Neuer Anlauf für Olympia in NRW

Neuer Anlauf für Olympia in NRW

Von Martin Teigeler

  • Ministerpräsident Laschet: Nachhaltige Sommerspiele in NRW.
  • Städte-Bündnis will sich für Olympia 2032 bewerben.
  • Präsentation der Sportstätten in Düsseldorf.

Die neue schwarz-gelbe Landesregierung forciert eine Bewerbung für olympische Sommerspiele in NRW. In der Düsseldorfer Staatskanzlei ist am Freitag (14.07.2017) ein Sportstätten-Konzept vorgestellt worden. Zahlreiche Städte an Rhein und Ruhr wie Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Aachen wollen die Spiele 2032 oder spätestens 2036 ausrichten.

Laschet: "Riesenschub" für NRW

Michael Mronz und Armin Laschet während der PK, 14.07.2017 in Düsseldorf

Olympia-Bewerbungs-Chef Michael Mronz und Ministerpräsident Armin Laschet (r.)

Er sei von Anfang an "Feuer und Flamme" für eine neue Olympia-Bewerbung gewesen, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Für das Land NRW könnten Sommerspiele einen "Riesenschub" bringen. NRW habe hervorragende Sportstätten und könne deshalb "nachhaltige" Spiele anbieten. Verbinden müsse man dies mit Investitionen in "Infrastruktur, Mobilität und Digitalisierung". Laschet verwies beispielhaft auf den U-Bahn-Bau in München vor den Sommerspielen 1972, den der damalige Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel (SPD) vorangetrieben hatte.

Olympiapläne an Rhein und Ruhr

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Dargestellt sind die vorgesehenen Standorte für eine mögliche Olympiabewerbung für das Jahr 2032.

Dezentrale Spiele

Oberbürgermeister bzw. Vertreter der Kommunen, Armin Laschet, Michael mronz bei der Vorstellung des Sportstättenkonzeptes, 14.07.2017

Olympia-Bewerbung: Gruppenbild der Politiker

Dem Konzept zufolge sollen die Sommerspiele 2032 dezentral in Aachen, Bonn, Köln, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Oberhausen und Recklinghausen stattfinden. In ihrer Stadt seien alle sportbegeistert, sagte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos). Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) verwies auf den erfolgreichen Start der Tour de France vor zwei Wochen in der Landeshauptstadt.

Blick von oben auf die ESPRIT arena

Olympia an Rhein-Ruhr? Die Arena in Düsseldorf

Für die Handball- und Basketballspiele wurde die Düsseldorfer Fußball-Arena am Rhein ausgesucht. Die Kölner Lanxess-Arena soll die Turn-Wettbewerbe beherbergen. Dortmund, Essen und Duisburg wären demnach Austragungsorte des olympischen Fußballturniers. Die Ruder-Disziplinen könnten auf den Regatta-Bahnen in Duisburg-Wedau durchgeführt werden. Offen ist bislang, wo das zentrale Olympiastadion entstehen soll und ob dort dann auch gleichzeitig die Leichtathletik-Wettkämpfe laufen.

Öko-Versprechen

Bewerbungs-Chef Michael Mronz versprach "ökonomische und ökologische Spiele". In NRW gebe es hervorragende Sportstätten auf engem Raum - "in ganz Europa" finde man so etwas nicht. Mronz räumte aber auch ein, dass bis 2032 die Mobilität in NRW noch verbessert werden müsse, damit Besucher schnell von Sportstätte zu Sportstätte kommen. 2024 und 2028 finden die Spiele voraussichtlich in Paris und Los Angeles statt.

Olympische Spiele an Rhein und Ruhr?

Sportschau | 13.07.2017 | 01:17 Min.

Schon oft Olympia-Träume in NRW

Olympische Spiele sind ein alter Traum der nordrhein-westfälischen (Sport-)Politik. Schon in den 60er- und 90er-Jahren gab es im Ruhrgebiet Olympia-Pläne, die aber nicht weiterverfolgt wurden. 2003 scheiterte dann ein Anlauf Düsseldorfs bereits bei der nationalen Vorausscheidung beim Versuch, die Spiele 2012 zu ergattern. In Düsseldorf hatte es massive Proteste von Umweltgruppen gegen das geplante Olympia-Dorf am Rhein gegeben. Auch bei einer neuen Bewerbung dürfte Fragen zum Umweltschutz und bei der Bürgerbeteiligung wichtig werden.

Sport-Funktionär vorsichtig

Walter Schneeloch bei der DOSB- und Sportminister-Konferenz (Archivbild)

Sport-Funktionär Walter Schneeloch

Die letzten deutschen Olympia-Bewerbungen (Berchtesgaden, Berlin und München) scheiterten allesamt. Eine vierte gescheiterte Bewerbung könne sich Deutschland nicht leisten, sagte DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch, der auch Chef des Landessportbundes NRW ist, in Düsseldorf. Er begrüßte aber die Initiative aus NRW.

Die endgültige Entscheidung, ob es eine Rhein-Ruhr-Bewerbung auf internationaler Ebene geben wird, liegt beim DOSB. Vorsicht ist verständlich: In Hamburg und München waren neue Olympia-Bewerbungen in den vergangenen Jahren bei Bürgerentscheiden abgelehnt worden.

Korrektur: In einer früheren Fassung dieses Beitrags hieß es, die Turn-Wettbewerbe sollen im Kölner Stadion stattfinden. Richtig ist: Sie sollen in der Kölner Lanxess-Arena stattfinden.

Stand: 14.07.2017, 15:36