Reus knackt deutschen Rekord über 60 Meter

Julian Reus

Reus knackt deutschen Rekord über 60 Meter

Julian Reus hat bei den Deutschen Meisterschaften in Leipzig einen neuen deutschen Hallenrekord über 60 Meter aufgestellt. Der Wattenscheider sprintete in 6,52 Sekunden ins Ziel.

Die Sprint-Stars in der Arena überstrahlten alles, doch auch mit weiteren Topleistungen haben die deutschen Leichtathleten in Leipzig erste Olympia-Signale gesendet. Julian Reus und Tatjana Pinto sorgten mit ihren Glanzzeiten bei den Hallenmeisterschaften für gefeierte Höhepunkte.

Aller guten Dinge sind drei hieß es am ersten Meisterschaftstag für Julian Reus: Bereits zwei Mal hatte der Wattenscheider in dieser Saison den deutschen Rekord über die Hallendistanz bereits eingestellt. Bei den Deutschen Meisterschaften blieb er dann knapp unter der Marke, die der Berliner Sven Matthes vor 28 Jahren gesetzt hatte. Reus unterbot mit seinen 6,52 Sekunden die Bestmarke um eine Hunderstelsekunde.

Nach dem Zieleinlauf riss Reus die Arme in die Höhe, formte mit seinen Fingern das Siegeszeichen und nahm dann die Gratulationen seiner Konkurrenten entgegen. "Ich wollte einen geilen Wettkampf machen - ich glaube, das ist mir gelungen. Ich habe vieles richtig gemacht in dieser Hallensaison, endlich ist es mir gelungen", sagte der 27-Jährige, der damit alleiniger deutscher Rekordhalter in der Halle und im Freien ist. Über die 100 Meter hatte er 2014 in 10,05 Sekunden die Bestmarke gesetzt.

Titel für Reus auch über 200 Meter

Eine Tag nach seinem deutschen Rekord über 60 Meter ist Julian Reus in Leipzig auch über 200 Meter der Konkurrenz davon gerannt. Der Wattenscheider siegte am Sonntag bei den Hallen-Meisterschaften der Leichtathleten in starken 20,55 Sekunden.

Alleiniger deutscher Rekordhalter

Vor 3.500 Zuschauern in der ausverkauften Halle sicherte sich der viermalige Meister Christian Blum aus Wattenscheid in 6,60 Sekunden den zweiten Platz. Dritter wurde der Leipziger Robert Hering (6,69). Auf einen Start bei der Hallen-WM Mitte März in Portland im US-Bundesstaat Oregon will Rekordmann Reus allerdings verzichten.

Meistertitel auch für Tatjana Pinto

Ebenfalls über 60 Meter triumphierte Tatjana Pinto aus Paderborn. Sie kam in herausragenden 7,07 Sekunden vor Rebekka Haase (LV Erzgebirge/7,20) ins Ziel und sicherte sich den Meistertitel. "Ich bin einfach überwältigt. Damit habe ich nicht gerechnet, als ich angereist bin", sagte die Paderbornerin. Bereits zuvor hatte die Olympiateilnehmerin auf sich aufmerksam gemacht. 7,12 im Zwischenlauf bedeuteten bereits deutsche Jahresbestleistung, mit 7,19 im Vorlauf hatte sie die Norm für die Hallen-WM in Portland geknackt. Mit ihrer Finalzeit von 7,07 Sekunden ist sie die viertschnellste Läuferin über diese Distanz in der Geschichte. Nur die DDR-Sprinterinnen Marita Koch (7,04/1985), Silke Möller (7,04/1988) und Katrin Krabbe (7,06/1991) waren jemals schneller.

Vierter Titel für Silke Spiegelburg

Auch für deutsche Stabhochsprung-Rekordlerin Silke Spiegelburg (Leverkusen) endete der Tag mit dem Sieg. Mit übersprungenen 4,56 gewann sie vor der ehemaligen WM-Zweiten Martina Strutz (Schwerin/4,51) ihren vierten deutschen Hallentitel.

Shooting-Star Alexandra Wester siegt im Weitsprung

Ihren ersten Titel holte sich der neue Weitsprung-Star Alexandra Wester. Die 21 Jahre alte Kölnerin siegte am Sonntag souverän mit 6,75 Metern. Damit bestätigte sie ihren Supersatz von Berlin, wo sie sich vor zwei Wochen mit 6,95 Metern an die Spitze der Weltbestenliste gesetzt hatte. "Mein Trainer findet's toll, eine deutsche Meisterin zu trainieren. Deshalb freue ich mich jetzt besonders", meinte Wester.

Stand: 28.02.2016, 17:00