Para-WM: Gold für Bensusan, Silber für Floors

Die Wahl-Leverkusenerin Irmgard Besnsusan feiert ihre Goldmedaille bei der Para-WM in London.

Para-WM: Gold für Bensusan, Silber für Floors

  • Irmgard Bensusan holt Gold über 400 Meter.
  • Medaillen auch für Leverkusener Floors und Bonner Baldé.
  • Nach drittem WM-Tag fünf Medaillen für das deutsche Team.

Irmgard Bensusan stand nach ihrem Gold-Coup von London überglücklich in der Mixed Zone. In der einen Hand hielt die Leverkusenerin die deutsche Flagge, in der anderen einen Becher Speiseeis. "Ich wollte eigentlich Eis für meinen Fuß, aber das hier ist jetzt auch gut", sagte Bensusan nach ihrem ersten Platz über 400 Meter bei der Para-Leichtathletik-WM.

Am dritten Wettkampftag gab es weitere deutsche Erfolge. Vor Bensusan hatten am Sonntag (16.07.2017) Prothesen-Sprinter Johannes Floors (Leverkusen) über 100 Meter sowie Daniel Scheil (Weiden) im Kugelstoßen der sitzenden Klasse jeweils Silber gewonnen. Auch Lindy Ave (Greifswald) war am Samstag über 200 m Zweite geworden. Alhassane Baldé (Bonn) holte im Rennrollstuhl über 1500 m am Sonntag Bronze.

Ödem macht Bensusan zu schaffen

Um endlich Weltmeisterin zu werden, hatte Bensusan in den vergangenen Woche auf vieles verzichtet, auch auf Süßigkeiten wie das geliebte Eis. Doch die Kühlung für das Bein war auch erforderlich. Direkt vor der WM war die gebürtige Südafrikanerin wegen eines Ödems sechs Wochen fast komplett ausgefallen. Als sie am Sonntag (16.07.2017) in London nach 1:02,34 Minuten als Erste die Ziellinie überquerte, ließ sie sich sofort auf den Bauch fallen. Auf die Frage, ob dies aus Erleichterung oder Erschöpfung geschehen sei, sagte die 26-Jährige: "Das war, weil mein Bein nicht mehr konnte."

Teillähmung im Bein nach Sturz an Hürde

Für die zweimalige Europameisterin war es nach dreimal Silber bei den Paralympics 2016 und einem zweiten Platz bei der WM 2015 der größte Erfolg. Und der Höhepunkt einer langen Reise. Seit einem Sturz an einer Hürde bei der nationalen Meisterschaft Südafrikas der Nichtbehinderten 2009 hat sie eine Teillähmung des rechten Unterschenkels. Ihre deutsche Mutter verhalf ihr 2014 nach Leverkusen, weil sie in Südafrika nicht klassifiziert wurde. Ohne Deutsch zu sprechen, nahm Bensusan die Herausforderung an. Ziel waren die Paralympics 2016. Danach blieb sie - und krönte sich nun zur Weltmeisterin.

Floors nach Silber: "Es wird noch besser"

Der Leverkusener Johannes Floors (l.) auf dem Weg zur Silber-Medaille.

Johannes Floors (l.) auf dem Weg zur Silber-Medaille.

Ihr Leverkusener Vereinskollege Johannes Floors musste sich über 100 Meter in 10,89 Sekunden nur Lokalmatador Johnnie Peacock (10,75), Paralympicssieger von 2012 und 2016, geschlagen geben. "Ich freue mich, es hat Spaß gemacht, aber morgen wird es noch besser", sagte Floors. Doch der 22-Jährige strahlte bereits nach seinem zweiten Platz: "Es hat viel Spaß gemacht, es war ein schönes Rennen. Man läuft selten vor so einer Menge an Leuten", sagte der dreimalige Junioren-Weltmeister. Am Montag startet er über 400 Meter.

Stand: 17.07.2017, 10:35