutsche Profis verpflichtet. Dazu zählt auch der dreimalige Deutsche Meister Fabian Wegmann. Der 35 Jahre alte Münsteraner wird in Köln vor allem versuchen, Ciolek mit ins Finale zu bringen.

Auch Linus Gerdemann gehört mit seinen 33 Jahren inzwischen zu den alten Recken. Der ebenfalls aus Münster stammende Gerdemann ist eher ein Rundfahrtspezialist. 2008 gewann er die damals noch existierende Deutschland-Tour, nachdem er im Jahr zuvor eine Alpenetappe bei der Tour de France gewonnen und danach für einen Tag das Gelbe Trikot getragen hatte. Bei "Rund um Köln" wird er nun vor allem Helferdienste für Ciolek leisten.

Der deutsche Radsport ist breit aufgestellt mit Sprintern, Klassikerspezialisten und Zeitfahrern in der Weltklasse. Was fehlt, ist ein Top-Rundfahrer. Große Hoffnungen ruhen in dieser Hinsicht auf Lennard Kämna, dem Junioren-Weltmeister im Zeitfahren von 2014, der in seinem ersten Profijahr ebenfalls für Stölting fährt. Dort will man den erst 19 Jahre alten Jungprofi behutsam aufbauen. In Köln wird auch er eine Helferrolle übernehmen.

Die breite Öffentlichkeit kennt ihn noch als den kleinen Jungen mit grün gefärbten Haaren, der auf dem Arm seines Vaters das Podium der Tour de France in Paris betritt. Inzwischen ist Rick Zabel 22 Jahre alt und mittlerweile selbst im dritten Jahr Radprofi - ein talentierter noch dazu. Anders als sein Vater Erik ist Zabel junior aber weniger ein Sprinter als ein Allrounder. 2013 gewann er die U23-Ausgabe der Flandern-Rundfahrt. In Köln wird er mit seinen Kollegen vom Team BMC versuchen, den Sprintern das Leben schwer zu machen.

Der Amerikaner Taylor Phinney ist die dritte Karte, die das World-Tour-Team BMC bei Rund um Köln spielen kann. Der 25-Jährige hat eine lange Leidenszeit hinter sich. Im Mai 2014 zog er sich bei einem Sturz einen komplizierten doppelten Beinbruch zu und musste mehr als ein Jahr lang pausieren. Phinney ist ein exzellenter Zeitfahrer. Diese Tempohärte könnte er in Köln bei einer späten Attacke nutzen, um als Solist am Rheinauhafen anzukommen.

Den Höhepunkt seiner Karriere hat Matthew Goss bereits einige Jahre hinter sich. Dabei ist er mit 29 Jahren eigentlich jetzt erst im besten Profialter. Zwischen 2010 und 2012 feierte Goss zwei Etappensiege beim Giro d'Italia, landete bei der WM in Koppenhagen 2011 auf Rang zwei und gewann den Klassiker Mailand-Sanremo. Doch danach gelang ihm nicht mehr viel. Inzwischen fährt Goss für das zweitklassige britische Team One Pro Cycling. Sollte er den Rheinauhafen mit der Spitze erreichen, sollte man ihn dennoch auf der Rechnung haben.

Stand: 10.06.2016, 08:00 Uhr