Nach Remis in Wolfsburg

Yannick Gerhardt (r.) im Zweikampf mit Naldo

FC - gemischte Gefühle vor den jecken Tagen

Nach Remis in Wolfsburg

Von Olaf Jansen

1:1 in Wolfsburg - der 1. FC Köln kann zufrieden in die Karnevalstage gehen. Dabei wäre in Niedersachsen gegen einen schwachen Gegner sogar mehr drin gewesen.

Yannick Gerhardt wusste nicht so recht, ob er sich freuen oder doch eher ärgern sollte. "Der Punkt ist vielleicht sogar noch zu wenig, wenn man sieht, wie viele Konterchancen wir hatten", meinte Kölns Mittelfeldmann nach dem 1:1 des 1. FC Köln beim VfL Wolfsburg am späten Sonntagnachmittag (31.01.16). Schließlich fand der Youngster doch seinen Frieden mit der Punkteteilung: "Aber gegen einen Champions-League-Klub kann man auch mit einem Remis leben."

Diese Mischung zwischen Stolz über das Erreichte und ein wenig Trauer über das Verpasste war charakteristisch für das Stimmungsbild bei den Kölnern nach einem guten Auswärtsauftritt. Der auch eine Art Wiedergutmachung für die schwache Leistung eine Woche zuvor beim 1:3 gegen den VfB Stuttgart war. "Wir haben eine gute Reaktion gezeigt. Die Jungs haben wieder gesehen: Wenn sie wirklich alles abrufen, können sie auch gegen die guten Mannschaften der Liga mithalten", meinte Coach Peter Stöger.

Schwacher Auftritt des VfL

Leonardo Bittencourt, Anthony Modeste, Simon Zoller (v.l.)

Jubel beim FC - Modeste hat getroffen.

Nur: Wirklich gut war der VfL Wolfsburg eben am Sonntag nicht, das millionenschwere Starensemble aus der Autostadt legte in Offensive wie in Defensive wieder einen eher durchwachsenen Auftritt hin. Kaum überraschende Aktionen auf dem Weg nach vorn, dazu erstaunliche Abspiel- und Stockfehler vor allem durch die beiden Innenverteidiger Naldo und Dante - es war mehr drin für den FC.

"Es geht uns im Moment nichts leicht von der Hand. Es ist irgendwie der Wurm drin", meinte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs und Wolfsburgs Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0, Julian Draxler meinte: "Wir sind überhaupt nicht zufrieden. Wir müssen uns enorm steigern."

Sechs Zähler Vorsprung auf Relegationsplatz

Peter Stöger und Matthias Lehmann

"Alles okay" - FC-Coach Peter Stöger im Gespräch mit Matthias Lehmann.

Während beim VfL Wolfsburg nach nur einem Punkt aus den zwei bisherigen zwei Rückrundenspielen allmählich Feuer unterm Dach ausbricht, kann der 1. FC Köln mit dem nicht unbedingt erwarteten Auswärtszähler ganz beruhigt in die bevorstehenden Karnevalstage gehen. 25 Punkte bedeuten sechs Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz, vier Zähler Rückstand auf die internationalen Ränge. "Wir sind super-zufrieden", sagt denn auch Manager Jörg Schmadtke.

Der nächste Auftritt der Kölner findet am kommenden Sonntag beim Hamburger SV statt - auch dort kann man sich sicherlich etwas ausrechnen. Der HSV hat 2016 bisher zwei Niederlagen kassiert, steht unter Druck. Und FC-Coach Peter Stöger hat aus dem Wolfsburg-Spiel auch gelernt, dass er taktisch über zunehmend mehr Möglichkeiten verfügt.

"Es ist immer ein Mosaik"

"Es ist immer wieder wie ein Mosaik", stellte der Österreicher fest, nachdem er in Wolfsburg Nationalspieler Jonas Hector von der linken Abwehrseite ins zentrale defensive Mittelfeld gezogen hatte. Dafür verteidigte links Neuzugang Filip Mladenovic - und tat das auch sehr gut. Opfer von Stögers Rochaden wurde diesmal Pawel Olkowski, der nach seinem schwachen Auftritt gegen Stuttgart sogar ganz aus dem 18er-Kader geflogen war. "Wir haben einen ausgeglichenen Kader, es zählen die Leistungen im Training", kommentierte Stöger kurz und bündig.

Stand: 01.02.2016, 11:03